Weiter zum Inhalt

Pirna Übergriff nach antirassistischem Fußballturnier

In der Nacht zum 19. Juli 2015 warfen Unbekannte mehrere Scheiben der KulturKiste in Pirna mit Pflastersteinen ein. Die K2 ist Büro und Veranstaltungsraum des Akubiz e.V. Der Verein braucht nun finanzielle Unterstützung, um den Sachschaden in Höhe von ca. 2000 € zu beheben. In einer Stimmung, in der täglich auf Facebook und auf der Straße gehetzt wird und die Gewalt zunimmt – sowohl gegen Geflüchtete als auch gegen ihre Unterstützer_innen – ist es wichtig, Solidarität mit denen zu zeigen, die sich gegen Rassismus und Nazis einsetzen und sich für Geflüchtete engagieren.

 
Das Logo der Kulturkiste in Pirna, die nach einem Rassist_innen-Übergriff Unterstützung braucht. (Quelle: Akubiz)

Gemeinsamer Spendenaufruf des RAA Sachsen e.V. und des Kulturbüro Sachsen e.V.

Zum Hintergrund:

Vorausgegangen waren dem Angriff zahlreiche Bedrohungen gegen den Verein. Als Veranstalter des Antirassistischen Fußball-Turniers am 11. Juli in Ulbersdorf waren sie ins Visier rassistischer Anfeindungen geraten. In einer Drohung hieß es: „Na, die Adresse der Initiatoren ist bekannt (…), man sollte denen mal ordentlich Licht machen (ans Fahrrad). Achso, es soll die nächsten Tage windig werden, als kleine Geste, damit ihre roten Info-Zettel nicht wegfliegen, vielleicht gleich paar Ziegelsteine mitnehmen…“

Bereits am Tag des Antira-Cups waren der Platz und die Tore mit Absperrband und rassistischen Parolen versehen. Auch an den Ortseingangsschildern hingen solche Plakate.  Als ein Geflüchteter die sanitären Anlagen nutzen wollte, wurde er von Anwohner_innen mit den Worten „Diese Toilette ist nur für Weiße“ versucht wegzuschicken. Und auch im Vorfeld wurde das Turnier auf einschlägigen Internetseiten mit rassistischer Hetze übersät.

Im Nachgang des Turniers löste aber nicht dies, sondern ein über Facebook verbreitetes Foto eines Teamtrikots mit der Aufschrift „Love Sport, Hate Germany“ eine Welle der Empörung, der Beleidigungen und Bedrohungen aus. Politiker_innen und Medien forcierten eine einseitig geführte Diskussion, in der es in keinster Weise um die Ereignisse in Ulbersdorf im Vorfeld und während des Turniers ging, sondern allein um die Unmöglichkeit eines solchen Statements.

Spendenkonto:

RAA Sachsen e.V.IBAN: DE33 8508 0200 0643 9986 00BIC: DRESDEFF857

Verwendungszweck: Kulturkiste

Belltower.News macht gemeinnützigen Journalismus, denn wir klären auf und machen das Wissen von Expert*innen zu Antisemitismus, Rassismus und
Rechtsextremismus und allen anderen Themen der Amadeu Antonio Stiftung für alle zugänglich.
Unsere Reportagen, Recherchen und Hintergründe sind immer frei verfügbar und verschwinden nie hinter einer Paywall. Dafür brauchen wir aber auch deine Hilfe.
Bitte unterstütze unseren Journalismus, du hilfst damit der digitalen Zivilgesellschaft!

Weiterlesen

Fußball-WM-start

Fußball-Weltmeisterschaft 2022 in Katar Wie findet die Rechtsaußen-Szene eigentlich die WM?

Fußballweltmeisterschaft in Katar, das eröffnet der rechtsextremen bis rechtspopulistischen Szene ungeahnte Möglichkeiten der Menschenfeindlichkeit: Rassismus? Islamfeindlichkeit? LGBTIQ*-Feindlichkeit? Oder geht nicht…

Von
karte-we

Eine Karte der Gewalt und Proteste gegen Flüchtlinge

Mit der Zahl der Flüchtlinge nehmen wie in Tröglitz Übergriffe aus der rechten Szene zu. Unsere Karte zeigt, in welchen…

Von
Ein Gedenkgraffiti unter der Friedensbruecke in Frankfurt. Das Kunstwerk wurde inzwischen beschmiert.

Zum ersten Gedenktag Ein Jahr nach dem Hanau-Anschlag häufen sich die Fragen

Polizeinotrufe, die ins Leere laufen, ein Notausgang, der verschlossen war, ein rechtsextremer Verschwörungsideologe, der Waffen besitzen durfte. Ein Jahr nach dem rechtsterroristischen Anschlag in Hanau häufen sich die Fragen. Hätte das rassistisch motivierte Attentat verhindert werden können? Das Vertrauen der Überlebenden und Hinterbliebenen in die Behörden ist erschüttert. Eine Bestandsaufnahme.

Von

Schlagen Sie Wissenswertes in unserem Lexikon nach.