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Lexikon: Kühnen, Michael

Eine Führungsfigur des westdeutschen Neonazismus in den 1980er Jahren (1955-1991). Kühnen war engagiert bei den „Jungen Nationaldemokraten“ der NPD, der „Aktion Widerstand“ und „Aktion Neue Rechte“. 1977 gründete er die Neonazi-Gruppe „SA-Sturm Hamburg“, die als NSDAP-Aufbauorganisation gedacht war. Daraus entstand die „Aktionsfront Nationaler Sozialisten“ (ANS), mit der Kühnen führender Kopf der militanten deutschen Neonazi-Szene wurde. Zu seinen Anhängern gehörten u. a. Thomas Brehl, Christian Worch, Gottfried Küssel und Steffen Hupka. Die ANS wurde 1983 verboten, Nachfolgeorganisation: Gesinnungsgemeinschaft der Neuen Front (GdNF) und Freiheitliche Deutsche Arbeiterpartei (FAP). Ab 1986 stritt Kühnen für die Vereinbarkeit von Nationalsozialismus und Homosexualität, was zu Spaltungen und Streit führte. 1991 starb Kühnen an den Folgen von AIDS. 

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eine Führungsfigur des westdeutschen Neonazismus, lebte von 1955 bis 1991

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