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Greifvogel Wear

Die T-Shirts, Hosen und Pullover von „Greifvogel Wear“ (Untertitel: „Radical Warrior Clothing“) wirken auf den ersten Blick, als würde es sich um eine unpolitische Marke aus dem Sportbereich handeln. Bei genauerem Hinsehen zeigt sich die rechte Gesinnung aber oft recht deutlich. Ein markantes Motiv ist beispielsweise der Helm eines Spartaners – seit dem Film „300“ bezieht sich die europäische Rechte gerne auf die griechische Mythologie, sieht sich als kämpferische Underdogs gegen eine feindliche Übermacht  (vgl. ngn). Ein anderes Shirt zeigt einen Totenkopf, dazu der Spruch „Strength against the modern world“. Immer wieder taucht als Symbol das Ungleichheitszeichen auf. Die Marke verherrlicht Krieg, Kampf, Stärke, Heldentum und die Zugehörigkeit zu einem „Volk“. So heißt es beispielsweise in einem Facebook-Post: “ Wehrhaftigkeit ist die Pflicht eines jeden Einzelnen von uns und Euch, die Ihr Euch anschickt, einst das germanische Sparta zu errichten. Wer Teil der Mauer Germaniens sein will, erreicht dieses Ziel nicht einzig durch Konzertteilnahmen, sondern durch Blut, Schweiß und Tränen!“

 

Im Impressum der Website als Geschäftsführer angegeben wird Sebastian Raack, ein bekannter Dresdner Neonazi und Hooligan, der ebenfalls „Ansprechpartner“ für den Tattoo- und Bekleidungsladen „Neverstraight Clothes“ in der Mälzerei Dresden ist, der einschlägige Marken vertreibt und ebenso für das Label „OPOS-Records“, eines der wichtigsten sächsischen Label für neonazistische und NS-Hardcore-Musik. „Greifvogel Wear“ tritt als offizieller Sponsor verschiedener einschlägiger Kampfsportler und Sportevents auf, darunter die rechtsextreme Kampfsportveranstaltung „Kampf der Nibelungen“.  

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