Weiter zum Inhalt

26. Juli 2008 … Nach dem Rechten sehen

Die rechtsextreme Szene in Templin (Brandenburg) wurde vergeblich von der Polizei überwacht, Anklage wegen Teilnahme an Rudolf-Heß-Gedenkmarsch und neue Ermittlungen gegen alte SS-Mitglieder. Die tägliche Presseschau von Netz-gegen-Nazis.de

 

Einen Schwerpunkt zum Mord an dem 55-jährigen Tischler in Templin durch zwei Neonazis bietet der Rundfunk Berlin-Brandenburg an. Darin kritisiert der Chef des Mobilen Beratungsteams gegen Rechtsextremismus in Brandenburg ?einen dramatischen Werteverlust in einigen Jugendszenen?. In einem Fernsehbeitrag wird zudem die rechtsextremme Szene in Templin untersucht. Der Tagesspiegel berichtet, dass schon seit mehreren Monaten Polizeispezialkräfte in Templin zur Bekämpfung der rechtsextremen Szene eingesetzt worden waren.

In Sachsen werden fünf Neonazis wegen ihrer Teilnahme an einem Rudolf-Heß-Gedenkmarsch angeklagt, berichtet die Frankfurter Rundschau. Gegen sie wird wegen Rechtfertigung der NS-Gewaltherrschaft ermittelt. Der Tatbestand war erst 2005 eingeführt worden. „Wahrscheinlich wird sich damit sogar bundesweit zum ersten Mal ein Strafgericht mit der Rechtfertigung der NS-Gewaltherrschaft als Tatbestand beschäftigen“, so der Dresdner Oberstaatsanwalt Jürgen Schär.

Am Wochenende werden 70 ehemalige Häftlinge das Konzentrationslager Flossenbürg besuchen und durch Bayerns Ministerpräsident Günther Beckstein empfangen, schreibt die Süddeutsche Zeitung. In dem KZ in der nördlichen Oberpfalz hatte es auch Massenerschießungen gegeben. Viele der Opfer waren sowjetische Kriegsgefangene.

Aufgrund eines polnischen Amtshilfeersuchens sucht die Polizei erneut nach ehemaligen Mitgliedern der SS-Brigade Dirlewanger, berichtet die Frankurter Rundschau. Die zentrale NS-Fahndungsstelle in Ludwigsburg will dazu das Landeskriminalamt Baden-Württemberg einschalten. Die SS-Brigade war an zahlreichen NS-Kriegsverbrechen beteiligt.


Ausland:

Italiens Regierung hat einen landesweiten Notstand wegen der steigenden Zahl von Einwanderern ausgerufen, berichtet der Tagesspiegel. In diesem Jahr hat sich die Zahl der Bootsflüchtlinge im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt. Die Opposition kritisiert das Vorhaben als ?Panikmache?.

Belltower.News macht gemeinnützigen Journalismus, denn wir klären auf und machen das Wissen von Expert*innen zu Antisemitismus, Rassismus und
Rechtsextremismus und allen anderen Themen der Amadeu Antonio Stiftung für alle zugänglich.
Unsere Reportagen, Recherchen und Hintergründe sind immer frei verfügbar und verschwinden nie hinter einer Paywall. Dafür brauchen wir aber auch deine Hilfe.
Bitte unterstütze unseren Journalismus, du hilfst damit der digitalen Zivilgesellschaft!

Weiterlesen

2018-05-28-brosch-nsu

Broschüre 2018 – NSU-Komplex Frauen im Umfeld des NSU

Auch wenn sie in der Ermittlungen nicht ernst genommen wurden gab es sehr viele weibliche Unterstützerinnen des NSU. Hier eine Übersicht, ein Auszug aus der Broschüre „Le_rstellen im NSU-Komplex: Geschlecht, Rassismus, Antisemitismus“ der Fachstelle Gender, GMF und Rechtsextremismus.

Von
pk-gesamt

Kompetenznetzwerk Rechtsextremismus Die Fünffach-Power gegen Hass

Die gesellschaftlichen Herausforderungen durch Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus wachsen. Hilfe für die Engagierten vor Ort bietet jetzt das „Kompetenznetzwerk Rechtsextremismus“,…

Von
20181029-Bolsonaro-1

Brasilien Die größte Demokratie Südamerikas hat ab Januar einen rechtsextremen Präsidenten

Jair Bolsonaro kündigt eine „Säuberung“ an, hetzt gegen Homosexuelle und Andersdenkende aber schwärmt für die Militärdiktatur. AfD-Vertreter gratulieren enthusiastisch zum Wahlsieg.

Von

Schlagen Sie Wissenswertes in unserem Lexikon nach.