Weiter zum Inhalt

09. Dezember 2008 … Nach dem Rechten sehen

Nachspiel im Berliner Abgeordnetenhaus, Gedenken in Eberswalde und Randalierer in Regensburg

 

Die tägliche Presseschau von Netz-gegen-Nazis.de

Nach dem Ende der Aussteigerinitiative Exit ließ der Jubel der Rechtsextremen nicht lange auf sich warten. „Na so ein Jammer aber auch“, höhnten Neonazis in ihren Internet-Foren, „Exit ist pleite!“ Wenn das Aussteigerprogramm für Rechtsextremisten wirklich den Geist aufgebe, sei es höchste Zeit, „ein solides Einsteigerprogramm vorzustellen“. Exit-Chef Bernd Wagner gab sich derweil kämpferisch: „Ich werde nicht zulassen, dass die Extremisten jetzt eine After-Show-Party feiern“, sagte Wagner der Frankfurter Rundschau. Exit werde weiter machen.

Hooligans haben am Wochenende in Regensburg randaliert. Die Polizei ging mit Schlagstöcken gegen die Dresdner Fußballrowdys vor und nahm 13 Personen fest Viele von ihnen hätten in Sprechchören Parolen wie „Wir sind alle rechtsradikal“ skandiert, berichtet die Süddeutsche Zeitung.

Der so genannte Hakenkreuz-Fall von Mittweida wird weiter die Justiz beschäftigen, berichtet der MDR. Ein Sprecher des Amtsgerichts im sächsischen Hainichen sagte, der Verteidiger der 18-Jährigen habe Rechtsmittel eingelegt.

Die Polizei will den angeblichen Angriff auf das Büro der rechtsextremen NPD in Lindenau überprüfen. Die NPD hatte behauptet, das Büro sei am Donnerstag von rund 40 Vermummten mit Steinen und Feuerwerkskörpern angegriffen worden. Diese Darstellung wurde von der Polizei zunächst übernommen. Jetzt gibt es Zweifel, berichtet Radio Mephisto.

Gegenaktivitäten

Nach den erfolgreichen Protesten gegen einen Aufmarsch von Neonazis am Wochenende in Berlin, kritisierten jetzt SPD und Linke den Polizei-Einsatz. Das berichtet die Berliner Zeitung. So sagte der SPD-Abgeordnete Sven Kohlmeier: „Die Polizei hat die Konfrontation zwischen Staat und Bürger gesucht.“ Die Polizisten seien „sehr massiv“ vorgegangen. Insgesamt hätten die Berliner Beamten keinen sehr professionellen Eindruck gemacht, zitiert die taz den Grünen Politiker Dirk Behrendt. Heute Abend wird der Einsatz Thema im Innenausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses sein. Gegenüber dem rbb verteidigte Berlins Innensenator Ehrhart Körting (SPD) das Vorgehen der Polizei.

Rund 200 Menschen haben am Samstag in Eberswalde (Barnim) an den Tod des Angolaners Amadeu Antonio bei einem Überfall durch Neonazis vor 18 Jahren erinnert, berichtet die Lausitzer Rundschau.

Rechtsextreme wollen am 1. Mai in Linz „gegen Globalisierung“ aufmarschieren. Auf der Social-Networking-Plattform Facebook läuft derweil eine virtuelle Unterschriftenaktion, mit der die Demo der NVP verhindert werden soll, berichtet die Presse.

Belltower.News macht gemeinnützigen Journalismus, denn wir klären auf und machen das Wissen von Expert*innen zu Antisemitismus, Rassismus und
Rechtsextremismus und allen anderen Themen der Amadeu Antonio Stiftung für alle zugänglich.
Unsere Reportagen, Recherchen und Hintergründe sind immer frei verfügbar und verschwinden nie hinter einer Paywall. Dafür brauchen wir aber auch deine Hilfe.
Bitte unterstütze unseren Journalismus, du hilfst damit der digitalen Zivilgesellschaft!

Weiterlesen

20130505_NSU

500 Seiten Anklageschrift, 600 Zeugen Daten und Fakten zum NSU-Prozess

Seit heute wird in München die Mordserie des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ verhandelt. „Netz gegen Nazis“ hat die wichtigsten Fakten zum Prozess zusammengestellt: Worum geht es genau, wer sind die Angeklagten und was wird ihnen vorgeworfen?

Von
Auf Telegram macht der ehemalige NPD-Funktionär Tobias Schulz, alias Baldur Landogart Werbung für Koordinierungszentren für Freiwilligeneinheiten

Rechtsextreme Reaktionen zur Ukraine Zwischen Zurückhaltung, Kampfbereitschaft und Spaltung

Der Krieg in der Ukraine geht auch nicht an der extremen Rechten in Deutschland spurlos vorbei. Einige wollen sich noch…

Von
Teilnehmende einer rechtsextremen Demonstration am 1. Mai 2023 in Gera.

1. Mai in Gera Mehr Bruch als Aufbruch

700 Menschen nahmen am 1. Mai 2023 an einer rechtsextremen Demo in Gera teil – weniger als erwartet. Das könnte auch am Konflikt mit der Thüringer AfD liegen.

Von

Schlagen Sie Wissenswertes in unserem Lexikon nach.