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Aktiv auch im Netz Die „Omas gegen Rechts“ erobern das Internet

In Zeiten von Corona verlagert sich das Engagement gegen Rechtsextremismus ins Netz. Aber wie daran teilhaben, wenn man nicht in der digitalen Welt aufgewachsen ist? Vor dieser Herausforderung steht in diesen Tagen gerade die ältere Generation.

 
Da sah die Welt noch anders aus: Omas gegen Rechts bei einer Offline-Kundgebung. Bildrechte: privat

So auch die „Omas gegen Rechts“. Sie sind eine Initiative, die rechtsextremen, faschistischen und rassistischen Einstellungen in der Gesellschaft eine klare Absage erteiltt. Sie gründeten sich 2017 in Österreich und existieren seit Beginn 2018 in Deutschland. Auch in Gießen wurde mit sieben Frauen eine Regionalgruppe über Facebook gegründet, die innerhalb eines Monats auf mehr als 100 „OMAS“ angewachsen ist. „Nach den NSU-Morden, Lübke, den Anschlägen in Halle und Hanau kann eigentlich niemand mehr das Erstarken rechtsextremer Tendenzen in unserem Land negieren“, erklärt Oma Dorothea von Ritter-Röhr.

Bisher organsierten die „Omas gegen Rechts Gießen“ zum Beispiel Informationsveranstaltungen und öffentliche Diskussionen zum Thema Schwangerschaftsabbrüche und dem Paragraphen 219a. Außerdem nahmen sie an Demonstrationen von „Gießen bleibt bunt“ teil.

Medienkompetenz für OMAS GEGEN RECHTS

Online waren die „Omas gegen Rechts Giessen“  nur wenig aktiv. Von Ritter-Röhr erklärt, dass sich die Omas zwar ursprünglich als Facebook-Gruppe zusammengefunden haben, es vielen der Frauen jedoch an Medienkompetenzen fehlt, um sich auch online zu engagieren. Das liege hauptsächlich daran, dass sie aufgrund ihres Alters zu wenig Kenntnisse und Kompetenzen in der Nutzung der modernen Kommunikationsmedien hätten. Genau das soll sich nun ändern.

Mit Hilfe des neuen Projektes: „Medienkompetenz für OMAS GEGEN RECHTS zur Stärkung des demokratischen Diskurses“ fanden 2020  2020 zwei aufeinander aufbauende Kurse mit jeweils zwei Unterrichtsstunden pro Woche statt. Ziel war es, dass die „Omas gegen Rechts Gießen“ die Grundlagen digitaler Kommunikation erlernen. Der Schwerpunkt der Kurse lag darauf, Hassrede zu erkennen und geeignete Umgangsstrategien auszuprobieren. „Wir möchten uns Medienkompetenz aneignen, um diesem Hass wirksam zu begegnen“ betont von Ritter-Röhr. In Zukunft können die empowerten Omas dann auch in der digitalen Welt an Diskussionen und Meinungsbildung teilnehmen. Besonders die Erfahrungen der älteren Generation seien in der aktuellen Entwicklung wertvoll, um der Geschichtsvergessenheit entgegenzuwirken, erklärt von Ritter-Röhr: „Ich bin selber ganz neugierig, was wir in diesem neuen Medium finden werden.“

Der Förderantrag der „Omas gegen Rechts Gießen“ wurde lange vor Corona gestellt. Im Hinblick auf die aktuelle Situation musste auch die Planung des Projektes angepasst werden. Die „Omas gegen Rechts Gießen“ haben entschieden, keine Seminarveranstaltung als Weiterbildung zu konzipieren, sondern daraus ein Webinar zu machen. „Das wird eine besondere Herausforderung an die OMAs. weil wir ja gerade auf diese Medien erst durch ein Seminar vorbereitet werden wollten“ erklärt von Ritter-Röhr. Aber sie selbst ist sicher: „Wir schaffen das!“

Unterstützt und gefördert wird das Projekt durch die „Melting Pott“ Kampagne von Ben & Jerry’s, dem FC St. Pauli und der Amadeu Antonio Stiftung. Mit den Einnahmen der „Limited Edition“ Eissorte „Melting Pott“ werden Initiativen unterstützt, die sich für eine demokratische Gesellschaft einsetzen.

Dieser Beitrag ist ursprünglich auf dem Portal „Mut gegen rechte Gewalt“ erschienen (2002-2022).

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