Weiter zum Inhalt

29.04.2010 … Nach den Rechten sehen

1. Mai: Geänderte Strategie der Nazis. Berlin: Podiumsdiskussion führt zum Eklat. Anschlag in Delmhorst. Rechtsradikaler Manfred Roeder als reisender Missionar. „Pro-NRW“-Kandidat zahlt Beiträge an die NPD.

 

Die tägliche Presseschau von netz-gegen-nazis.de

Es sieht danach aus, als setze die rechte Szene auf dezentrale Aktionen. Ein zentrales Event, wie am 13.02.2010 in Dresden, wird es wohl nicht geben. Im Zwickau wird Holger Apfel (NPD-Fraktionsvorsitzender im Landtag Sachsens) sprechen; in Rostock Udo Pastörs (NPD-Fraktionschef im Landtag Mecklenburg-Vorpommerns). Mit den dezentralen Aktionen will die NPD vor allem absichern, dass ihnen am 1. Mai trotz möglicher Blockaden mindestens eine Aktion gelingt.(taz)

Eine Podiumsdiskussion der
Berliner Jüdischen Gemeinde über den Umgang deutscher Medien mit Israel und dem Antisemitismus, hat am Dienstagabend zu einem
Eklat geführt. Die Veranstalter lehnten es ab, die umstrittene Autorin Iris Hefets sprechen zu lassen. Hefets hatte Anfang März in der taz geschrieben, Israel instrumentalisiere den „Shoah-Kult“ zur Legitimierung einer menschenrechtsfeindlichen Politik. Die Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde, Lala Süsskind, lehnte eine Stellungnahme Hefets mit der Begründung ab: ‚Ich muss Anti-Juden hier kein Forum bieten.‘ Daraufhin verließ die eingeladene taz-Chefredakteurin Ines Pohl das Podium.(sueddeutsche)

VW Sachsen ruft seine Mitarbeiter zum Protest gegen die geplante NPD-Demonstration am 1. Mai in Zwickau auf. Der wichtigste Arbeitgeber der Region dürfe es nicht zulassen, dass Südwestsachsen als Wirtschaftsstandort durch den ?Aufmarsch menschenverachtender Gruppierungen? Schaden erleide, heißt es in dem von Personalgeschäftsführer Henry Mehnert unterzeichneten Aufruf.(SZ)

In Delmenhorst wurde an einem Auto Feuer gelegt. Die Besitzer sind Mitgründer der Initiative „Eltern gegen Rechts“. Die Polizei vermutet einen politischen Hintergrund.(taz)

SS-Wahlspruch veröffentlicht: Sachsens NPD-Vize vor Gericht.(NPD-Blog.INFO)

Auch sein hohes Alter von 81 Jahren scheint den verurteilten früheren Rechtsterroristen Manfred Roeder nicht davon abzuhalten, weiterhin auf Auslandsreisen rechtsextremes Gedankengut bei Vorträgen zu verbreiten. Aktuell hat es ihn auf Einladung des einschlägig bekannten Buchladens ?Libreria Europa? von Franco-Verehrer Pedro Varela nach Spanien gezogen.(bnr)

Berlin: Nach Misshandlungen von zwei Akademikern aus dem Iran hat das Berliner Landgericht den Haupttäter zu zwei Jahren und fünf Monaten Haft verurteilt. Seine Cousine und deren Freund erhielten Bewährungsstrafen. Bei den Angeklagten sei Ausländerfeindlichkeit in unterschiedlichem Grad festzustellen, urteilte das Gericht am Mittwoch.(WELT ONLINE)

?Pro-NRW?-Kandidat zahlt offenbar Beiträge an die NPD: Der Solinger Direktkandidat von ?Pro-NRW?, Tobias Nass, zahlt offenbar weiterhin seine Mitgliedsbeiträge an die NPD. Er möchte nur nicht mehr als Mitglied geführt werden, erklärte Nass einem Schreiben zufolge, welches die NPD verbreitete.(NPD-BLOG.INFO)

Belltower.News macht gemeinnützigen Journalismus, denn wir klären auf und machen das Wissen von Expert*innen zu Antisemitismus, Rassismus und
Rechtsextremismus und allen anderen Themen der Amadeu Antonio Stiftung für alle zugänglich.
Unsere Reportagen, Recherchen und Hintergründe sind immer frei verfügbar und verschwinden nie hinter einer Paywall. Dafür brauchen wir aber auch deine Hilfe.
Bitte unterstütze unseren Journalismus, du hilfst damit der digitalen Zivilgesellschaft!

Weiterlesen

2018-10-04-diskutierbild

„Diskutier mit mir“ Politische Onlinedebatten ohne Angiften

Diskussionen in Sozialen Netzwerken sind oft wenig fruchtbar – aber auch online ist ein guter Austausch zwischen Andersdenkenden möglich, glauben die Macher*innen von „Diskutier mit mir“. Sie haben dazu ein Tool gebaut.

Von
EXIT-Katalog-1

„Lebensbilder – Wege aus dem Rechtsextremismus“ zeigt Vergangenheit und Neuanfang

„Lebensbilder: Wege aus dem Extremismus“ heißt die Ausstellung der Aussteigerhilfe EXIT-Deutschland, die zurzeit an der TU Braunschweig zu besuchen ist.…

Von
20120104_immobilien-thuerin

„Nach den rechten Häusern sehen“ Immobilien der extrem rechten Szene in Thüringen

Für die rechtsextreme Szene sind eigene Immobilien von unschätzbarem Wert: Fernab jeglicher Kontrolle dienen sie als Veranstaltungs- und Organisationsorte, in denen Nazis ihrer menschenfeindlichen Gesinnung ungestört freien Lauf lassen können. Allein in Thüringen verfügt die rechte Szene über mindestens neun Immobilien, über die MOBIT, die Mobile Beratung in Thüringen, nun in einer Handreichung aufklärt.

Von

Schlagen Sie Wissenswertes in unserem Lexikon nach.