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Presseschau … 26.03.2019

Nach Anschlag in Neuseeland: Hausdurchsuchung bei Identitären in Österreich +++ Wetzlar: Wohnung von Nazi-Pärchen gestürmt +++ Zeuge meldet zweiten Rassismus-Vorfall bei DFB-Test gegen Serbien +++ Schülerin mischt rechte Demo in Bielefeld auf

Nach Anschlag in Neuseeland: Hausdurchsuchung bei Identitären in Österreich

Im Zuge von Ermittlungen zu dem Anschlag in Neuseeland hat es am Montag offenbar eine Hausdurchsuchung in Wien gegeben. Wie der Sprecher der rechtsextremen „Identitären Bewegung“ in Österreich, Martin Sellner, in einem am Montagabend veröffentlichten Video mitteilte, wurde seine Wohnung durchsucht, weil er eine Spende des mutmaßlichen Attentäters von Christchurch erhalten habe. Gegen ihn werde wegen der „Gründung oder Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung“ ermittelt, erklärte Sellner in dem rund 15-minütigen, über soziale Medien verbreiteten Video. Er räumte ein, eine „unverhältnismäßig hohe Spende“ von einer E-Mail-Adresse erhalten zu haben, die im Nachnamen jenen des rechtsextremen Attentäters enthielt. Für die Spende habe er sich per E-Mail auch bedankt: „Ein Dankes-E-Mail bekommt jeder, der mich unterstützt“.

Rechtsextreme Netzwerke „Highscore“ für den Christchurch-Attentäter

Weltweit hat der Anschlag von Christchurch Entsetzen ausgelöst. Auf manchen Online-Plattformen wird die Tat hingegen gefeiert. Hunderte Gamer benennen sich sogar nach dem rassistischen Terroristen.

Pirmasens: Linke-Wahlkreisbüro mit Hakenkreuzen beklebt

In der Nacht vom 22. auf den 23. März klebten Unbekannte ein Hakenkreuz auf ein Schaufenster des Wahlkreisbüros der Bundestagsabgeordneten Brigitte Freihold (Die Linke) in Pirmasens auf.

Wetzlar: Wohnung von Nazi-Pärchen gestürmt

Ein flüchtiger Nazi zwang Polizisten zum Handeln. Die Aktion zahlte sich für die Ordnunghüter aus. Neben Beweismaterial für Hakenkreuz-Schmieraktionen fanden sie Drogen.

Rechtsextreme Ideenschmiede „Thule Seminar“

Wegen des Vorwurfs der Volksverhetzung erhebt die Staatsanwaltschaft Kassel gegen drei Vorstandsmitglieder des „Thule-Seminars“ Anklage vor dem Amtsgericht in Fritzlar.

Zeuge meldet zweiten Rassismus-Vorfall bei DFB-Test gegen Serbien – Polizei ermittelt

Gerade erst hat ein Rassismus-Vorfall beim Länderspiel in Wolfsburg für Aufsehen gesorgt, nun meldet ein Zeuge weitere fremdenfeindliche Beleidigungen. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen.

Thüringen: Rekordstand brauner Hassmusik

Die Zahl extrem rechter Musikveranstaltungen in Thüringen ist 2018 erneut angestiegen. Damit hat sie den höchsten Wert seit zwölf Jahren erreicht.

NRW: Zahl der Nazi-Versammlungen fast verdoppelt

Die Zahl der Versammlungen und Demonstrationen von Rechtsradikalen hat sich von 2017 zu 2018 in Nordrhein-Westfalen fast verdoppelt. Bei den Musikveranstaltungen gibt es hingegen einen leichten Rückgang.

Bautzen: Nach Affäre um weitergegebene Interna an NPD-Politiker – Udo Witschas (CDU) darf wieder Chef der Ausländerbehörde werden

Nach der Affäre um einen Facebook-Chat mit dem Bautzner Ex-NPD-Chef Marco Wruck wurde ihm die Zuständigkeit für die Ausländerbehörde entzogen. Jetzt darf der Vize-Landrat des Landkreises Udo Witschas die Behörde wieder als Chef übernehmen.

Staatsanwaltschaft prüft Ermittlung in AfD-Affäre

In der Spendenaffäre um umstrittene Wahlkampfhilfen aus der Schweiz rückt verstärkt AfD-Chef Jörg Meuthen in den Fokus. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart leitete einen Prüfvorgang ein, wie ein Sprecher am Freitag mitteilte.

Nazis und Kampfsport – Die Professionalisierung von Gewalt

Kampfsportveranstaltungen werden für Neonazis wichtiger. In Thüringen und Sachsen haben sie ein ähnliches Potenzial wie Rechtsrockkonzerte

Behörden schauen weg: Warum ein Christchurch-Attentat auch in der Schweiz möglich wäre

Wie konnte der Attentäter von Christchurch unter dem Radar der Sicherheitsbehörden durchschlüpfen, obwohl er im Netz über Jahre hinweg seine rechtsextreme Gesinnung zur Schau stellte?

Mitglieder von „Tag X“-Netzwerk waren in Österreich zum Schießen

Zwei Teilnehmer einer privaten Chatgruppe, deren Mitglieder von Tötungen fantasierten, waren bei Veranstaltung von wehrpolitischem Verein

Nach Spenden an AfD: Kölner HTC Blau-Weiss kündigt Sponsoring von Großunternehmer

Der Kölner Hockey- und Tennis-Club Blau-Weiss hat sich von seinem Hauptsponsor getrennt. Clubmitglieder störten sich an den mehrfachen, fünfstelligen Spenden ihres Sponsors Wolfgang von Moers an die Alternative für Deutschland (AfD). Der Immobilienunternehmer wandte sich in einem offenen Brief an die Blau-Weiss-Mitglieder.

Schülerin mischt rechte Demo in Bielefeld auf

Die Rechtspopulist*innen mobilisierten kaum, der Protest gegen sie war aber laut. Besonders der couragierte Auftritt einer Gegendemonstrantin wird wohl vielen lange in Erinnerung bleiben.

Hunderte demonstrieren in Frankfurt gegen Rechtsruck

Mindestens 1300 Menschen demonstrieren am Samstag gegen Rassismus und fordern eine Aufklärung des Polizeiskandals.

Dortmund: Heinrich-Böll-Gesamtschüler und Bündnis gegen Rechts entfernen Nazipropaganda

Das Bündnis „Dortmund gegen Rechts“ bittet in Marten zum „Frühjahrsputz gegen Nazischmutz“. Schülerinnen und Schüler einer Gesamtschule aus dem Dortmunder Westen putzen mit.

Friedliche Demonstration gegen AfD-Veranstaltung in Dierdorf

Zahlenmäßig ungefähr paritätisch waren die Teilnehmer vor und in der Alten Schule am Damm in Dierdorf. Mit dem Hochhalten von Schildern und Ansprachen wehrten sich Demonstranten aus Puderbach und Dierdorf gegen das Treffen der Mitglieder und Sympathisanten der Alternative für Deutschland am Freitagabend (22. März). Da die Demonstranten sich sehr friedlich verhielten und die AfDler ungehindert passieren ließen, zogen die beiden beobachtenden Polizeibeamten schnell wieder ab.

Protestdemo in Sulingen: „Klare Kante gegen Rechts“

In den Räumen der Alten Bürgermeisterei in Sulingen beschäftigten sich am Freitagabend Mitglieder und Anhänger des Kreisverbandes der AfD (Alternative für Deutschland) mit der Wahl zum Europäischen Parlament am 26. Mai. Keine 30 Meter weiter, im Garten des Bürgerhauses, protestierten an die 150 Angehörige und Sympathisanten des Bündnisses „Wir sind mehr“ im Landkreis Diepholz gegen rechte Propaganda.

Weimar steht für Vielfalt, Toleranz und Weltoffenheit

Weimarer Bürgerbündnis gegen Rechtsextremismus tritt Neonazi-Kundgebung auf dem Goetheplatz lautstark mit Trillerpfeifen und Musik entgegen.

Demonstration: Mettmann setzt ein Zeichen gegen Rechts

Die Demonstration gegen Rechts am Samstagvormittag (23.3.) in Mettmann ist nach Angaben der Polizei friedlich verlaufen. Sie schätzt die Zahl der Teilnehmer auf 1500. Teilnehmer gingen anfangs von bis zu 2500 Mitstreitern aus.

Reutlingen: Die „Omas gegen rechts“

Anfang Februar haben sie zum ersten Mal ihre Schilder ausgepackt und sind bei der Gegendemonstration zum AfD-Neujahresempfang mitgelaufen: die Reutlinger „Omas gegen rechts“. Da waren sie ein kleiner Hingucker, mit ihren weißen Schildern und den kleinen, weißen Buttons am Mantelkragen. Passanten und andere Demonstranten haben gefragt: Was macht ihr denn? Kann man bei euch mitmachen?

Lübecker Synagoge war vor 25 Jahren Ziel eines Brandanschlags – Nach dem Schock kam die Solidarität

Bei den NS-Novemberpogromen von 1938 ging sie nicht in Flammen auf: die Lübecker Synagoge. Doch dann war sie die erste in Deutschland, auf die nach dem Ende der Nazi-Herrschaft ein Anschlag verübt wurde.

Die NS-Vergangenheit der Industriellen-Familie Reimann in Ludwigshafen

Mit einem geschätzten Vermögen von 33 Milliarden Euro gelten die Reimanns als zweitreichste Familie Deutschlands. Nun werden die dunklen Kapitel der Firmengeschichte bekannt.

Oldenburg: Stadt geht auf Distanz zu Antisemitismus

Es geht um die israel-kritische BDS und zwei Anträge, die sich mit dem Thema Antisemitismus beschäftigen. Der Rat plant eine Erklärung.

Österreich: NS-Opfer-Gedenken in Rechnitz

In Rechnitz im Südburgenland hat am Sonntag eine Gedenkfeier für die Opfer beim Bau des Südostwalls während der Endphase der NS-Herrschaft stattgefunden. Etwa 150 Menschen waren der Einladung des Vereins „RE.F.U.G.I.U.S“ gefolgt. Israels Botschafterin in Österreich, Talya Lador-Fresher, warnte in ihrer Rede vor wachsendem Antisemitismus. Nichts als tödliche Klischees – Ausstellung zu Antisemitismus eröffnet in London

Das Jüdische Museum London wagt sich mit der Ausstellung „Jews, Money, Myth“ an das heiße Thema Judentum und Geld. Die kluge Schau arbeitet sich dabei durch zwei Jahrtausende.

Polen: Widerstand gegen repressive Kulturpolitik

Gegen die nationalistische Kulturpolitik der PiS-Partei in Polen wehrten sich Kultur und Zivilgesellschaft, sagte die Kulturmanagerin Katarzyna Wielga-Skolimowska im Dlf. Doch nicht nur in Polen, sondern weltweit gebe es den Versuch, der Kultur einen Maulkorb zu verpassen.

Wie über soziale Medien Kampagnen gesteuert werden

Das Prinzip rechter Netz-Kampagnen ist immer ähnlich: Ein Thema finden, das Wut und Empörung schürt. Immer wieder reißerische Inhalte dazu in Umlauf bringen, so dass der Eindruck einer Massenbewegung entsteht. Dafür reichen oft nur wenige Accounts.

Fanforscher fordert mehr Zivilcourage im Stadion

Özil, Chemnitz, Cohen, nun Wolfsburg: Der Soziologe Gunter Pilz sieht die jüngste Häufung rassistischer Vorfälle im Fußball als Spiegel der Gesellschaft.

Chemnitz: Die nächste rechte Machtdemonstration droht

Nach der Trauer um einen stadtbekannten Neonazi soll in Chemnitz ein rechtsextremes Bürgerzentrum eröffnen. Und bald sind Wahlen.

Leipziger Buchmesse: Der rechte Hype ist vorbei

 

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Kommentar Antisemitismus durch Begegnung bekämpfen? Ja, aber…

Treffen mit Jüdinnen*Juden sollen Antisemitismus bekämpfen? Aber wer fragt eigentlich diejenigen, für die solche Begegnungen Alltag sind? Ein Gastkommentar.

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NRW 2012 Verbote von Neonazi-Kameradschaften

Rechte Gewalt, organisierter Neonazismus, Rechtspopulismus, Rassismus und Antisemitismus gehören auch in Nordrhein-Westfalen zum Alltag. Die rechtspopulistische Partei „pro NRW“ bleibt…

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Von weinenden Adrenochrome-Videos zum Hochglanz-Austiegsstatement: Xavier Naidoo

Nach Videostatement Naidoo will aussteigen, die Verschwörungsblase will Antworten

Der Soulsänger Xavier Naidoo verbreitete „Reichsbürger“-Inhalte, antisemitische Verschwörungserzählungen und QAnon-Mythen. Nun will er sich in einem Entschuldigungsvideo davon distanzieren. Seine…

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