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Burak Bektaş Auch fünf Jahre später noch ein unaufgeklärter Mord

In der Nacht vom 4. auf den 5. April 2012 stehen Burak Bektaş und vier Freunde an einer Bushaltstelle in Neukölln. Ein Mann zwischen 40 und 60, zwischen 1,70 Meter und 1,80 Meter, taucht aus der Dunkelheit auf – vielleicht mit Basecap, vielleicht mit Kapuze, so die Personenbeschreibung der Polizei.  Dann fallen Schüsse. Niemand kann sich erinnern, wieviele genau es waren.

 
Schweigeminute bei der Demo zum vierten Todestag von Burak Bektaş (Quelle: Foto: Flickr / CC / Chris Grabert)

Zwei der Freunde werden schwer verletzt, aber überleben die Tat nach Notoperationen. Burak Bektaş stirbt im Krankenhaus an einem Lungendurchschuss. Er war 22 Jahre alt.

Seit mittlerweile fünf Jahren ermitteln Polizei und Staatsanwaltschaft – ohne Erfolg. Das Umfeld der vier Überlebenden wurde ergebnislos durchleuchtet. Ein gezielter Anschlag wurde ausgeschlossen. Die fünf hatten sich zufällig getroffen, der Angriff hätte so nicht geplant werden können. Die Polizei konnte zu wenige Spuren sichern, um Rückschlüsse auf den Täter ziehen zu können.

Wo heute, fünf Jahre nach der Tat, neue Spuren herkommen könnten, ist fraglich – einzig, dss sich Mitwisser melden könnten oder der Täter sich stellte. Der Journalist Philip Meinhold, der für den RBB eine Podcastserie über den Mord produziert hat, sagt in einem Interview mit dem RBB, dass aber weiterhin ermittelt wird: „Der Stand der Ermittlungen ist im Prinzip so, wie er damals war. Die Hinweise und Spuren, die es gab, sind abgearbeitet, und der Fall ist nicht geschlossen. Das heißt, die Ermittler warten im Prinzip darauf, dass neue Hinweise auftauchen, denen sie nachgehen können.“

Die „Initiative für die Aufklärung des Mordes an Burak Bektaş“, die sich wenige Monate nach der Tat gründete, vermutete schon damals einen rassistischen Hintergrund:  „Auch wenn wir es nicht mit Sicherheit sagen können, gehen wir davon aus, dass Burak B. von Rassisten ermordet wurde.“ Hinweise darauf könnte ein Fall geben, der sich 2015 auch in Neukölln ereignete. Damals wurde der in Berlin lebende Brite Luke Holland vor einer Bar mit einer Schrotflinte erschossen. Der Täter war Rolf Z., mittlerweile wegen Mordes zu elf Jahren und sieben Monaten Haft verurteilt. Der 63-Jährige war Stammgast der Bar und hatte sich beschwert, dass „nur noch Englisch und Spanisch gesprochen“ würde.

Obwohl in Z.s Wohnung massenhaft Nazi-Devotionalien, inklusive einer Hitler-Büste und mehreren Waffen, gefunden wurden, konnte das Gericht kein eindeutiges Motiv feststellen. Dem Täter Ausländerhass zu unterstellen sei nur „ein vager Rückschluss aus seiner Sammelleidenschaft“.

Z. war auch schon in den Ermittlungen zum Mord an Burak Bektaş aufgetaucht. Ein Zeuge hatte ausgesagt, ihn zu Schießübungen im Keller des Hauses von Z.s Bruder gefahren zu haben, ganz in der Nähe des späteren Tatorts. Z. soll damals auch nach Pistolenmunition gefragt haben. Im Gegensatz zu Luke Holland, wurde Burak Bektaş mit einer Pistole ermordet. Die Wohnung des Bruders konnten weder Polizei noch Staatsanwaltschaft finden, im Gegensatz zu Journalisten des RBB und Deutschlandradio Kultur. So die Antwort der Behörden auf eine Anfrage der Grünen.

Heute, fünf Jahre nach dem Mord, findet eine Demo samt Grundsteinlegung für einen Gedenkort statt: 18:30 Uhr, Rudower Str. / Möwenweg

 

— Am 25. Mai 2018 tritt die Datenschutzgrundverordnung (DSVGO) in Kraft. Die Rechtslage für Fotos ist unklar. Bis sich daran etwas ändert, machen wir Personen, die auf Fotos zu sehen sind, unkenntlich. —

Foto: Flickr / Chris Grabert / CC-BY-NC-SA 2.0

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