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29. Mai 2008 … nach dem Rechten sehen

Nach dem brutalen Überfall auf eine Gruppe Schauspieler in Halberstadt muss nur ein Schläger in Haft, es gibt Proteste gegen die Ehrung eines NS-Arztes, und in Sachsen erhält der NPD-Kandidat bei der Ministerpräsidentenwahl mehr Stimmen als die eigene Fraktion Sitze hat.

 

Die tägliche Presseschau von Netz-gegen-Nazis.de

CDU-Politiker Stanislaw Tillich ist im ersten Wahlgang zum neuen Ministerpräsidenten Sachsens gewählt worden. Der NPD-Kandidat Johannes Müller erhielt drei Stimmen mehr als die Fraktion Sitze hat, wie die taz und Spiegel Online schreiben. Es wird davon ausgegangen, dass mehrere frühere NPD-Abgeordnete, die inzwischen fraktionlos im Landtag sitzen, für Müller gestimmt haben.

Wie die Süddeutsche Zeitung schreibt, sind ein Jahr nach dem brutalen Überfall auf eine Schauspielgruppe in Halberstadt drei Männer aus der rechtsextremen Szene freigesprochen worden. Nur ein Schläger wurde verurteilt. Die Ensemblemitglieder des Nordharzer Städtebundtheaters waren von mehreren mutmaßlich rechtsextremen Schlägern brutal verprügelt worden. Nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft und der Opfer ordneten die Angreifer die Schauspieler wegen ihres Aussehens der linken Szene zu, berichtet die Online Ausgabe der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

Das Simon-Wiesenthal-Zentrum in Jerusalem hat gegen die Verleihung der Günther-Budelmann-Medaille an den ehemaligen NS-Arzt Hans-Joachim Sewering durch den Bundesverband Deutscher Internisten scharfen Protest eingelegt. Das berichtet das Online-Portal der Standard. Der Leiter des Büros in Jerusalem, Efraim Zuroff, forderte den Verband am Mittwoch auf, die Ehrung zurückzunehmen.

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