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Ausstellungen, Theater und Veranstaltungsreihen

Effektives Handeln gegen Rechtsextremismus braucht Informationen und Öffentlichkeit. Denn Aktionen, Strategien, Codes, Musik und Lifestyle von Neonazis verändern sich ständig. Das Wissen darüber kann auf unterschiedliche Weise präsentiert und zur Diskussion gestellt werden.

 

Ausstellungen

Tatort Rheinland-Pfalz“ nennt sich die Ausstellung, die seit Januar 2008 von Speyer bis Neuwied durch das Bundesland tourt. Rassistisch motivierte Brandanschläge, Angriffe auf Migranten und alternative Jugendliche, eine bundesweit aktive neonazistische „Kameradschaftsszene“ und mehrfache Versuche der NPD ein Schulungszentrum zu kaufen. Es gibt viele Anlässe für die Ausstellungsmacher rings um das rheinland-pfälzische Netzwerk Demokratie und Courage, um mit den 16 mobilen Tafeln in Kirchengemeinden, an Schulen und in Rathäusern über Rechtsextremismus zu sprechen. Die Fotos, Texte und Begleitmaterial sind so gestaltet, dass sie vor Ort ergänzt und erweitert werden können. Um die Ausstellung möglichst weit zu verbreiten, haben sich die Heinrich-Böll-Stiftung Rheinland-Pfalz, das Netzwerk Demokratie und Courage e.V. sowie die Landesschülervertretung zusammengeschlossen.

Opfer rechter Gewalt

Die Wanderausstellung „Opfer rechter Gewalt seit 1990“ porträtiert 136 Menschen, die seit 1990 in Deutschland nach rechten und rassistischen Gewalttaten in Deutschland starben. Die Künstlerin Rebecca Forner hat in Zusammenarbeit mit dem Verein Opferperspektive die Schicksale dieser Menschen vor dem Vergessen bewahrt. An die tödlichen Brandanschläge von Mölln und Solingen erinnern sich noch viele. Aber wer weiß heute noch, dass der 17-jährige Schüler Nihad Yusufoglu am 28. Dezember 1990 in Hachenburg (Rheinland-Pfalz) sterben musste, weil ein gleichaltriger Naziskinhead ihn mit einem Messerstich ins Herz tötete? „Davon habe ich noch nie gehört, obwohl sich der Fall bei uns in der Region ereignet hat,“ ist dann auch die Reaktion vieler Besucher.

Erstmals war die Ausstellung 2002 in der Berliner „Topografie des Terrors“ zu sehen. Inzwischen wurde sie an mehr als 100 Orten in Deutschland gezeigt. Seit 2008 kann eine komplett überarbeitete und aktualisierte Fassung bei der Opferperspektive e.V. ausgeliehen werden. Das Begleitmaterial der Opferperspektive unterstützt Veranstalter vor Ort, um Konzepte für das Rahmenprogramm zu entwickeln, zum Beispiel Führungen für Schulklassen oder Abendveranstaltungen. Im Jahr 2008 wird die Ausstellung unter anderem in Düren, Wunsiedel, Fürstenwalde, Hamburg und Herzogenrath zu sehen sein.

Was tun bei Veranstaltungen?

Hilfe bei der Vorbereitung, um Störungsversuche von Neonazis zu verhindern, sowie bei der Suche nach kompetenten Referenten, aktuellen Informationsmaterial und Themen bieten unter anderem die Mobilen Beratungsteams gegen Rechtsextremismus, die jeweiligen Landeszentralen für politische Bildung, die Landeskoordinierungsstellen des neuen Bundesprogramms „kompetent für Demokratie. Beratungsnetzwerke gegen Rechtsextremismus“ sowie andere lokale Initiativen und die Landesämter für Verfassungsschutz.

Zum Thema

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| Kommunale Handlungsstrategien in Brandenburger Kommunen im Vergleich

| Den Nazis trotzen von Toralf Staud

| Wie kann ich meine Veranstaltung schützen? Interview mit Bianca Klose, Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus

Weblinks

| Aktionsbündnis Brandenburg

| Beratungsnetzwerke in Ost- und Westdeutschland

| Opferperspektive e.V.

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