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Stöckicht, Peter

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Ein rechtsextremer Trupp von zwölf bis 15 Mann stürmte am 23. April 1969 in Karlsruhe-Durlach den Basler-Tor-Turm. Linke Jugendliche hatten die alten Gemäuer zuvor in „Roter Turm“ umbenannt und dort ein antiautoritäres Jugendheim eingerichtet. Die Rechtsextremisten bemächtigten sich der roten Fahnen, zerbrachen Fahnenstangen und rissen Plakate sowie Bilder von den Wänden. Dem Stoßtrupp gehörte auch der damalige baden-württembergische NPD-Landtagsabgeordnete Peter Stöckicht an. Sein Fraktionskollege Rolf Krause trat im Dezember 1970 aus der NPD aus. Seinen Abgang begründete dieser damit, dass eine zwar zahlenmäßig unbedeutende, aber sehr aktive Gruppe in der NPD einen Kurs steuere, „der zur NSDAP führt“. Als Vertreter dieser Gruppe nannte Krause unter anderem Stöckicht.

Der gebürtige Pommer Stökicht war 1951 in den Westen geflüchtet und engagierte sich während seines Jura-Studiums beim Bund Nationaler Studenten. Von dort führte ihn sein politischer Weg zur NPD. 1979 diffamierte Stöckicht die damalige SPD-Führung als „Landesverräter und Agenten Moskaus“. Seine Äußerung fiel beim Bückeburger Prozess gegen den Neonazi-Führer Michael Kühnen. Ein daraufhin von SPD-Mitgliedern angestrengtes Verfahren wegen Beleidigung wurde 1980 eingestellt.

Nach der Wende ließ sich Stöckicht in der mecklenburg-vorpommerschen Stadt Laage als Rechtsanwalt nieder und arbeitete am Aufbau des dortigen NPD-Landesverbandes mit.
Auf Klientensuche ging Stöckicht 1997 per Anzeige in den HNG-Nachrichten, die von der neonationalsozialistischen Hilfsorganisation für nationale politische Gefangene und deren Angehörige herausgegeben wird. Per Inserat bot er „Rat und Hilfe in allen Rechtsangelegenheiten ? Strafverteidigung auch für Rechte!“ an. Der heute 77-jährige Stöckicht vertrat schon manchen Neonazi vor Gericht, so Gunnar Doege, der 2000 im vorpommerschen Ahlbeck einen Obdachlosen totgetreten hatte.

Am 19. September 1998 war Stöckicht auf einer NPD-Großdemonstration im Rostocker Stadtteil Dierkow einer der Redner ? neben NPD-Chef Udo Voigt und dem ehemaligen Rechtsterroristen Manfred Roeder. Stöckicht verlangte in seiner Rede, die SS müsse wie die Wehrmacht anerkannt werden.

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