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19.05.2010 … Nach den Rechten sehen

Neonazi-Angriffe auf 15-jährigen in Geitheim (Sachsen) und auf 17-jährigen in Laucha (Sachsen-Anhalt) aufgeklärt. Verfassungsschutzbericht Mecklenburg-Vorpommern: 1.400 Rechtsextreme im Land. Anklam: 34 Prozent der Bewohner halten die NPD für eine normale Partei.

 

Die tägliche Presseschau von netz-gegen-nazis.de

Der Neonazi-Angriff auf einen linksalternativen 15-Jährigen am 7. Mai an einer Tankstelle in Geithain (Kreis Leipzig) ist aufgeklärt. Mutmaßlicher Täter ist laut Polizeiangaben ein 19 Jahre alter Mann aus der rechtsextremen Szene aus Lunzenau in Mittelsachsen(Bild.de).

Verfassungsschutzbericht Mecklenburg-Vorpommern: 1.400 Personen gehören zu rechtsextremen Szene, NPD und Kameradschaften sind bei Aktivitäten federführend, Gewalttaten? (Nordkurier, Hamburger Abendblatt, Endstation rechts).

Laut einer Studie halten 34 Prozent der Einwohner Anklams die NPD für eine normale Partei (npd-blog.info; Kommentar im Nordkurier).

Antisemitischer Übergriff am 16. April in Laucha: Ein jüdischer 17-Jähriger wird von einem ortsbekannten Neonazi angepöbelt und ins Gesicht geschlagen (FR online).

Die Bamberger müssen sich damit abfinden, dass am 4. und 5. Juni der Bundesparteitag der NPD in ihrer Konzert- und Kongresshalle stattfindet. Hoffnungen, die rechtsextreme Partei könnte ihre Versammlung doch noch absagen, haben sich nicht erfüllt (inFranken.de, Kanal8).

Die Thüringer NPD verliert Mitglieder. Doch viele verschwinden nicht aus der rechtsextremen Szene, sondern wanderten zu den aggressiveren Kameradschaften oder zu Motorradbanden ab (tlz.de).

Interview mit Monika Lazar (Grüne) über die Programme der Bundesregierung gegen Rechts- und Linksextremismus: „Aber irgendeine Jugendherberge, die Jugendarbeit macht, ins Gespräch zu bringen, das ist peinlich. Da ging es wieder um DDR-Aufarbeitung. Man muss einfach zugeben, dass man verschiedene Phänomene nicht mit den gleichen Mitteln bekämpfen kann.“ (ND).

Was sollen deutsche Fans während der Fußball-WM in Südafrika auf keinen Fall tun? Afsa-Wossen Asserate, äthiopischer Prinz und Experte für gute Manieren, gibt Antworten. Ein Gespräch über Rassismus, Lebensfreude und eine Krankheit, die schnell um sich greift (Frankfurter Rundschau).

Dem Thüringer Linke-Fraktionschef Bodo Ramelow drohen Ermittlungen wegen „Sprengung einer Versammlung“, weil er Proteste gegen den Nazi-Aufmarsch am 13. Februar 2010 in Dresden mit organisiert hatte. Die Dresdner Staatsanwaltschaft möchte seine Immunität aufheben lassen (Thüringer Allgemeine).

Thor-Steinar-Laden in zentraler Lage in Schwerin eröffnet (Endstation rechts).

Zeitzeugengespräch in Kornwestheim: Peter Josef Snep erzählt, wie er und sein Vater jüdische Familien in der Nazi-Zeit aus Deutschland schleusten und wie sie drei Konzentrationslager überlebten, unter anderem als ?Schuhläufer? im KZ Sachsenhausen (Ludwigsburger Kreiszeitung).

Österreich: Kunstaktion thematisiert rassistische Klischees in der Berichterstattung von Boulevard-Zeitungen (Die Presse).

Auch unter Zuwanderern gibt es das Phänomen, dass andere Bevölkerungsgruppen als minderwertig betrachtet werden. Statistisch erfasst wird dieser Rassismus, Nationalismus und Ethno-Chauvinismus aber nicht (Die Presse).

In Kopenhagen wird eine junge Frau in von Moschee-Gegnern bedroht, weil sie sich einer Facebook-Gruppe zur Unterstützung von Moscheebauten angeschlossen hatte (Neue Rheinische Zeitung).

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