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Nationalismus

Nationalismus der, Sammelbezeichnung für politische Ideen und Bewegungen, die die Grenzen von Nation und Staat zur Deckung bringen wollen. Nationalbewusstsein und Nationalismus sind geeignet, soziale Großgruppen zu integrieren und voneinander abzugrenzen, wobei der Nationalismus nach außen und nach innen militant auftreten kann; er ist Mittel verschiedener Bewegungen zur Ausbildung einer eigenen Nation. Der aggressive Nationalismus, der die eigene Nation absolut setzt (Chauvinismus) und damit die Existenz anderer Nationen bedroht, war besonders für die Zeit der beiden Weltkriege charakteristisch. Die danach in Europa als Folge v. a. der Weltkriegserfahrungen und der internationalen Bündnisbeziehungen zunächst relativierte politische Wirksamkeit des Nationalismus nahm seit 1989 mit dem politischen Umbruch in Mittel-, Ost- sowie Südosteuropa und dem damit verbundenen offenen Ausbruch schwelender Nationalitätenfragen, besonders seit dem Zerfall der UdSSR und Jugoslawiens (1991), wieder zu und führte zu ethnischen Konflikten. Mit dem Erstarken des islamischen Fundamentalismus nach 1979 gewann der Nationalismus besonders im arabischen Raum an Bedeutung. Mit der fortschreitenden Verschmelzung der Weltwirtschaft („Globalisierung“) sowie der Schaffung neuer politischer Großeinheiten (z. B. EU) gehen in der postindustriellen Welt auch Prozesse der „Renationalisierung“ und Regionalisierung einher.

 

Quelle: Meyers Lexikon online

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