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Pandemien und Abwertung Die Gesellschaft krankt an Corona – und an Diskriminierung

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(Quelle: Pixabay)

Derzeit erleben wir ein Pandemie-Szenario live und am eigenen Körper. Eine bedrohliche Situation höchster Unsicherheit und Unklarheit, die Lebensgefahr und existenzielle Krisen für Einige mit sich bringt, erfasst mit etwas zeitlicher Verschiebung die Gesellschaften dieser Welt. Dabei betrifft Corona uns Menschen nicht nur individuell, sondern immer auch kollektiv, als Teil einer Gesellschaft.

Der Virus wird schnell politisiert…

Mittlerweile ist klar, eine Corona-Infektion kann jeden treffen. Aus vermeintlichem Schutz kam gerade zu Beginn der Virusausbreitung die rassistische Zuschreibung eines besonders hohen Infektionsrisikos asiatisch aussehenden Menschen zu. Es dauerte nicht lange und reflexartig tauchen historisch alte stigmatisierende Erklärungen und Verschwörungstheorien im Zusammenhang mit Corona auf. Der Virus wird politisiert und die Unsicherheit der Menschen instrumentalisiert. Lange Zeit führte die vermeintliche Sicherheit „Mir kann das Virus nicht schaden, weil ich keiner Risikogruppe angehöre“ zu unsolidarischem Verhalten (z.B. Treffen in größeren Gruppen) gegenüber genau diesen Risikogruppen, unter anderem älteren Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen, und verhinderte die Eindämmung der Übertragungsrate.

… und festigt die Abwertung von „diesen Anderen“

All diese Prozesse zeigen sich aktuell parallel in unserer Gesellschaft. Es sind keine Massenphänomene, aber ihr Auftreten gilt es zu beobachten und zu analysieren. Durch vorurteilsgeleitete Zuschreibungen werden im Allgemeinen gesellschaftliche Kategorien und Ungleichwertigkeiten reproduziert (z.B. asiatisch aussehende Personen, Juden und Jüdinnen, Geflüchtete) und die Abwertung von „diesen Anderen“ verfestigt. Corona frisst sich nicht nur tatsächlich, sondern auch sozial in unsere Gesellschaft und legt dabei alte Ungleichwertigkeitsvorstellungen und Diskriminierungsprozesse offen, die schon lange stattfinden. Unsere Gesellschaft hat zahlreiche Vorerkrankungen. Wie sie sich momentan zeigen, soll in diesem Beitrag für eine Eingangsdiagnose zusammengetragen werden.

Rassismus als Akutantwort

Zunächst zurück zum Anfang der Virusausbreitung in Deutschland im Februar 2020: Mit dem Aufkommen und Bekanntwerden des Corona-Virus in Deutschland wurden auf sozialen Plattformen die ersten Hinweise von Betroffenen laut, dass die generalisierte Zuschreibung einer Ansteckungsgefahr auf asiatische aussehende Personen, rassistisch sei. Die Journalistin Nhi Le schrieb auf Twitter: „ […] Don’t even try to wrap your racism into a joke“. Ging es zunächst noch um Witze über den Zusammenhang von Corona und vermeintlich aus Asien stammenden Personen, nimmt anti-asiatischer Rassismus nun mittlerweile handfeste Formen von Diskriminierung und Gewalt an. So wurde eine aus China stammende Frau in München von ihrem Nachbar mit „Corona“-Rufen angegriffen, mit Desinfektionsmittel überschüttet und mit Mord bedroht.

Die Meldungen von rassistischen Vorfällen, Kommentaren, Drohungen und körperlichen Übergriffen zeigen sich mittlerweile in mehreren Nationen weltweit. Die polnische Organisation „Never Again“ trug anlässlich des Beginns der internationalen „Week of Solidarity with the People Struggling Against Racism and Racial Discrimination“ einige internationale Vorfälle dieses „Corona-Rassismus“ zusammen. Die rassistische Zuschreibung, alle asiatisch aussehenden Menschen würden Corona übertragen, war nicht nur gefährlich in Bezug auf die falsche Sicherheit, nicht betroffen zu sein, solange man den Kontakt zu „asiatischen Menschen“ meidet. Er schürt und verfestigt vor allem anti-asiatischen Rassismus in unserer Gesellschaft. Nicht nur offene Diskriminierung, auch scheinbar individuelles Vermeidungsverhalten (z.B. Meiden chinesischer Restaurants, Geschäfte, Produkte), birgt die bleibende Gefahr der Abgrenzung und Abwertung auf Gruppenebene.

Anti-asiatischer Rassismus

Rassismus gegen Menschen, denen eine Herkunft aus Asien zugeschrieben wird, existiert schon länger in unserer Gesellschaft als Corona. Er zeigte sich beispielsweise in der DDR im Umgang mit den Vertragsarbeiter*innen aus Vietnam oder 1992 im Anschlag von Rostock-Lichtenhagen. Bis heute – und auch vor der Corona-Krise – berichteten Betroffene von rassistischen Zuschreibungen und Anfeindungen. Doch oftmals fehlt bisher in wissenschaftlichen und öffentlichen Diskursen um Rassismus die Analyse und Sichtbarkeit von anti-asiatischem Rassismus. Rassistische Diskriminierung und Gewalt wegen des Aussehens, der Hautfarbe, der vermeintlichen Herkunft oder Kultur sind für alle von Rassismus Betroffenen bedrohlich und existenziell gefährlich. Rassistische Diskriminierung ist aber immer auch ein Angriff auf die gesamte Community und gesellschaftliche Teilgruppe und sendet die Botschaft: „Ihr gehört nicht dazu. Ihr seid hier nicht erwünscht.“ In der aktuellen Corona-Krise zeigt sich wie einige Menschen, konfrontiert mit einer Situation höchster Unsicherheit und Bedrohung, als erste Akutantwort auf die gesellschaftlich gelernte Kategorie „asiatische Menschen“ zurückgreifen verknüpft mit gesellschaftlich erlernten Vorurteilen. Mitglieder dieser Kategorie werden abgewertet und ausgrenzt, um einerseits vermeintlichen Schutz vor Infektion zu erlangen und andererseits Menschen als gesellschaftsgefährdend und dieser nicht zugehörig zu deklarieren. Teildiagnose: Rassismus.

Antisemitismus, Rassismus, Homosexuellen- und Transfeindlichkeit: Auf der Suche nach Erklärungen für Epidemien

Medizinhistorisch betrachtet, zeigt sich, dass epidemische Krankheiten und Virusinfektionen seit jeher mit Rassismus, Antisemitismus oder Homofeindlichkeit verknüpft und instrumentalisiert worden sind. Die vermeintlichen Ursachen von Krankheiten wurden immer schon gruppenbezogen menschenfeindlich attribuiert – so auch bei der Pest, Syphilis oder HIV. Der Historiker Klaus Hödl beschreibt, wie Lepra im Mittelalter Juden und Jüdinnen zugeschrieben wurde, weil sie die christlichen Gebote nicht befolgten und nicht zur christlich geprägten Mehrheitsgesellschaft gehörten. Ähnlich wurde später die „Syphilis […] wie zuvor Lepra zum Stigma des Anderen, zum Zeichen von Devianz“ beschreibt Hödl 1997 in seinem Text „Hödl betont, dass das Bild vom „syphilitischen Juden“ nicht nur eine Reproduktion der antisemitischen Bilder aus früheren Jahrhunderten war, sondern sich auch aus zeitgenössischen Debatten speiste (z.B. Beschneidungsdebatte).

Das große Stigmatisierungspotenzial von Epidemien zeigte sich nicht nur im Mittelalter. Auch am Ende des letzten Jahrhunderts findet sich mit der HIV/Aids-Krise ein Beispiel, welches zeigt wie die Ausbreitung eines Virus gruppenbezogen attribuiert wurde. Die hohe Mortalität von Aids, die damalige Unwissenheit über das HI-Virus sowie die Instrumentalisierung der Epidemie in den USA durch konservative Kräfte gegen die gerade erstarkte Homosexuellenbewegung und sexuelle Liberalisierung führten dazu, dass eine HIV-Infektion und Aids vor allem Schwulen zugeschrieben wurde. Auch heute noch, 40 Jahre nach Aufkommen der HIV/Aids-Epidemie in den 1980er Jahren, wird HIV und Aids stark mit männlicher Homosexualität assoziiert. Trotz des Fakts, dass HIV nicht aufgrund einer homosexuellen Orientierung, sondern nur durch bestimmte Körperflüssigkeiten (u.a. Blut) übertragen werden kann, ist der HI-Virus als Stigma für schwule Männer (und andere Risikogruppen) im gesellschaftlichen Bild bis heute verankert. Mittlerweile ist HIV unter medikamentöser Therapie nicht mehr nachweisbar und übertragbar. Dennoch hängen alte Bilder über Aids in den Köpfen dieser Gesellschaft fest, erschweren den Kampf gegen Homosexuellenfeindlichkeit und HIV-bezogene Diskriminierung, aber auch den Kampf gegen HIV selbst.

Ähnliche Mechanismen zeigen sich nun auch in Bezug auf das Corona-Virus. Die historisch kontinuierliche und reflexartige Verknüpfung der Pandemie zu antisemitischen Weltverschwörungen ließ nicht lange auf sich warten: Die US-amerikanische Anti-Defamation League berichtet über zahlreiche antisemitische Kommentare, Karikaturen und Narrative, welche die Entstehung und Verbreitung von Corona durch Juden und Jüdinnen darstellen, antisemitische Verschwörungstheorien aufgreifen und verfestigen. Der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung Felix Klein warnt vor dieser antisemitischen Instrumentalisierung des Corona-Virus auch in Deutschland und betont, dass diese Pandemie-Krise einmal mehr die Wichtigkeit eines kontinuierlichen Kampfes gegen Antisemitismus aufzeigt.

Die Verunsicherung der Menschen in Zeiten dieser Pandemie wird nicht nur von Antisemit*innen genutzt, um Judenfeindschaft und Verschwörungslegenden zu verbreiten. Vor allem religiöse Führungspersonen nutzen das Corona-Virus, um ihre homosexuellen- und transfeindlichen Positionen zu verbreiten: Das Online-Magazin Queer.de berichtet von den homosexuellenfeindlichen Erklärungsmythen eines christlichen US-Pfarrers und eines israelischen Rabbis, welche die Pandemie als „Buße für LGBT-Sünden“ verstehen. Auch in Deutschland meldete sich mittlerweile ein russisch-orthodoxer Erzbischof zu Wort und machte unter anderem Transgeschlechtlichkeit als Ursache für die Rache Gottes und Corona aus. Kritik aus der Politik folgte sofort. Diese religiösen Autoritäten erreichen nicht die Mehrheitsgesellschaft, zumindest nicht direkt. Jahrzehntelange sozialpsychologische Forschung zeigt, dass sogenannter „Minderheiteneinfluss“, also die kontinuierlich wiederholte Meinung einer numerischen Minderheit in einer Gruppe, weniger eine Bedeutung für die öffentlich dargestellte Meinung von Menschen, aber durchaus einen Einfluss auf private Meinungen haben kann.

Rechtsextreme greifen über Corona die Migrationspolitik an

Die Gefahr eines solchen kontinuierlichen Minderheiteneinflusses zeigt sich in der Corona-Krise auch an anderer Stelle: Das Corona-Virus wird bewusst von Rechtsradikalen instrumentalisiert, um einerseits die Migrationspolitik der Bundesrepublik anzugreifen. Die AfD zeigt einmal mehr ihre ideologische Verknüpfung zu rassistischen und rechtsradikalen Positionen. Neo-Nazis versuchen, die gemeinschaftliche Solidarität in der Bevölkerung für ihre rassistischen und nationalistischen Ziele zu vereinnahmen, indem sie zunehmend Solidaritätsaufrufe starten, die nur einer deutschen Volksgemeinschaft zugutekommen soll, und sie selbst als einzige Rettungsoption inszenieren. Teildiagnosen: Antisemitismus, Homosexuellen- und Transfeindlichkeit, Rassismus, Nationalismus.

Corona offenbart weitere Symptome gesellschaftlicher Ungleichbehandlung

Auch der aktuelle Kampf gegen die Ausbreitung von Corona lässt tief in unsere Gesellschaft und ihre bisherigen Ungleichbehandlungen blicken. Im Sinne unserer Eingangsdiagnose sollen auch einige dieser Symptome gesellschaftlicher Vorerkrankungen, wenn auch nicht erschöpfend, beleuchtet werden. So zeigt sich beispielsweise gerade, wie „systemrelevant“ die Arbeit ist, die mehrheitlich Frauen zugeschrieben wird. Vor allem – aber nicht ausschließlich – Frauen pflegen die Kranken, Älteren und betreuen die Kinder unserer Gesellschaft. Vor allem Frauen sitzen an der Supermarktkasse. Aber wo blieb diese nun auch von der Bundeskanzlerin Angela Merkel geäußerte Anerkennung bisher – auch finanziell? Werden diese Berufe im Zuge der Coronakrise ihres gesellschaftlichen Werts entsprechend entlohnt? Die derzeitige Anerkennung in Form von Dankesreden und Applaus reicht nicht aus. Sie muss durch politische und wirtschaftliche Unterstützung institutionalisiert werden und sich in angemessener Bezahlung und der stärkeren Repräsentation von Frauen in der Gesellschaft zeigen.

Auch die bisherige Ungleichbehandlung von Menschen mit Behinderung und die fehlende Barrierefreiheit in unserer Gesellschaft wird durch Corona sichtbar. Zahlreiche Menschen mit Behinderung weisen gerade darauf hin, dass die Informations- und Wissensvermittlung nicht barrierefrei stattfindet und beispielsweise Informationen in den Mainstream-Medien sich vor allem an Menschen ohne Behinderung richten. Ähnlich läuft es bisher in Deutschland an vielen Stellen: Trotz Inkrafttreten der UN-Behindertenrechtskonvention im Jahre 2009 in Deutschland, sind Menschen mit Behinderung vom öffentlichen und kulturellen Leben oftmals ausgeschlossen. Mängel in der Umsetzung der UN-BRK werden von Selbstorganisationen  und Inklusionsaktivist*innen fortwährend sichtbar gemacht (z.B. Segregation durch Förderschulen, Werkstätten für Menschen mit Behinderung, fehlende Barrierefreiheit in öffentlichen Einrichtungen).

Paradoxerweise wird aber gerade im Umgang mit der Epidemie-Krise zumindest in Bezug auf Mobilität und Barrierefreiheit auch sichtbar, dass es durch digitale Angebote anders funktionieren kann. Das Zurückfahren des öffentlichen Lebens, die Schließung diverser kultureller Einrichtungen und aller Bildungseinrichtungen verlangt nach neuen, digitalen Maßnahmen. Plötzlich verändert sich die Arbeitswelt hin zu digitaler und räumlicher Flexibilität. In der Krise sind plötzlich Veranstaltungen von Theatern, Opernhäusern und Konzerte digital zugänglich. Barrieren, die Menschen mit Behinderung oftmals an ihrer gesellschaftlichen Teilhabe behindern, werden aktuell abgebaut. Forderungen und Kämpfe, welche Menschen mit Behinderung seit Jahrzehnten führen, scheinen mit ein paar Klicks umsetzbar zu sein. „Aber schon interessant, was durch Corona grade möglich gemacht wird an digitalem Arbeiten und Home Office. Ist ja nicht so, als ob Menschen mit Behinderung nicht seit Jahren schon darum gekämpft hätten…“ kommentiert die Aktivistin Tanja Kollodzieyski auf Twitter . Teildiagnose: Sexismus, Diskriminierung von Menschen mit Behinderung.

Was nützt die Eingangsdiagnose? Die Gesellschaft krankt an Ungleichheiten und Diskriminierung

Die Corona-Pandemie führt uns gerade tief verwurzelte Ungleichheiten, Ungleichwertigkeitsvorstellungen und Diskriminierungsprozesse vor Augen. Das heißt nicht, dass Probleme wie Rassismus, Antisemitismus, Homosexuellen- und Transfeindlichkeit, Sexismus und die Diskriminierung von Menschen mit Behinderung bisher nicht bekannt waren und nicht von Betroffenen, Zivilgesellschaft und Politik sichtbar gemacht sowie (meist im Einzelnen) bekämpft worden sind. Aber dadurch, dass Corona ohne Ausnahme alle konkret und gleichzeitig bedroht, offenbaren sich vorhandene Vorerkrankungen unserer Gesellschaft zeitgleich. Mit einer Eingangsdiagnose in die Corona-Krise, aber vor allem in eine Zukunft nach Corona, ist es möglich, für diese Vorerkrankungen zu sensibilisieren und sie . Das Instrumentarium für die notwendige Behandlung liefern zum Beispiel aktuelle Bestandsaufnahmen der gesellschaftlichen „Krankheitssymptome“ wie der soeben veröffentlichte Report der Europäischen Kommission gegen Rassismus und Intoleranz (ECRI). Die Kommission empfiehlt beispielsweise mehr Unabhängigkeit und den Ausbau der Antidiskriminierungsstelle des Bundes sowie den Aufbau unabhängiger Antidiskriminierungsberatungsstellen in den Bundesländern. Im Kampf gegen Rassismus empfiehlt die Kommission wiederholt den Nationalen Aktionsplan gegen Rassismus konkreter, messbarer und überprüfbar zu formulieren. Hate Speech und Hasskriminalität sollten genauer definiert und strenger verfolgt werden. Mit Sorge schaut die Kommission auf die demokratiefeindlichen Positionen und rechtsradikalen Verknüpfungen der AfD. Vor allem im Bildungsbereich sieht die Kommission noch Nachholbedarf in der Menschenrechtsbildung und der Wissensvermittlung zu Rassismus und Diskriminierung.

Gegen Diskriminierung: Empathie und Solidarität

Wichtig für die Behandlung ist es, Vorerkrankungen und ihre historisch gewachsenen Ungleichwertigkeitsvorstellungen zwischen einer konstruierten Mehrheitsgesellschaft und „den Anderen“ in unserer Gesellschaft nicht nur vereinzelt in den Blick zu nehmen. Um gegen rassistische, sexistische, antisemitische und andere Diskriminierungsformen vorzugehen, braucht es – um ein letztes Mal im medizinischen Bild zu bleiben – eine ganzheitliche Behandlung. Eine aktuelle Studie einer dänisch-deutschen Forschungsgruppe aus Sozialpsycholog*innen um Stefan Pfattheicher (Universität Aarhus) zur Coronakrise zeigt, dass vor allem Empathie für die Risikogruppen (z.B. ältere Menschen) dazu führt, dass Menschen sich solidarisch zeigen und Kontaktverbote einhalten. Vielleicht trägt die Wahrnehmung, dass Corona vor allem durch gesellschaftliche Solidarität bekämpft werden kann, dazu bei, einen neuen inklusiven Zusammenhalt zu entwickeln. Wachsende Empathie und Solidarität sollten wir uns über die Coronakrise hinaus bewahren und politisch institutionalisieren. Vor allem auch in Hinblick auf die kommenden Monate und Jahre, wenn aufgrund von wirtschaftlichen Folgen, wachsender Arbeitslosigkeit, Existenznöten und Statusängsten Menschen sich auf sich selbst und ihre eigenen Ellenbogen zurückgeworfen sehen. Es wird wichtiger denn je sein, empathischer für Risikogruppen für Diskriminierung zu sein, auf die marginalisierten Stimmen unserer Gesellschaft zu hören, ihre Perspektiven einzubeziehen und sie als gleichwertige Mitglieder unserer Gesellschaft zu behandeln.

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