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13. November 2008 … Nach dem Rechten sehen

Prügelei im sächsischen Landtag, versuchte Anschläge in Hessen und ?Heldengedenktag? in München vorerst verboten.

 

Die tägliche Presseschau von Netz-gegen-Nazis.de

Wenn die Argumente nicht ausreichen, werden halt die Fäuste genommen. Das ist bei der NPD im Landtag nicht anders als bei ihren braunen Kameraden auf der Straße. Miese Umfragewerte und fehlender Zusammenhalt machen Sachsens Rechten zu schaffen, analysiert die Sächsische Zeitung. Das Verhältnis zwischen den beiden Schlägern Peter Naumann und Jürgen Gansel sei aber schon längere Zeit „belastet gewesen“, berichtet der MDR. Über Jürgen Hansel ? der ja als Intellektueller in der Partei gilt ? schreibt das Portal telepolis.

In Hessen gab es möglicherweise mehrere versuchte Anschläge von Rechtsextremen. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen, nachdem ein Mann an seinem Auto lose Radmuttern feststellte und bei einer Frau eine Schere in ihrem Autoreifen steckte, berichtet die Frankfurter Rundschau.

Ganz in der Nähe kam es zu einem anderen Zwischenfall, berichtet die HNA. Bei den Aktionstagen „Schwalmstadt bleibt bunt“ wurde am Dienstag ein Teilnehmer erwischt, wie er unerlaubt Filmaufnahmen von der Veranstaltung machte: David Giesler, stellvertretender Vorsitzender des NPD-Kreisverbandes Waldeck-Schwalm-Eder.

Die Kontroverse um den Umgang der Stadt Reichenbach (Sachsen) mit der NPD-Demonstration vom vergangenen Samstag hält unverändert an. Die Bevölkerung kritisiert die zurückhaltende Haltung aus dem Rathaus und diskutiert, wie den Neonazis im Vogtland wirksam entgegen treten kann, berichtet die Freie Presse.

Sieben Monate nach einem fremdenfeindlich motivierten Brandanschlag auf einen Dönerimbiss im sächsischen Reichenbach sind vier Neonazis zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden, berichtet die Sächsische Zeitung.

Norbert Mappes-Niediek analysiert in der Märkischen Allgemeinen den Rassismus in Österreich und konstatiert: Die österreichische Ausländerfeindlichkeit führt, anders als die deutsche, zu keiner Polarisierung. Sie ist Mainstream.

Das Jüdische Forum für Demokratie und Antisemitismus ist empört über einen Zivilpolizisten, der bei einer Veranstaltung zum 70. Jahrestag der Reichspogromnacht Kleidung der bei Rechtsextremen beliebten Marke „Thor Steinar“ trug, berichtet die Berliner Morgenpost.

Gegenaktivitäten

Sollte am 29. November in Landsberg (Bayern) eine Demonstration der NPD stattfinden, dann wird es wohl nicht nur ein Stadtfest unter dem Motto „Bunt statt Braun“ geben, sondern auch eine Gegendemonstration. Darüber berichtet die Augsburger Allgemeine.

Sieg für die Stadt München: Das Verbot gegen den „Heldengedenkmarsch“ von NPD und „Freien Nationalisten“ am kommenden Samstag ist vom Verwaltungsgericht gestern bestätigt worden, berichtet die Abendzeitung. Gegen den Beschluss ist noch eine Beschwerde zum Bayerischen Verwaltungsgerichtshof möglich. Bevor nicht endgültig klar ist, dass die Neonazi-Demo verboten bleibt, wollen die Gegendemonstranten ihre Anmeldung aufrecht erhalten, berichtet die Süddeutsche Zeitung.

DFB-Präsident Theo Zwanziger sieht die Ursachen für Gewalt und Extremismus in Stadien auch im Fußball selbst begründet. Er fordert im Tagesspiegel mehr Zivilcourage von Fußballfans.

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