Weiter zum Inhalt

07.04.2009 … Nach den Rechten sehen

NPD-Chef Voigt heute erneut vor Gericht, Freie Wähler schließen Landesverbände wegen Rechtpopulismus aus, keine NPD-Bürgermeister-Kandidaten in Anklam und Züssow.

 

Die tägliche Presseschau von netz-gegen-nazis.de

Die Mitteldeutsche Zeitung beschäftigt sich mit der Frage, warum die NPD weiter gefährlich bleibt: Weil sie auch trotz unverstellter radikalem Kurs weiter gewählt werden wird und weil die verschiedenen Strömungen, wenn es hart auf hart kommt, doch zusammenhalten werden. Desweiteren steht heute die nächste Prüfung für die NPD bevor: Der Prozess gegen Vorsitzenden Udo Voigt und Co. wegen des WM-Planers von 2006 geht heute vor dem Berliner Amtsgericht Tiergarten weiter.

Soviel zu Ordnung und Sauberkeit: In Berlin Reinickendorf wurden am Sonntag 25 Wohnungstüren mit Hakenkreuzen beschmiert. Den Zusammenhang mit dem im Bezirk stattfindenden Parteitag untersuche die Polizei noch, berichtet die Berliner Morgenpost, aber dazu kann wohl jeder seinen eigenen Schluss ziehen.

Die Bürgerbewegung „Freie Wähler“ trennt sich nach einem Bericht der taz von ihren Landesverbänden in Bremen und Brandenburg, weil diese Sammelbecken von Rechtspopulisten etwa aus der ehemaligen Schill-Partei seien.

Gut: In Anklam und Züssow werden am 07. Juni Bürgermeister gewählt und die NPD hat – recht überraschend – keine Kandidaten aufgestellt, berichtet der Nordkurier.

Während das Landgericht Neuruppin noch diskutiert, ob die Mörder des 55-jährigen Bernd K., schreiben sich die Angeklagten in der Haft „troie germanische Grüße“ mit der „Feldpost“, grüßen sich auch mit „Front Heil“ und verzieren das Briefpapier mit SS-Runen, berichtet der Tagesspiegel.

Radio Frei in Thüringen berichtet von rechtsextremen Graffitis als neuem Trend: In Erfurt haben zahlreiche Aufkleber in der Innenstadt für eine Internetseite geworben, die rechtsextreme Graffitis sammelt.

Der 1. Mai rückt näher und damit auch die Demoanmeldungen und Proteste dagegen. Aktuell kündigt die Stadt Mainz an, gegen eine angemeldete Neonazi-Demo vorgehen zu wollen (Yahoo Nachrichten). In Hannover ist man schon einen Prozess-Schritt weiter: Ein Rechtsextremer aus einer Creller Kameradschaft klagt gegen das Demoverbot der Stadt, berichtet Bild.de.

Humor ist bekanntlich, wenn man trotzdem lacht. In der Welt fordert ein Kolumnist in einer Glosse im Jargon der Wirtschaftsnachrichten eine erhöhte Staatsbeteiligung zur Rettung der NPD analog zu Opel, auch wenn festzuhalten ist: „Produkte wie ‚Holocaust-Lüge‘, ‚Herrenrasse‘ oder ‚Blut und Boden‘ fielen bei Warentests regelmäßig durch und bedienten nur einen Nischenmarkt aus strukturschwachen Verbrauchern.“

Belltower.News macht gemeinnützigen Journalismus, denn wir klären auf und machen das Wissen von Expert*innen zu Antisemitismus, Rassismus und
Rechtsextremismus und allen anderen Themen der Amadeu Antonio Stiftung für alle zugänglich.
Unsere Reportagen, Recherchen und Hintergründe sind immer frei verfügbar und verschwinden nie hinter einer Paywall. Dafür brauchen wir aber auch deine Hilfe.
Bitte unterstütze unseren Journalismus, du hilfst damit der digitalen Zivilgesellschaft!

Weiterlesen

2018-05-22-ds-titel-4

Ich erhebe Einspruch! – So arbeitet debate// mit pädagogischer Counter Speech

Digital Streetwork arbeitet etwa mit pädagogischer Counter Speech. Was das ist? Das verrät der Auszug aus der Broschüre „Digital Streetwork…

Von
2015-02-26-katzen-start

Neues aus dem Monitoring Counter Narratives

Wer regelmäßig Belltower.news liest (oder einfach Kommentarspalten im Internet), weiß: Im Web ist leider nicht alles gut. Was dagegen helfen…

Von
2014-12-17-pegida

Was tun gegen Pegida?

Viele Politiker und Politikerinnen wollen angesichts von Pegida die „Ängste besorgten Bürgern und Bürgerinnen ernstnehmen“ und mit ihnen einen Dialog…

Von

Schlagen Sie Wissenswertes in unserem Lexikon nach.