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09.02.2009 … Nach den Rechten sehen

Bischof Williamson widerruft Holocaust-Leugnung nicht, zwei Brandanschläge in NRW, NPD droht Gesine Hennrich (Ring Nationaler Frauen) mit Veröffentlichung von Porno-Bildern.

 

Die tägliche Presseschau von netz-gegen-nazis.de

Bischof Richard Williamson hat sich entschlossen, seine Holocaust-Leugnung nicht zurückzunehmen (z.B. Spiegel online). Jetzt plädiert die Deutsche Bischofskonferenz für die erneute Exkommunikation des Priesters der Pius-Bruderschaft (Spiegel Online). Die wiederum setzte nun Williamson als Leiter ihres Priesterseminars in Argentinien ab (Frankfurter Rundschau). Der italienische Zweig der Pius-Bruderschaft hatte zuvor einen italienischen Holocaust-Leugner aus ihren Reihen ausgeschlossen.

In Nordrhein-Westfalen gab es zwei Brandanschläge gegen türkische Einrichtungen. In Wuppertal traf es einen türkischen Kulturverein, in Dortmund ein türkisches Bildungszentrum. Verletzt wurde niemand, über die Täter gibt es noch keine Erkenntnisse, berichtet der Tagesspiegel.

Der „Heisenhof“ des NPD-Kaders Jürgen Rieger in Dörverden wird abgerissen. In erster Instanz bestätigte das Landgericht Stade den Beschluss, berichtet Endstation rechts.

Interessante Einblicke in die Mitarbeiterführung der NPD: Gesine Hennrich, ehemalige Landesvorsitzende des Rings Nationaler Frauen Berlin, ist mit sofortiger Wirkung aus der NPD ausgetreten. Grund: Ihr wurde, offenbar aus Konkurrenzkämpfen, vom Berliner Landesvorstand mit der Veröffentlichung von Porno-Bildern gedroht, wenn sie nicht alle Ämter in der NPD niederlege, berichtet Endstation rechts.

Zehn Jahre nach der „Hetzjagd von Guben“ sollen Veranstaltungen das ganze Jahr über an den rechtsextremen Mord an Omar Ben Nui erinnern. Nötig ist es wohl: Im September 2008 trat zur Kommunalwahl für die NPD ein Haupttäter der Hetzjagd an. Der kam zwar nicht ins Kommunalparlament – die NPD holte aber trotzdem 4,3 Prozent und damit einen Sitz in Guben (Märkische Allgemeine, Neues Deutschland).

Großbritannien streitet sich derzeit über eine schwarze Kinderpuppe, den Golliwog. Lesenswerte Hintergründe bietet dazu die Süddeutsche Zeitung. Der Artikel erklärt, warum Generationen von Kindern den Golliwog liebten, aber auch, warum er klar rassistisch ist.

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Der Druck auf zivilgesellschaftliche Initiativen und Vereine, die sich für Demokratie und gegen Rechtsextremismus engagieren, nimmt zu. Am Beispiel des Vereins „Buntes Meißen“ zeigt sich exemplarisch, wie gefährdet die demokratische Kultur in Ostdeutschland ist.

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