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Schüßler, Sigrid

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Sigrid Schüßler war Bundesvorsitzende des RNF. 2013 geriet sie auch wegen ihrer Äußerungen im Zusammenhang mit der Affäre um den ehemaligen Bundesvorsitzenden der NPD, Holger Apfel innerparteilich massiv in Kritik. Im März 2014 gibt sie das Amt als RNF-Bundesvorsitzende auf und tritt zudem aus dem RNF aus. Sie kritisiert in einer Pressemitteilung nicht nur den RNF, sondern auch die NPD. Sie habe eine  „unterentwickelte Kommunikationskultur“ und ein „fehlendes Gespür für das politisch Wesentliche“.

Im August 2014 verklagte Schüßler den NPD Kreisverband Aschaffenburg/Miltenberg, weil dieser im letzten Europawahlkampf Plakate mit einer Fotografie von ihr gehängt habe, obwohl sie dies untersagt habe.

Sigrid Schüßler war stellvertretende Landesvorsitzende der NPD Bayern. Am 31.10.2014 tritt sie von diesem Posten zurück – gemeinsam mit dem Landesvorsitzenden Karl Richter. Grund ist die Verhaftung des stellvertretenden NPD Bayern-Landesvorsitzenden Sascha Roßmüller im Rahmen einer Bandidos-Razzia der Polizei, bei der es um gewalttätige Auseinandersetzungen im Rocker-Milieu ging. Richter will vor der „Bandidos-Falle“ parteiintern gewarnt haben.

Beim NPD-Bundesparteitag in Weinheim im November 2014 kandidiert Sigrid Schüßler überraschend als NPD-Bundesparteivorsitzende. Sie unterliegt Frank Franz, der 86 der 139 Stimmen erhielt, und Peter Marx, der 32 Stimmen erhält. Sie selbst erlangt nur 18 Stimmen.

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Sigrid Schüßler, „Nationale Kabarettistin“

Sigrid Schüßler aus dem nordbayerischen Karlstein entspricht keineswegs dem Bild des dumpfen, ungebildeten Neonazis: Fließend spricht sie mehrere Fremdsprachen, beherrscht verschiedene Musikinstrumente und erwarb 1995 ihr Diplom als Schauspielerin. Nach mehreren Engagements an großen Theaterbühnen macht sie sich 2004 selbständig mit ihrem eigenen Theater Hollerbusch. 2005 erhielt sie dafür den Aschaffenburger Existenzgründerpreis.

Was der Jury nicht bekannt war: Seit 2004 tourt Sigrid Schüßler als „Hexe Ragnar“ nicht nur durch verschiedene Grundschulen und Kindergärten, sondern trat auch im Kinderprogramm von NPD-Veranstaltungen auf. Die dreifache Mutter ist verheiratet mit dem wegen Waffenbesitz vorbestraften Falko Schüßler, einem ehemaligen Funktionär der verbotenen Freiheitlichen Arbeiterpartei sowie der ebenfalls verbotenen Wiking-Jugend. Weitere Auftritte bestritt sie mit ihem „Nationalen Kabarett“ bei der Gesellschaft für Freie Publizistik (GfP) – laut Verfassungsschutz die derzeit größte rechtsextreme Kulturvereinigung. Seit November 2008 sitzt sie im Landesvorstand der NPD Bayern.

Ihre Aktivitäten innerhalb der extremen Rechten wurden im Juni 2007 von AntifaschistInnen aufgedeckt und öffentlich bekannt gemacht: Nachbarn und Nachbarinnen des rechtsextremen Ehepaares wurden informiert, es gab Briefe an die Auftraggeber der „Hexe Ragnar“, und mehrere regionale Zeitungen berichteten. Sigrid Schüßler verlor dadurch nach eigenen Angaben eine große Zahl an Aufträgen. Zusammen mit der Sozialarbeiterin Iris Niemeyer gründete sie „Jeanne D.“ – eine „Selbsthilfegruppe für politisch verfolgte Frauen in Zeiten der BRD“. Anliegen des noch in der Gründung befindlichen Projekts ist die Vernetzung rechtsextremer Frauen, die wegen ihrer rechtsextremen Aktivitäten ihren Arbeitsplatz verloren haben. Dazu gehört auch die rechtliche Unerstützung – mithilfe einschlägiger Szeneanwälte.

 

Dieser Text wurde uns freundlicherweise zur Verfügung gestellt vom Deutschen Frauenrat. Er erschien zuerst in der Zeitschrift „Frauenrat. Ausgabe 6/2008: Gefährlich im Aufwind. Rechtsextreme Frauen.“ Kostenlose Probeexemplare des Heftes können Sie unter kontakt@frauenrat.de oder auf der Website des Deutschen Frauenrates bestellen: www.frauenrat.de bestellen.

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