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Chronik Gewalt 2022

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Eskalation einer Demonstration in Freiberg, Sachsen, am 03.01.2022

Die Auflistung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern soll illustrieren, wie gefährlich Demokratiefeindlichkeit im Alltag ist.

Januar 2022

Verschwörungsideologien:
Anschlag auf Wanderwitz-Büro in Zwönitz (Sachsen) in der Silvesternacht

In der Silvesternacht ist das Wahlkreisbüro des ehemaligen Ostbeauftragten der Bundesregierung, Marco Wanderwitz (CDU), in Zwönitz angegriffen worden. Politiker verschiedener Parteien verurteilen den Anschlag. Der Vorfall war am Neujahrstag bekanntgeworden. Demnach wurden vermutlich mit Pyrotechnik der Rahmen und eine Fensterscheibe des Wahlkreisbüros beschädigt. Der Sachschaden beträgt laut Polizei rund 2.500 Euro. In das Büro drangen die mutmaßlichen Täter nicht ein.

Verschwörungsideologien:
Karl Lauterbach: Anschlag an Silvester – Täter zerstören Scheibe an Kölner Büro

In der Silvesternacht ist die Scheibe des Kölner Wahlkreisbüros von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach eingeworfen worden. Lauterbach sagte am Neujahrstag, wegen vorangegangener Sachbeschädigungen mit Parolen und entsprechender Drohmails gehe er davon aus, dass die erneute Attacke auf sein Büro aus den Reihen radikalisierter Impfgegner und Corona-Leugner heraus verübt wurde.

Rassismus / Islamfeindlichkeit:
Muslimische Gräber auf Friedhof in Iserlohn geschändet

Unbekannte haben auf einem Friedhof in Iserlohn im Sauerland mehrere muslimische Gräber geschändet. Auf dem muslimischen Teil des Hauptfriedhofs seien zwischen Freitagmittag und dem Neujahrsmorgen rund 30 Grabsteine umgeworfen sowie Dekorationselemente und Pflanzen beschädigt worden, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft am Samstag mit.

Rassismus:
Angriff auf syrische Familie in Laim: Mann bewusstlos geschlagen

Ein Unbekannter hat am S-Bahnhof im Münchner Stadtteil Laim eine syrische Familie beleidigt und den Familienvater geschlagen. Der 58-Jährige ging ohnmächtig zu Boden. Der Täter hatte zuvor die 54-jährige Ehefrau des Opfers und die 30-jährige Tochter angegriffen, angespuckt und beleidigt. Die Familie stammt aus Syrien. Die Bundespolizei vermutet ein rassistisches Motiv.

Rassismus:
Tritte gegen Kopf und Körper: Mann am Ostbahnhof in München brutal zusammengeschlagen

Ein 28-jähriger Syrer wurde am 01.01.2022 gegen 1.40 Uhr am Ostbahnhof von einem Unbekannten attackiert und schwer verletzt. Der Syrer musste nach dem Angriff ins Krankenhaus gebracht werden. Passanten kümmerten sich nicht um den am Boden Liegenden. Aufzeichnungen zeigen, dass die beiden Männer zunächst in eine verbale Auseinandersetzung gerieten, sich dann prügelten. Der Syrer ging zu Boden und wurde von seinem Widersacher mit Fußtritten gegen Kopf und Körper malträtiert.

Rassismus:
Berlin-Kreuzberg: Mann schlägt im Imbiss zwei Kindern ins Gesicht

Ein noch unbekannter Mann hat in einem Imbiss in Berlin-Kreuzberg zwei Kinder geschlagen. Die beiden zwölf und 13 Jahre alten Jungs hatten am Samstagnachmittag im „Köfte City“ am Mehringdamm gesessen und etwas gegessen. Laut Aussagen der Kinder sei dann ein Kunde, der in Begleitung einer Frau war, an ihren Tisch gekommen und habe sie beide ins Gesicht geschlagen. Anschließend sei der gewalttätige Gast in einen Mercedes gestiegen und auf dem Mehringdamm in Richtung Süden davongefahren. Laut ersten Erkenntnissen habe der Schläger die Kinder zuvor gefragt, ob sie Türken oder Araber seien.

Rassismus:
St. Wendel: Rassistischer Angriff gegen 19-jährigen Syrer in der Silvesternacht

An einer Shell-Tankstelle in der Linxweilerstraße in St. Wendel wurde syrischer Staatsangehöriger gegen 21.15 Uhr an Silvester aus mutmaßlich rassistischen Motiven angegriffen und verletzt. Wie die Polizei mitteilt, hat ein junger Mann den 19-jährigen Syrer zuerst als „Kanacke“ beleidigt und anschließend mit dem Unterarm auf die Nase geschlagen.

Verschwörungsideologien:
Gewalt bei den Pandemieleugner:innen-Aufmärschen am 03.01.2021

  • Baden-Württemberg: Friedrichshafen
  • 3.000 Demonstrierende, Polizeikette durchbrochen (SWR).
  • Hessen: Fulda 
  • Die Polizei löste am Abend eine Ansammlung von Gegner:innen der aktuellen Corona-Maßnahmen auf. Dabei habe ein Versammlungsteilnehmer die Einsatzkräfte angegriffen. Die Beamt:innen hätten Pfefferspray eingesetzt, die Person sei festgenommen worden (Tagesspiegel).

 

  • Mecklenburg-Vorpommern: Rostock 
  • Todesdrohungen gegen Ministerpräsidentin Manuela Schwesig in der Telegram-Gruppe „Querdenken 381 Rostock“. Ein Nutzer schreibt: „Sie wird abgeholt, entweder mit dem Streifenwagen, mit dem Krankenwagen in Jacke oder mit dem Leichenwagen, egal wie sie wird abgeholt“ Dazu zeigte die Person ein Foto mit Manuela Schwesig und Melinda Gates. Das LKA ermittelt. Kommentar des Rostocker Sozialsenator Steffen Bockhahn (Linke), der auf die Drohung aufmerksam machte: „Der Text spricht für sich. Wer da mitläuft, toleriert das. Volle Solidarität mit Manuela Schwesig.” (docmz)

 

  • Sachsen: Freiberg 
  • In Freiberg durchbrachen rund 500 Demonstrant:innen gewaltsam eine Polizeisperre und zogen in kleineren Gruppen durch die Stadt (mdr), Thread auf Twitter).

 

  • Sachsen: Lichtenstein bei Zwickau 
  • In Lichtenstein bei Zwickau hatte sich in einen Pulk von etwa 200 Demonstrant:innen eine Gruppe von etwa 60 gewaltbereiten jungen Leute gemischt. Man habe sie separiert, um ihre Identität festzustellen, hieß es. „Diese widersetzten sich mit mehreren Durchbruchsversuchen der polizeilichen Maßnahme und griffen die Beamt:innen massiv an. Darüber hinaus versprühten Teilnehmer:innen Reizstoffe gegen die Einsatzkräfte. Eine Person versuchte, einem Beamten die Dienstwaffe zu entreißen, und ein Polizist erlitt eine Bissverletzung durch einen Teilnehmer der Versammlung“, teilte die Polizeidirektion mit. Insgesamt seien 14 Beamte:innen verletzt worden (mdr, YouTube).

 

  • Sachsen: Liebertwolkwitz 
  • 100 Menschen ziehen mit Fackeln durch den Ort. Unter ihnen laut Augenzeugenberichten zahlreiche Personen aus der rechtsextremen Szene, die auch den Hitlergruß zeigten (L-IZ).

 

  • Sachsen: Leipzig
  • 150 Querdenkende sehen sich rd. 60 Gegendemonstrant:innen gegenüber. Es kommt zu mehreren gewalttätigen Auseinandersetzungen. Die Polizei ist unterbesetzt, konzentriert sich auf „Trennung der zwei Lager“, statt die unerlaubte Versammlung zu beenden (L-IZ).

 

  • Sachsen-Anhalt: Magdeburg
  • Bei einer Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen in Magdeburg haben die Teilnehmer:innen am Abend versucht, eine Polizeiabsperrung zu durchbrechen. Dabei kam es teils zu gewaltsamen Auseinandersetzungen. Die Polizeiinspektion der Landeshauptstadt sprach von durchbrochenen Polizeiketten, Flaschenwürfen auf Beamt:innen und gezündeter Pyrotechnik. Die Polizei teilte dem MDR mit, rund 2.500 Menschen hätten an der Demonstration teilgenommen (mdr).

 

  • Thüringen: Erfurt 
  • Es kam teils zu Rangeleien, „aggressiven Auftreten“ einiger Demonstranten und „verbalen Attacken“ zwischen zwei Gruppen. In Erfurt setzten die Beamten deshalb Pfefferspray ein.

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