Weiter zum Inhalt

12.03.2009 … Nach den Rechten sehen

Holocaustleugner Horst Mahler muss noch einmal fünf Jahre ins Gefängnis, Pforzheimer Schüler wegen Antisemitismus suspendiert, der NPD darf nicht verboten werden, im Rahmen des geltenden Rechts rassistisch sein.

 

Die tägliche Presseschau auf netz-gegen-nazis.de

Nun, das wird vielleicht kein schöner Lebensabend für den notorischen Antisemiten und Holocaustleugner Horst Mahler. Der 73-jährige Anwalt wurde gestern vom Landgericht Potsdam wegen Volksverhetzung zu fünf Jahren Haft verurteilt. Es ist nicht Mahlers einzige Haftstrafe: Erst Ende Februar hatte ihn das Landgericht München zu sechs Jahren Haft verurteilt, ebenfalls wegen Volksverhetzung, berichtet der stern.

In Pforzheim sind jetzt zwei Schüler eines Gymnasiums suspendiert worden, weil sie einen jüdischen Mitschüler zwei Jahre lang antisemitisch angegangen hatten. Jetzt fühlt sich besonders ein Schüler ungerecht behandelt, der auch Kontakt zur lokalen rechtsextremen Szene hat, und klagt gegen die Suspendierung, berichtet die Pforzheimer Zeitung.

Darf man der NPD per Mietvertrag Rassismus verbieten? Parteienrechtler Martin Morlok meint in der taz: Leider nicht, so lange es keine Äußerungen sind, die gegen geltendes Recht verstoßen. Die NPD Berlin will gegen einen entsprechenden Mietvertrag klagen, der ihrem Landesparteitag einige spezifische Ideologiefragmente abnehmen wollte (auch taz).

Es ist schade, wenn Schüler keine Nachrichten verfolgen. Die Mitglieder der Schüler-Union Nordrhein-Westfalen hätten dann etwa festgestellen können, dass im Januar Tschibo und Esso viel öffentlichen Ärger bekamen, als sie mit dem Spruch „Jedem das Seine“ werben wollten – der aber auch über dem Eingang des Konzentrationslagers Buchenwald hängt und sich seither eigentlich selbst verbietet. So musste die Mutterpartei CDU eingreifen, als die Schüler gegen sich gegen Gemeinschaftsschulen engagierten mit dem Motto „Nicht jedem das Gleiche, sondern jedem das Seine„. (spiegel online)

Darf in Deutschland wieder der Völkische Beobachter und andere Nazizeitungen am Kiosk liegen – oder nicht? Diese Frage versucht seit gestern das Landgericht München zu klären, berichtet der Bayerische Rundfunk. Peter McGee, Verleger der „Zeitungszeugen“ und das bayerische Finanzministerium streiten sich darum.

In Blankenhein bei Weimar ist bereits zum dritten Mal in zwei Wochen eine Asia-Imbiss und seine Mitarbeiter aus rassistischen Gründen angegriffen worden, berichten die Yahoo News.

Proteste gegen rechtsextreme Veranstaltungen werden geplant in
Berlin zum 14.03. (Landesparteitag)
Saarbrücken zum 14.03. (Demo zum Jahrestag der Zerstörung Zweibrückens 1945)
Lüneburg zum 11.04. (rechtsextremer Aufmarsch)

Belltower.News macht gemeinnützigen Journalismus, denn wir klären auf und machen das Wissen von Expert*innen zu Antisemitismus, Rassismus und
Rechtsextremismus und allen anderen Themen der Amadeu Antonio Stiftung für alle zugänglich.
Unsere Reportagen, Recherchen und Hintergründe sind immer frei verfügbar und verschwinden nie hinter einer Paywall. Dafür brauchen wir aber auch deine Hilfe.
Bitte unterstütze unseren Journalismus, du hilfst damit der digitalen Zivilgesellschaft!

Weiterlesen

frankfurter-erklaerung-in-solidaritaet-mit-den-betroffenen-rechter-rassistischer-und-antisemitischer_1549276309_desktop

NSU.2.0 & Anschläge auf linke Häuser Die „Frankfurter Erklärung“ als Zeichen gesellschaftlicher Solidarität

In den letzten Wochen wurde die Anwältin Seda Başay-Yıldız massiv bedroht, eine Serie politisch motivierter Brandstiftungen richtete sich gegen linke Wohnprojekte im Rhein-Main-Gebiet. Mit der „Frankfurter Erklärung in Solidarität mit den Betroffenen rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt“  stärken zivilgesellschaftliche Organisationen die Betroffenen.

Von
2017-11-22-Amadeu-Antonio-Preis-jüdische-Konzerte

Nominiert für den Amadeu Antonio Preis 2017 – Schülergesprächskonzerte der Neuen Jüdischen Kammerphilharmonie Dresden

Mit speziell dafür geschaffenen Programmen sollen junge Zuhörer an die vergessene Musik jüdischer Komponisten herangeführt werden. Michael Hurshell ist Dirigent und künstlerischer Leiter des Projekts. Gemeinsam mit einigen Musikern gründete er die Neue Jüdische Kammerphilharmonie Dresden, die in diesem Jahr ihr zehnjähriges Jubiläum feiert. Vor fünf Jahren entstand die Idee, neben den normalen Konzerten auch politische Bildungsarbeit für Schüler_innen zu leisten. Aus der Verknüpfung von Bildung und Musik entstanden die sogenannten Schülergesprächskonzerte.

Von
2018-02-13-blumio

Counter Narrative-Videos Lieber pro Toleranz als anti Extremismus

Weil Nazis und Islamisten mit Online-Videos viele Jugendliche zu erreichen drohen, gibt es auch viele Video-Kampagnen gegen Rechtsextremismus oder Islamismus.…

Von

Schlagen Sie Wissenswertes in unserem Lexikon nach.