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Hähnel, Jörg

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Der aus Frankfurt (Oder) stammende Hähnel gehört nicht nur Bundesvorstand der rechtsextremen Partei (zuständig für den Bereich Medien), sondern ist auch Bezirksverordneter in Berlin-Lichtenberg. Ende der neunziger Jahre hatte er in Frankfurt erste kommunalpolitische Erfahrungen gesammelt. Sein Geld verdient der gelernte Landschaftsgärtner als Angestellter der NPD-Fraktion im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern.

Als im Februar 2008 fast 5000 Rechtsextreme durch Dresden marschierten, um geschichtsverfälschend dem „allierten Bombenholocaust“ zu gedenken, sorgte Hähnel für die musikalische Begleitung der Redebeiträge. Regelmäßig tritt er bei Szene-Veranstaltungen auf. Auch für die rechtsextreme Jugendorganisation ?Heimattreue Deutsche Jugend? (HDJ) ist Hähnel aktiv. 1997 und 2007 erschienen CDs, auf denen vor allem revanchistische Forderungen bezüglich der „deutschen Ostgebiete“ gestellt werden und das „deutsche Reich“ verherrlicht wird.

Nur wenige der von ihm interpretierten Songs hat Hähnel selbst geschrieben. Meist spielt er Titel historischer völkischer und später nationalsozialistischer Autoren nach. Hähnel war zusammen mit Lars Hellmich und Anett Moeck Mitglied der „Kulturrevolutionären Offensive“ (KRO), die 2001 die CD „Rufe ins Reich“ veröffentlichte.

Im Oktober 2008 wurde Jörg Hähnel vom Amtsgericht Tiergarten in Berlin wegen der Billigung von Straftaten zu einer Geldstrafe von 4500 Euro verurteilt. Hähnel hatte in einer öffentlichen Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung in Lichtenberg die Ermordung der KPD-Gründer Luxemburg und Liebknecht im Jahr 1919 als „politisch geboten“ und von der Geschichte legitimiert bezeichnet. Es ist nur eine von zahlreichen Anklagen gegen den Liedermacher.

Auf einem von der Medienöffentlichkeit weitgehend abgeschnittenen „Notparteitag“ im Hof der Bundeszentrale wurde Hähnel im Juni 2008 zum Landesvorsitzenden der Berliner NPD gewählt und war damit Nachfolger von Eckart Bräuniger.

Vor der Bundestagswahl 2009 ließ Jörg Hähnel rassistische Briefe an 22 Politiker mit Migrationshintergrund aus Berliner Bezirksverordnetenversammlungen verschickt. Darin fordert er sie in Form einer „Bekanntmachung über die geordnete Durchführung der Heimreise von Personen mit Migrationshintergrund in ihre Heimatländer“ auf, das Land zu verlassen. Zudem hatte Hähnel 2009 auf der NPD-Homepage einen Plan zur „Ausländerrückführung“ veröffentlicht. Wegen Volksverhetzung wurde er 2010 vom Berliner Amtsgericht Tiergarten gegen Zahlung einer Geldbuße zu zehn Monaten Haft auf Bewährung verurteilt.

Im Februar 2010 wurde Hähnel, ohne große Impulse in die desolate Berliner NPD zu geben und nach größeren parteiinternen Querelen, als Landesvorsitzender abgelöst. Sein Nachfolger ist Uwe Meenen. Hähnel sitzt auch nicht mehr in der Bezirksverordnetenversammlung von Berlin-Lichtenberg, zur Berlin-Wahl 2011 verzichtete Jörg Hähnel auf eine Kandidatur.

Beim Bundesparteitag der NPD in Neuruppin 2011 wurde Jörg Hähnel als Beisitzer im Bundesvorstand wiedergewählt.

Im April 2012 trat Hähnel im Rahmen der Gründungsfeier des JN Stützpunktes „Schenkenländchen/Dahmeland“ im brandenburgischen Märkisch Buchholz auf. Gemeinsam mit dem aktuellen Bundesvorsitzenden Frank Franz trat Hähnel auf einer NPD-Kundgebung in Rostock im Juli 2012 als Redner auf.

Beim Bundesparteitag der NPD in Weinheim 2014 wird Jörg Hähnel erneut als Mitglied des Parteipräsidiums und als Leiter des „Amts für Öffentlichkeitsarbeit“ bestätigt.

Rechercheberichten zufolge ist Hähnel nicht mehr mit Stella Hähnel (geb. Palau) liiert, die in der NPD-Frauenorganisation RNF aktiv ist.

| Der aktuelle NPD-Bundesvorstand

Aktualisiert am 04.11.2014

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