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13. Juni 2008 … Nach dem Rechten sehen

Ein geplantes NPD-Schulungszentrum in Brandenburg wird eine Festung, in Stralsund geht ein Mann mit Hakenkreuz-T-Shirt einkaufen und in Italien tobt der Streit um die Ehrung für einen Faschisten.

 

Die tägliche Presseschau von Netz-gegen-Nazis.de

Das ehemalige Flüchtlingsheim in Biesenthal (Brandenburg), das die NPD als Schulungszentrum gemietet hat, wird offenbar festungsartig abgeriegelt, berichtet der Tagesspiegel. Sicherheitsexperten vermuten, dass die Rechtsextremen dort einen Stützpunkt für Kommunalwahlen im Herbst 2008 planen. Und die Neonazimusikszene will dort Konzerte veranstalten.

Unbekannte haben in Berlin-Wilmersdorf insgesamt 29 „Stolpersteine“ zur Erinnerung an NS-Opfer beschädigt, meldet der Polizeireport. Die Gedenksteine wurden gezielt mit weißer Farbe übergossen. Der Polizeiliche Staatsschutz hat die Ermittlungen übernommen.

Mit einem Hakenkreuz-T-Shirt bekleidet ist ein Mann in Stralsund (Mecklenburg-Vorpommern) zum Einkaufen gegangen, berichtet das Internetportal ?Endstation Rechts?. Die Polizei, die von einem Zeugen informiert wurde, nahm den betrunkenen 38-Jährigen vorläufig fest. Bei seiner Durchsuchung wurden zudem zwei Sticker mit einem Hakenkreuz und SS-Runen gefunden.

Über den Streit um die öffentlichen Ehrungen für den italienischen Faschisten Giorgio Almirante berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Almirante war Mitgründer und bis 1988 Vorsitzender des Movimento Sociale Italian (MSI), das als politisches Auffangbecken für Anhänger des italienischen Diktators Benito Mussolinis diente. Nun soll in Rom eine Straße nach Almirante benannt werden. Die geplante Ehrung hat zu einer öffentlichen Debatte über Erinnerungskultur geführt.

Gegenaktivitäten

Zum Protest gegen einen Aufmarsch der NPD am Samstag in Zerbst (Sachsen-Anhalt) haben die Stadt, die Kirchen und mehrere Initiativen aufgerufen, meldet Yahoo News. Die Bürger sollten unabhängig von Parteizugehörigkeit und konfessionellen Bindungen gegenüber der NPD gewaltfrei „Farbe bekennen“, heißt es in einem Aufruf von Stadt und evangelischen Kirchen. Geplant sind Kundgebungen und ein Bürgerfest.

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