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Umfragen und Studien Warum wählen Menschen die AfD? Teil 2

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AfD-Protest, 2016 (Quelle: flickr.com - CC BY-NC-ND 2.0)

Wenn wir Reaktionen von Politiker*innen und journalistischen Kommentator*innen betrachten, sehen diese die Motivation zur AfD-Wahl vor allem in der Politik der Ampel-Regierung begründet. Viele geben also den demokratischen Parteien Schuld, Politik nicht attraktiv und nachvollziehbar genug zu gestalten. Die AfD-Wähler*innen begründen ihre Entscheidung größtenteils mit Rassismus und dem Gefühl, selbst nicht gesehen zu werden, was aber wieder in Rassismus mündet. Rechtsradikale Richtung – egal, was vorher behauptet wird.

Heute: Expert*innen-Meinungen, aktuelle Studien und Umfragen

Expert*innen-Interviews

Thomas Krüger, Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung (Rheinische Post, RND)

  • „Ich warne davor, die Wahl der AfD noch als Protest zu begreifen.“
  • Die Wählerinnen und Wähler wollen diese Partei, darin besteht der Ernst der Lage.“
  • „In Teilen der Gesellschaft haben sich bestimmte Positionen etabliert, die mit demokratischen Prinzipien unvereinbar sind. Die AfD ist ein erfolgreiches Radikalisierungskollektiv.
  • „Relativ gut situierte Bürgerinnen und Bürger in einem sehr kleinen Landkreis sind der Meinung, dass rassistische, antisemitische und menschenfeindliche Positionen von einer vorrangig von Westdeutschen repräsentierten und in Teilen rechtsextremen Partei salonfähig gemacht werden.“
  • Die AfD hat keine Lösungen, sondern zelebriert Zerstörung: „Hier tritt eine Partei auf den Plan, die die anstehende Transformation ins 21. Jahrhundert systematisch denunziert und für den Erhalt einer Welt eintritt, die es so nie gegeben hat.

Ilko-Sascha Kowalczuk, Historiker (taz)

  • “Es gibt diese problematischen Tendenzen schon sehr lange – wir sehen sie ungebrochen seit den 1990er Jahren. Wir haben nur versucht, uns das schönzureden und es zu verharmlosen.
  • In jeder Gesellschaft gibt es autoritäre Tendenzen – egal welches politische System – ich schätze, ein Fünftel bis ein Viertel der Gesellschaft ist überhaupt nicht erreichbar.”
  • “AfD-Wähler als arme, verirrte Bürger? Das stimmt nicht: Wer Nazis wählt, ist ein Nazi.”
  • “Warum Führer-Wunsch? Die meisten Ostdeutschen erleben gerade ihre zweite große Transformationswelle. Für viele Westdeutsche ist die Digitalisierung der Welt die erste große Erfahrung dieser Art. In solchen Zeiten sehnt man sich nach zwei Dingen: nach Sicherheit und nach der Vergangenheit – dabei ist es übrigens scheißegal, wie gut oder schlecht diese war.”
  • “Die „starke Hand“ als „Lösung“, Rassismus als „Lösung“: „Wir kennen das aus der Geschichte: Man versucht, Gegenwartsprobleme abzuwälzen auf andere Gruppen.“”
  • “Im Westen haben die Auschwitz-Prozesse und die 68er-Bewegung zu einer harten gesellschaftlichen Aussprache geführt. Natürlich sind dadurch in der BRD mitnichten alle plötzlich zu Demokraten geworden, aber die Debatte führte doch zur Herausbildung einer starken Zivilgesellschaft, die es im Osten nicht gab, nicht gibt.“
  • “Die autoritären Kontinuitäten, die zum Faschismus führten, bleiben, wenn es keine öffentliche Auseinandersetzung gibt, sondern nur Entlastungsstrategien wie „DDR-Bürger gleich Antifaschist“.
  • “Es führte dazu, dass das Faschistische (…) im Unterholz vital blieb: Auf Schulhöfen, in Kneipen oder im Arbeitskollektiv waren diese Einstellungen immer abrufbereit. (…) Die Tabuisierung des Faschismus reizte dazu.”
  • “Es gab keine Demokratieschulung im Osten. So etwas wie Re-Education in Westdeutschland durch die Amerikaner fehlte. Alle glaubten nach dem Mauerfall, Demokratie und Freiheit seien selbsterklärend und alle würde das freie Leben mit wehenden Fahnen akzeptieren. Das ist mitnichten so. Im Osten wurde die Freiheit zwar in den 90ern kurz hochgehalten, aber derzeit ist dieser Wert im Sinkflug.“

Klaus Dörre, Soziologe  (Spiegel)

  •   „Die AfD bedient das Bedürfnis nach Anerkennung. Hier fühlen sich viele gleich dreifach abgewertet und missachtet: als Arbeiter, als Ossi, inzwischen auch als Mann. Rechtsradikale werten sie auf, als Deutsche und Patrioten, als Angehörige einer Volksgemeinschaft, nicht einer Klasse.“
  • „Sie definieren die soziale Frage um, nicht mehr als Konflikt zwischen Unten und Oben, Arbeit und Kapital – sondern zwischen Innen und Außen: Die Eindringlinge – Geflüchtete und andere Migranten – beanspruchen laut dieser Erzählung unser Volksvermögen, die müssen raus. Irgendwelche sinistren internationalen Zirkel haben den Klimawandel erfunden und wollen unsere deutsche Industrie zerstören.“
  • „Rechtsradikale Ansichten finden Sie bundesweit, das ist sicher kein Alleinstellungsmerkmal des Ostens. Aber anders als im Westen gibt es hier inzwischen ein gesellschaftliches Umfeld, in dem man sich offen zu diesen Ansichten bekennen kann, im Bewusstsein, den Common Sense zu artikulieren, in der Mehrheit zu sein – auch wenn das oft gar nicht stimmt.“
  • Die Gewerkschaften könnten diese Menschen noch erreichen, seien aber im Osten schwächer als im Westen und hätten mit rechtspopulistischen Mitglieder zu kämpfen – trotz antifaschistischem Grundkonsens. Diese könnten sie aber auch nicht hinauswerfen, weil sie dann noch mehr Einfluss verlören.

Wilhelm Heitmeyer, Gewaltforscher (tz)

  • Man muss sich schon große Sorgen machen, vor allem mit Blick auf die Landtagswahlen. Die Wahl des Bürgermeisters und des Landrates sind Symptome einer Normalisierung.
  •  Es ist deshalb notwendig, dass man die AfD nochmal genauer in das gesamte rechte Spektrum einordne: Autoritäre Lebensweise, starke Führung, dichotomes Weltbild, nationalistisch, Überlegenheitsfantasien der deutschen Kultur, Deutsch-Sein als Identitätsanker, radikal in Kommunikations- und Mobilisierungsstil, durchzogen von gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit (er nennt es: „Autoritären Nationalradikalismus“).
  • Die AfD profitiere von Krisen, Kontrollverlusten und Konflikten: „Die traditionellen Instrumente in der Politik, um Krisen zu bewältigen, funktionieren an vielen Stellen nicht mehr. Zudem sind die Zustände vor den Krisen nicht wiederherstellbar. Teile der Bevölkerung erleben deshalb Kontrollverluste über ihre Biografie. An der Stelle setzt dann die AfD an.“
  • „Die AfD gewinnt gerade in Ostdeutschland bei den autoritär sozialisierten Menschen, die in einen Kontext des Kontrollverlustes hineingeraten sind. Das sind Menschen, die aufgrund der Wende viele Brüche in ihrer Lebensbiografie und oft Anerkennungsverluste erfahren haben. Für diese Menschen ist es attraktiv, wenn die Wiederherstellung von Kontrolle propagiert wird. Die zweite Gruppe sind ehemalige Nichtwähler, denen das Vertrauen in die Demokratie fehlt. Die AfD hat es geschafft, viele von ihnen aus der wutgetränkten Apathie zu holen. (…) Zur dritten Gruppe zählt die Arbeiterschaft, bis hin zu Gewerkschaftsmitgliedern. Die vierte Gruppe ist eine, die einem besonders Sorgen machen muss, die rohe Bürgerlichkeit. Hinter einer glatten bürgerlichen Fassade verbirgt sich ein Jargon der Verachtung. (…) Bei diesen vier Gruppen erfahren die etablierten Parteien nicht ausreichend Resonanz, weil diese Gruppen den Eindruck haben, dass sie nicht hinreichend wahrgenommen werden. Wer nicht wahrgenommen wird, ist ein Nichts.“
  • „Der Punkt ist, dass die Identitätsfrage, also das Deutschsein, dadurch [durch Statusverlust] bedeutend wird. Es kann in der Lebensbiografie alles verloren gehen, der Job, die Familie, aber eins kann einem nicht genommen werden: das Deutschsein. Hier setzt die AfD mit ihrer rabiaten Identitätspolitik an.“
  • Der Begriff „Protestwähler“ ist seit der Gründung der AfD eine ständige politische Beruhigungsformel, nichts anderes. (…) Dass die Menschen aus Enttäuschung gegenüber anderen politischen Parteien die AfD wählen, muss nicht unbedingt Protest heißen. Vielmehr läuft da ein Normalisierungsprozess. Den Leuten wird signalisiert, dass inzwischen jede Stimme für die AfD keine verlorene Stimme mehr ist.
  • Wir haben es seit den 90er Jahren mit einer Entwicklung zu tun, in der sich ein autoritärer Kapitalismus entwickelt hat, der riesige Kontrollgewinne aufweist, ob nun bei Standortfragen, sozialen Standards oder Wohlfahrtsfragen. Im Gegenzug hat die nationalstaatliche Politik in diesen Feldern riesige Kontrollverluste erlitten. Die Politik verlor also die Kraft oder auch den Willen, die soziale Ungleichheit zu bekämpfen, und das wird in der Bevölkerung natürlich wahrgenommen. Dem haben zurückliegende Regierungen und durchaus auch die parlamentarische Linke nichts entgegengesetzt.“

Zusammenfassend lässt sich also feststellen:

Für die Experten ist relativ klar:

  • In Ostdeutschland gibt es autoritäre Grundstimmungen, die seit dem Nationalsozialismus nie bearbeitet worden sind – sie wirken auch heute weiter (Ruf nach Führer, „Volksgemeinschaft“ mit „Volkswillem“, Wunsch nach Diktatur, um nicht mehr viel entscheiden zu müssen). Demokratie-Erziehung gab es nicht – so ist Demokratie mit ihren Werten, aber auch (Beteiligungs-)Prozessen auch nicht gelernt worden.
  • Biographien mit vielen Brüchen führen dazu, dass Menschen sich schneller als entwertet und in Frage gestellt fühlen – und offen sind für Akteur*innen wie die AfD, die ihnen Kontrolle versprechen –auch wenn völlig unklar ist, wie das real geschehen sollte.
  • Rassismus ist tief verankert und so erscheinen rassistische Problemlösungsformeln wie das Ausweisen von Migrant*innen aus Deutschland überzeugend, obwohl sie Probleme in den Regionen eher verschlimmern würden als verbessern.

Umfragen und Studien

Else Frenkel-Brunswik Institut, Studie „Autoritäre Dynamiken und Unzufriedenheit mit der Demokratie – Die rechtsextreme Einstellung in den Ostdeutschen Bundesländern“ (Juni 2023), vgl. libmod, t-online, belltower.news

  • Die Studie zeigt, dass populistisches und antidemokratisches Denken bis in die bürgerliche Mitte der Gesellschaft vertreten sind.
  • Autoritarismus, Nationalismus und Rassismus sind in Ostdeutschland stark ausgeprägt.
    • 8,6 % befürworten Diktaturen.
    • 26 % wollen nur eine starke Partei, die „die Volksgemeinschaft“ verkörpere, weitere 24 % stimmen latent zu. (insgesamt 50 %)
    • 14 % wollen einen Führer, zusätzliche 19 % stimmen latent zu. (insgesamt 33 %)
  • Neo-NS-Ideologie:
    • Sozialdarwinismus (Recht des Stärkeren):  12 % ja, 22 % eher ja. (insgesamt 24 %)
    • Antisemitismus: 11 % „die Juden haben zu viel Einfluss“, 22 % eher ja (ingesamt 33 %)., 8,9 % „Juden und üble Tricks“, 19 % eher ja (insgesamt 27,1%)
    • Chauvinismus und Rassismus = Ethnozentrismus
      • 60 %: Starkes Nationalgefühl
      • 70 % latenter oder manifester Rassismus
      • 40 %: Ausländer wollen nur den Sozialstaat ausnutzen.
      • Dabei ist die Zustimmung zu latenten und offen rechtsextremen Einstellungen seit 20 Jahren konstant – sie wird nur sichtbarer.
  • Die Studienautoren erklärten den aktuellen Erfolg der AfD mit zunehmenden Krisenerfahrungen.
  • Viele Menschen mit rechtsextremen Einstellungen waren früher in CDU und SPD, jetzt wählen sie offen AfD, weil die AfD jetzt ein politischer Akteur ist, den zu wählen tatsächlich einen politischen Effekt haben könne und dessen Wahl damit Sinn mache.
  • Politische Deprivation:
    • 77,4% glauben, sie hätten keinen Einfluss darauf, was die Regierung tue.
    • 64,4 %: Es ist sinnlos, sich politisch zu engagieren.
  • Autoritäres Syndrom:
    • 15,3 % wollen sich autoritär einer starken Führungsperson unterwerfen.
    • 32 % zeigt autoritäre Aggression (Wut auf „die da oben“).
    • 34,8 % Verschwörungsmentalität.
    • Wenig Bereitschaft, sich in demokratische Aushandlungsprozesse zu begeben.
    • Wunsch nach einer homogenen Gesellschaft, in der keine Debatten nötig sind, weil es einen „Volkswillen“ gibt.
  • Neo-NS-Ideologie (Befürwortung einer Diktatur, Antisemitismus, Sozialdarwinismus, Verharmlosung des NS) und Ethnozentrismus (Chauvinismus, Rassismus) sind erwartungsgemäß vor allem bei AfD-Wähler*innen vertreten.
  • Unter den AfD-Wähler*innen äußerten sich zwei Drittel explizit rassistisch.
  • Zur Hälfte befürworteten sie die Haltung, dass Deutschland sich in allen Belangen rücksichtslos durchsetzen sollte – was sich als eine Art bundesdeutsche Version von Trumps „America First“-Ideologie interpretieren lässt.
  • Von den Leuten mit einem geschlossenen rechtsextremen Weltbild (7,1% der Befragten) gehen nur gut zwei Drittel wählen (62,7 %). Davon wählen 57,8 Prozent die AfD. 21,7% sind Nichtwähler*innen und könnten noch mobilisiert werden.
  • 35 Prozent der Befragten sprachen sich ganz oder teils dafür aus, dass sich in der Gesellschaft immer der Stärkere durchsetzen solle, „so wie in der Natur“.
  • Jeder Zehnte hält die Deutschen außerdem für ein „von Natur aus überlegenes Volk“ und glaubt, es gebe „unwertes Leben“ – einst der Grundpfeiler der Euthanasiemorde im Nationalsozialismus.
  • Am stärksten ausschlaggebend für rechtsextreme Einstellungen seien die Neigung, Verschwörungserzählungen zu glauben und die existierende Demokratie abzulehnen.
  • Auch die Identifikation als Ostdeutscher und das Gefühl, ein Verlierer der Wende zu sein, hätten etwas mit dem Entstehen einer rechtsextremen Einstellung zu tun.
  • 73,5 Prozent der AfD-Wähler*innen sind generell bereit, hinter gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen ein absichtlich böses Handeln einflussreicher und geheimer Gruppen zu vermuten. (andere Parteien zwischen 37 Prozent (FDP) und 18,1 Prozent (Grüne)).

Sachsen-Anhalt-Monitor (mdr)

Den Sachsen-Anhalt-Monitor veröffentlicht die Landeszentrale für politische Bildung alle 2 Jahre: Erstellt wird die Untersuchung vom Zentrum für Sozialforschung Halle e.V.

  • In Sachsen-Anhalt sind immer mehr Menschen mit der Politik und der Funktionsweise des politischen Systems unzufrieden.
  • Nur noch 36 %der Sachsen-Anhalter finden, dass es in Deutschland gerecht zugeht (20 % weniger als 2020)
  • Nach der CDU rechnen die Befragten des Monitors vor allem der AfD die Kompetenz zu, drängende Probleme lösen zu können.
  • Die Sorgen und Nöte der Menschen haben mit Beginn des Ukraine-Krieges zugenommen.
  • Über die Hälfte der Menschen in Sachsen-Anhalt finden, dass die politischen Entscheider*innen die Wünsche der Bevölkerung weitgehend ignorieren. Nur sieben Prozent der Befragten fühlt sich abgeholt.
  • 97 Prozent der Menschen sehen weiterhin die Demokratie als beste Staatsform.
  • Nur ein Drittel findet, dass die Demokratie in ihrer derzeitigen Form gut funktioniert, 64 % sind unzufrieden (25 % mehr als 2020).
  • 35 % vertrauen der Landesregierung, 20 % vertrauen der Bundesregierung.
  • Als wesentliche Probleme werden die Themenfelder „Wirtschaft und Finanzen“, „Arbeit und Bildung“ sowie auf Platz drei „Flüchtlinge, Migranten und Zuwanderung“ genannt.
  • Seit Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine fürchten mehr Menschen um die wirtschaftliche Situation in Sachsen-Anhalt, nur noch 26 % beschrieben sie als positiv.

Umfrage ARD-Deutschlandtrend (vgl. t-online)

  • Die Mehrheit der Wahlberechtigten, die mit der AfD liebäugeln, sind von der Partei nach eigener Aussage nicht überzeugt (nämlich zwei Drittel der AfD-Sympathisant*innen).
  • Stattdessen gehe es ihnen um einen Denkzettel für die Regierungsparteien.
  • Nur 32 Prozent der Befragten, die ihre Stimme der AfD geben würden, geben an, dies aus Überzeugung tun zu wollen.
  • Als Motiv für die AfD-Präferenz nennen Menschen die Zuwanderungs- und Migrationspolitik in Deutschland (vor Energiepolitik, Umweltpolitik, Klimapolitik, Wirtschaftspolitik).
  • Sie wollen also Rassist*innen sein und sich nicht um die Zukunft des Planeten Erde kümmern.
  • Die AfD verfolge dafür „das Ziel einer Einheit von Staat und Volk nach ihren national-völkischen Vorstellungen“ und unterscheide „Menschen nach rassistischen Kategorien in ihrer Wertigkeit„. Wer aus Sicht der AfD trotz deutscher Staatsangehörigkeit nicht als Deutscher gelte, verfüge nach Ansicht der Partei auch über keine Grund- und Menschenrechte. Dies sei eine Gefahr für die freiheitlich rechtsstaatliche Demokratie, mahnt das Deutsche Institut für Menschenrechte.

ZDF-Politbarometer: (t-online)

  • Ein knappes Drittel der Bevölkerung in Deutschland sieht die AfD laut dem jüngsten ZDF-Politbarometer inzwischen als normale demokratische Partei (32 %).
  • Noch 65 % bejahen, dass von ihr eine Gefahr für die Demokratie in Deutschland ausgeht.
  • 78 % aller Befragten gehen davon aus, dass rechtsextreme Ansichten in der AfD weit verbreitet sind. Aber nur 18 Prozent der AfD-Anhängerschaft meint dies.

Zusammenfassend lässt sich also feststellen:

Untersuchungen und Umfragen zeigen ein deutliches Bild:

  • AfD-Sympathisant*innen wählen die AfD größtenteils, weil sie ein rassistisches, nationalistisches, chauvinistisches, rechtsextremes Weltbild teilen. Vor allem Rassismus wird an jeder Stelle als treibender Motor benannt, aber auch eine Grund-Unzufriedenheit mit der Art und Weise, wie Demokratie aktuell in Deutschland gelebt wird.
  • Unangenehm die Angaben der AfD-Wähler*innen, dass sie die AfD nicht aus Überzeugung, sondern aus Trotz wählen – bestenfalls ist das ein Versuch der Selbstverharmlosung, schlimmstenfalls ein ahnungsloses Spiel mit der Demokratie, das gerade für die als Feindbilder benannten Gruppen fatale Folgen haben kann.
  • Dass dagegen viele AfD-Wähler*innen ihre Partei nicht für rechtsextrem halten, zeigt vor allem die Normalisierung dieses Gedankenguts, die sich in AfD-Wähler-Kreisen schon vollzogen hat.

Aber welche Gegenstrategien lassen sich aus diesen Erkenntnissen entwickeln? Dazu bald mehr!

 

Das Titelbild wird unter Creative Commons Lizenz CC BY-NC-ND 2.0 veröffentlicht.

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