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10.05.2010 … Nach den Rechten sehen

Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen: Selbst alle Rechtsaußen-Parteien zusammen kommen nur auf 2,4 Prozent der Stimmen. Nazi-Aufmarsch in München gestoppt, in Wiesbaden viele Proteste.

 

Die tägliche Presseschau von netz-gegen-nazis.de

Landtagswahl Nordrhein-Westfalen: Bei den Landtagswahlen gelang es keiner der Rechtsaußen-Parteien, viele Wählerinnen und Wähler zu überzeugen. „Pro NRW“ kam auf 1,4 Prozent und ist somit zumindest (aus ihrer Sicht) in der Parteienfinanzierung, die NPD kam auf 0,7 Prozent der Stimmen, die Republikaner auf 0,3 Prozent (tagesschau.de).

Aufmärsche am Wochenende:

Wiesbaden: 150 Neonazis, 1.500 Gegendemonstranten (Rhein-Zeitung, nh24.de).
München: 80 Neonazis, 2.000 Gegendemonstranten, Route blockiert (BR, Welt, tz).
Demmin (Mecklenburg-Vorpommern): 250 Nazis, 40 Gegendemonstranten (+ 20 auf IG Metall-Friedensfest + (Nordkurier, ND).

Bad Gandersheim: Etwa 1.000 Menschen haben am Sonntag in Bad Gandersheimer an einer Demonstration gegen die NPD teilgenommen. Die rechtsextreme Partei hatte ursprünglich einen Landesparteitag in dem Kurort abhalten wollen, verlegte diesen aber kurzfristig nach Wilhelmshaven (ndr.de, HNA)

Auch in Wilhelmshaven waren die NPDler nicht willkommen: 120 Teilnehmer des Parteitags der NPD Niedersachsen, 600 Gegendemonstranten (taz).

Nürnberg: Mehr als 1000 Menschen sind nach dem brutalen Übergriff auf einen 17-Jährigen durch einen Neonazi dem Aufruf des »Soli-Komitees gegen Rechts» gefolgt: Sie haben in Nürnberg und Fürth gegen Neonazis und rechte Gewalt demonstriert und sich solidarisch mit dem Opfer gezeigt.

Berlin: 70 Bürger haben in Berlin-Neukölln gegen eine «Info-Veranstaltung» der rechtsextremen NPD protestiert. Mit einem «Frühstück gegen Rechts» wandten sie sich am Samstag gegen das NPD-Treffen in einem Gebäude am Buckower Damm (B.Z.).

Sachsen: Um die Gegenseite böse aussehen zu lassen, hetzt man in rechtsextremen Kreisen sogar gegen sich selbst: In Rochlitz hat die Polizei jetzt aufgedeckt, wie Neonazis systematisch versuchen, ihre Gegner in kriminellen Verruf zu bringen, indem sie Graffitis mit linken Parolen sprühten (sz-online.de).

Der plötzliche Miniaufmarsch der Neonaziszene am 1. Mai auf dem Kurfürstendamm in Berlin war von langer Hand geplant. Das geht aus einer internen E-Mail hervor, die schon Tage vor dem Aufmarsch vom Veranstalter an die anreisenden Nazigruppen verschickt wurde – dort wurde der „spontane“ Ersatzaufmarsch als „Plan B“ angekündigt (Tagesspiegel).

Im US-Staat New Mexico ist einem Mann indianischer Herkunft aus offenbar rassistischen Motiven ein Hakenkreuz in den Oberarm gebrannt worden (Focus).

Der jahrelange Rechtsstreit um ein von der NPD gemietetes Grundstück in Rauen (Oder-Spree) ist nun beendet: Die rechtmäßigen Besitzer konnten heute ihre Immobilie wieder in Besitz nehmen (Märkische Allgemeine).

Israel gedenkt zum Tag der Befreiung der Opfer des Holocaust (Hamburger Abendblatt).

Einige hundert Litauer sind am Samstag in Vilnius bei der ersten Homosexuellen-Parade des Landes auf die Straßen gegangen – ihnen gegenüber: fast zehnmal so viele Gegendemonstranten, darunter Neonazis und Rocker, die die Teilnehmer des „Baltic Pride 2010“-Umzugs mit Steinen, Flaschen und Feuerwerkskörpern bewarfen und „Litauen den Litauern“ riefen (Spiegel online).

Der Stargalerist Bruno Bischofberger über seine Zeit mit Maler Jean-Michel Basquiat – und Erfahrungen mit Alltagsrassismus in der (Kunst-)Welt (Welt).

Die Fans von FC St. Pauli haben Anti-Rassismus in den Stadien etabliert. Später wurden sie Teil der Vereins-Mythologie und dann Teil des Geschäfts. Und nun? Ein Ausblick (taz).

Schauspieler Sinan Al-Kuri spielt im Theater in der Regel Türken und Araber, weil er so besetzt wird – und beim Aufwachsen gelernt hat, dass die Umwelt ihn so einordnet, jenseits seiner Lebensrealität (taz).

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