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Hamisch, Enrico

Enrico Hamisch (Jg. 1974) ist einer der führenden Neonazi-Kader in Vorpommern und Wahlkreismitarbeiter des NPD-Landtagsabgeordneten Tino Müller

 

Der gelernte Koch und Konditor mit Wohnort Bansin auf Usedom ist einer der aktivsten Neonazis im östlichen Vorpommern und ein wahrer Multifunktionär: Er arbeitet in der unverfänglich klingenden „Bürgerinitiative Schöner Wohnen in Wolgast“ mit. Unter der Überschrift „Bürger, wacht auf!“ protestierte diese Gruppierung 2003 in der Peenestadt Wolgast mit einer Unterschriftenkampagne gegen ein in der Stadt geplantes Asylbewerberheim. Außerdem gilt Hamisch als Anführer des Kameradschaftsbundes Usedom und ist einer der führenden Köpfe des Sozialen und Nationalen Bündnisses Pommern (SNBP) ? eine Art Dachorganisation der Kameradschaftsszene in Vorpommern. Zugleich ist er Vorsitzender des NPD-Kreisverbandes Ostvorpommern.

Darüber hinaus ist Hamisch in der „Initiative für Volksaufklärung e.V.“ aktiv und fungiert seit 2001 als Herausgeber des „Insel-Boten“ und weiterer sogenannter „Aufklärungsbroschüren“ die kostenlos verteilt werden und auf der Homepage der Initiative abrufbar sind. Im Sommer 2005 sind Regionalausgaben des „Boten“ für die Städte Greifswald, Stralsund, Anklam und den Kreis Uecker-Randow hinzugekommen. Nach Eigenangaben wurde die Ausgabe 1/2007 in einer Auflage von 83.000 Stück gedruckt.

Im Jahr 2005 trat Hamisch mit einer Vielzahl anderer Mitglieder von Neonazi-„Kameradschaften“ in die bis dahin eher schwache NPD Mecklenburg-Vorpommern ein. Zur Landtagswahl 2006 kandidierte Hamisch für die Partei im Wahlkreis Demmin I und erreichte knapp 8 Prozent der Stimmen. Nach der Landtagswahl wurde er vom NPD-Landtagsabgeordneten Tino Müller (Ueckermünde) als Wahlkreismitarbeiter angestellt.

Aus der Insolvenzmasse einer Konsumgenossenschaft erwarb Hamisch mit dem Wahlkreismitarbeiter des NPD-Parlamentariers Michael Andrejewski, dem Salchower Neonazi Alexander Wendt im Mai 2007 ein Möbelkaufhaus in der Ortsmitte Anklams. Die „Initiative für Volksaufklärung e.V.“ hat angekündigt, dort die „Pommersche Volksbücherei“ einzurichten. Im Angebot: „Deutschfreundliche Bücher, Zeitschriften und Filmmedien, welche Ihnen von den brddr-Gesinnungsinquisitoren bewußt vorenthalten werden und die Sie vergeblich in systemkonformen Buchläden, Büchereien und Verlagshäuser suchen werden“.

„Vielleicht mögen sie die eine oder andere Schlacht gewinnen, und vielleicht gelingt es ihnen ja, uns teilweise mit Repressalien zu begegnen“, schreibt Enrico Hamisch im NPD-Organ Deutsche Stimme (1/2008). „Stoppen werden sie uns nicht.“

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