Weiter zum Inhalt

10.06.2010 … Nach den Rechten sehen

Zahlreiche Gegenaktivitäten zum Neonazi-„Thürigentag“ am Samstag, ebenso in Buchhofen gegen den NPD-„Bayerntag“. Temporäres Denkmal für den von Nazis ermordeten Boxer Johann Trollmann in Berlin erinnert an den Genozid der Nazis an Sinti und Roma.

 

Die tägliche Presseschau von netz-gegen-nazis.de

Am 12. Juni findet in Pößneck der ?9. Thüringentag der nationalen Jugend? unter dem Motto ?Die Demokraten bringen uns den Volkstod ? Stoppen wir sie!“ statt (bnr.de).

Kokont, die Koordinierungs- und Kontaktstelle des runden Tisches Jena, ruft alle Bürger auf, sich ab den Morgenstunden an einer friedlichen Gegenbewegung in Pößneck zu beteiligen. Vorgesehen sind u.a. ein Kinderfest für Familien, ein öffentliches Podium mit politischer Lokalprominenz, ein Trillerpfeifenkonzert, zwei große Demonstrationen und ein Konzert der Band Pink Monkey Stuff. Das komplette Programm findet sich auf kokont-jena.de und auf vielfalt-in-poessneck.de (jena.tv).

Um Flagge gegen Rechts zu zeigen, fahren am Samstag Ilmenauer zu einem Neonazi-Treffen nach Pößneck. Die Veranstaltung sollte ursprünglich in Ilmenau sein (Thüringer Allgemeine).

Wenige Tage vor dem sogenannten NPD-Bayerntag im niederbayerischen Buchhofen beklagt der dortige Kreisjugendring (KJR) Einschüchterungsversuche durch Rechtsextreme. Der KJR will an diesem Samstag in Buchhofen ein Familienfest als Gegengewicht zur NPD-Feier veranstalten (Süddeutsche, Deggendorfer Zeitung).

Neonazis des „Freien Netzes Süd“ (FNS) und AktivistInnen der ostbayerischen NPD planen für den 3. Juli 2010 gemeinsam ein großes, deutsch-tschechisches Neonazi-Konzert („Day of friendship“). (a.i.d.a-Archiv)

Rechtsextreme schießen mit Reizgas auf Autonomes Zentrum in Aachen (Aachener Nachrichten).

Ein Bürgermeister auf Haiders Spuren: Im thüringischen Arnstadt bekennt sich der „nationale“ Bürgermeister zur rechtspopulistischen Bewegung Pro Deutschland. Das bringt die CDU in die Bredouille (ZEIT Online).

Nazi-Festival etabliert sich im Vogtland: Das „Fireblade Force Festival“ – mittlerweile eine feste Größe für Fans des so genannten nationalsozialistischen Black Metals (kurz NSBM) – findet im Oktober zum vierten Mal statt (Endstation rechts).

Ein temporäres Denkmal im Viktoriapark in Berlin-Kreuzberg erinnert seit gestern an den Boxer Johann Trollmann, der als Sinto von den Nazis den Halbschwergewichts-Meistertitel aberkannt bekam und später im Konzentrationslager Wittenberge starb (Kunstmarkt.de); Website zum Projekt: www.trollmann.info

Ruder- und Kanugesellschaft im Mainz-Kastel wählt früheren Republikaner-Aktivisten Klaus Opitz zum neuen Vorsitzenden und streitet über die Weisung, auf der eigenen Website keine vom Vorstand abweichenden Meinungen mehr zu veröffentlichen (Allgemeine Zeitung).

Der Kunstkurs der damaligen Stufe 10 des Gymnasiums Augustinianum in Greven bemalte eine Schulwand mit eine bunten Graffiti gegen Rassismus und Ausgrenzung. Dafür gab es jetzt einen Anerkennungspreis der Provinzial-Versicherung, dotiert mit 250 Euro (Ruhr Nachrichten).
Kunst gegen Rassismus setzt übrigens auch der Kunstkurs der Europaschule in Wambel mit einem Anti-Rassismus-Fenster (DerWesten).

Abteilung „Muss das sein“: Bollywood-Regisseur verfilmt Hitlers Liebesleben (BILD.de).

?Schon wieder Zossen?? lautet das Motto eines antifaschistischen Aktionswochenendes, das an diesem Samstag und Sonntag in Zossen stattfinden soll. Organisiert wird es von einem Aktionsbündnis namens ?Linker Fläming United?. Auf der Bühne steht u.a. Dirk von Lowtzow (Tocotronic). (Märkische Allgemeine).

Nach dem erfolgreichen Protest gegen Neonazi-Aufmärsche in Bernau und Eberswalde soll am Samstag (12. Juni) auch in Bad Freienwalde ein geplanter Aufzug von Rechtsextremisten gestoppt werden (Ad Hoc News).

Versuchte Körperverletzung und Nötigung wirft die Staatsanwaltschaft einem Neonazi im Amtsgericht vor. Der 23-Jährige soll einen Kameramann des WDR in Dorstfeld rüde attackiert haben, der über eine Solidaritätskundgebung für eine Dorstfelder Familie berichtete, die von Neonazis dermaßen schickaniert und bedroht wurde, dass sie später aus dem Stadtteil wegzog (DerWesten).

Warum übergehen deutsche Medien den NPD-Bundespräsidentenkandidaten? Machen sie es damit der NPD leicht, sich in der Opferrolle zu fühlen? (Bildblog).

Feuerwehr gegen Neonazis: Braunmelder und mehr (lvz.de).

Belltower.News macht gemeinnützigen Journalismus, denn wir klären auf und machen das Wissen von Expert*innen zu Antisemitismus, Rassismus und
Rechtsextremismus und allen anderen Themen der Amadeu Antonio Stiftung für alle zugänglich.
Unsere Reportagen, Recherchen und Hintergründe sind immer frei verfügbar und verschwinden nie hinter einer Paywall. Dafür brauchen wir aber auch deine Hilfe.
Bitte unterstütze unseren Journalismus, du hilfst damit der digitalen Zivilgesellschaft!

Weiterlesen

2017-06-01-antizganismus

Ausgrenzung und Diskriminierung von Roma in Berlin nimmt zu

Erst diesen Monat gab es Berichte über den furchtbaren antiziganistischen Brandanschlag in Rom, bei dem drei junge Mädchen verbrannten. Roma gehören zu…

Von
20180614_110146

Klare Positionierung Berliner Träger für Menschenrechte und gegen Rechtspopulismus

Über 55 Berliner Träger aus dem sozialen Bereich sprechen sich eindeutig für „Menschenrechte und eine demokratische Kultur“ aus.

Von
Textbild

Selbstermächtigung statt Fremdzuschreibungen – Sinti und Roma setzen Zeichen

Wenn über Sinti und Roma in Deutschland gesprochen wird, dann werden meist dieselben stigmatisierenden Beschreibungen gewählt. Antiziganistische Vorurteile halten sich hartnäckig. Dies zeigen auch erste Ergebnisse einer aktuellen Studie. Um dies zu ändern müsse eben auch mehr mit anstatt über Sinti und Roma gesprochen werden, betonen viele ihrer Vertreter*innen. Dies geschieht aber viel zu selten. Daher ist das Wissen über Kultur und Geschichte der größten europäischen Minderheit in der deutschen Mehrheitsgesellschaft viel zu gering. Auch das wollen Sinti und Roma- Vereine und Stiftungen jetzt ändern.

Von Joschka Fröschner

Von

Schlagen Sie Wissenswertes in unserem Lexikon nach.