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#12 Die Asylbewerber vergreifen sich an Frauen!?

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Nach den Übergriffen auf zahlreiche Frauen in Köln in der Silvesternacht 2015/2016 hat sich medial das Bild vom „nordafrikanischen Asylbewerber als Sextäter“ verbreitet – seither sehen sich Männer aus nordafrikanischen Staaten (oder solche, die dafür gehalten werden) pauschalen Verdächtigungen ausgesetzt.In einer solchen Atmosphäre verbreiten sich auch Gerüchte über sexualisierte Übergriffe von Asylsuchenden schnell, zum Teil werden Falschmeldungen gezielt von rechtsextremen Websites in die Welt gesetzt.[i] Unter www.hoaxmap.org werden mehr als 450 Gerüchte, davon allein 72 über angebliche Vergewaltigungen, als falsch entlarvt und seriös widerlegt.[ii]Zu den Fakten: Einer Studie von 2013 zufolge hat fast jede siebte Frau in Deutschland eine Vergewaltigung, versuchte Vergewaltigung oder sexuelle Nötigung erlitten. Sexualstraftäter, meist Männer, kommen zu über 75 % aus dem sozialen Umfeld der Opfer: Es sind Familienangehörige, Nachbarn, Partner, Kollegen, Freunde. Unter anderem deshalb werden auch nur 8 % der Straftaten überhaupt zur Anzeige gebracht.[iii] Kriminalitätsstatistiken können nur einen kleinen Ausschnitt erfassen: Sie hängen stark ab von Ermittlungsschwerpunkten der Polizei und vom Anzeigeverhalten.[iv]In Deutschland gibt es hinsichtlich der Selbstbestimmung von Frauen eine bessere Rechtslage und gesellschaftliche Praxis als in manch einem anderem Staat. Das wurde hart erkämpft: Noch bis 1997 galt Vergewaltigung in der Ehe nicht als Straftat. Die alltägliche sexualisierte Gewalt zeigt, dass es keinen Grund gibt, überheblich zu sein.Sexualisierte Gewalt kann nicht einfach Asylsuchenden zugeschoben werden. Es handelt sich um ein gesamtgesellschaftliches Problem, das sich folglich auch nicht durch vermehrte Abschiebungen lösen lässt. Stattdessen muss das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung verteidigt werden, nicht nur mit Mitteln des Strafrechts – gegenüber den alteingesessenen Nachbarn genauso wie gegenüber Zugezogenen. Nur so kann die Zahl der Opfer sexualisierter Gewalt wirklich reduziert werden.

[i] Die Amadeu Antonio Stiftung hat eine Broschüre zum Thema herausgegeben: „Das Bild des ‚übergriffigen Fremden‘ – warum ist es ein Mythos? Wenn mit Lügen über sexualisierte Gewalt Hass geschürt wird(PDF-Dokument)“.

[ii] www.hoaxmap.org, Stand: 10.05.2017.

[iii] Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend; Prof. Dr. Ursula Müller und Dr. Monika Schröttle (2013): „Lebenssituation, Sicherheit und Gesundheit von Frauen in Deutschland. Ergebnisse der repräsentativen Untersuchung zu Gewalt gegen Frauen in Deutschland(PDF-Dokument)“.

[iv] BMI (Webseitenartikel mit Erläuterungen zur jährlichen Polizeilichen Kriminalitätsstatistik): „Daten zu Kriminalität“.

 

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Es ist gut, über Rassismus zu reden. In Deutschland wurde das viel zu lange nicht getan. Oder viel zu wenig, viel zu abstrakt. Dass sich jetzt Menschen äußern, wie sich Rassismus anfühlt, wie sein hässliches Gesicht genau aussieht und was es mit einem macht, zeigt wie groß das Problem geworden ist. Und es zeigt auch, dass die Betroffenen die Hoffnung auf Solidarität haben, meint Anetta Kahane.

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