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10. Juni 2008 … nach dem Rechten sehen

Nach den Kommunalwahlen in Sachsen will die CDU mit einem neuen Konzept gegen die NPD vorgehen, die in Klagenfurt festgenommenen rechtsextremen Hooligans bleiben straffrei, und in Berlin demonstrieren mehr als 1000 Menschen gegen einen homophoben Überfall.

 

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Thema in allen Zeitungen sind nach wie vor die Erfolge der NPD bei den Kommunalwahlen in Sachsen. Obwohl die Rechtsextremen etwas schlechter als bei der Landtagswahl 2004 abgeschnitten haben, sind sie jetzt erstmals in allen zehn sächsischen Kreistagen vertreten, schreibt Spiegel Online. Die CDU will nun mit nicht näher beschriebenen ?maßgeschneiderten Lösungen? in den NPD-Hochburgen Überzeugungsarbeit leisten und den rechtsextremen Vormarsch stoppen. ?Wir haben gute Chancen, die NPD das nächste Mal aus dem Landtag zu vertreiben?, sagte CDU-Generalsekretär Michael Kretschmer der Netzeitung.

Die bei der Fußballmeisterschaft in Klagenfurt festgenommenen rechtsextremen Hooligans werden nicht wegen Volksverhetzung angezeigt. Die rund 140 Rechtsextremen hatten Nazi-Parolen wie „Alle Polen müssen einen gelben Stern tragen“ gerufen, um polnische Fans zu provozieren. Zwar sieht das österreichische Strafgesetzbuch für derartiges Verhalten grundsätzlich bis zu zwei Jahre Haft vor, das Kärntner Landespolizeikommando hat allerdings von einer Anzeige wegen Verhetzung Abstand genommen, berichtet der Österreichische Rundfunk.

In Berlin kam es in der Nacht zu Sonntag zu einem homophoben Übergriff auf eine Gruppe von Drag-Queens. Eine Gruppe Männer sprang aus drei Autos und griff die jungen Frauen an. Es gab mehrere Verletzte. Wie die taz schreibt sprechen Augenzeugen von den Tätern als Männer türkischer Herkunft und stellen einen Zusammenhang zu den rechtsextremen, türkischen ?Grauen Wölfen? her. Der Polizeiliche Staatsschutz hat die Ermittlungen übernommen. Gestern Abend demonstrierten in Berlin spontan mehr als 1000 Menschen gegen die Gewalttat.

Kroatiens Nationaltrainer Slaven Bilic hat offensichtlich in der Kabine seines Teams ein Lied des umstrittenen ultra-nationalistischen Sängers Thompson abgespielt. ?Ich habe gesehen, dass meine Spieler unzufrieden waren. Da habe ich einen Kassettenrekorder aufgestellt und gesagt: Ihr müsst singen. Wir haben doch gewonnen!?, sagte der frühere Bundesliga-Profi TZ-Online. Thompson alias Marko Perkovic gilt als rechtsextremer Hardliner. Ein ursprünglich für den 11. Mai geplantes Konzert in Zürich wurde mit einem Verweis auf die Gefährdung der öffentlichen Ordnung abgesagt. Bei früheren Auftritten wurde von den Besuchern häufig eine Geste gezeigt, die dem Hitler-Gruß ähnlich ist.

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