Weiter zum Inhalt

Rechtsextreme Musik Act of Violence

„Act of Violence“ ist eine Rechtsrockband aus dem Allgäu. 2005 veröffentlichte sie ihr erstes Album, das fünfte 2017.

 
Ausschnitt aus einem Albumcover von "Act of Violence"

Wegen Gewaltaufrufen, nationalsozialistischer und antisemitischer Texte indizierte die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPJM) das dritte Werk von Act of Violence. Die Doppel-CD mit dem Titel Wilde Vögel fliegen enthielt 25 Lieder. Nur fünf davon hatte das Gremium seinerzeit keine »Indizierungsrelevanz« beigemessen. Das Album durchziehen laut Begründung der Prüfstelle »durchgängig Codierungen, Anspielungen und Bezugnahmen auf die Zeit, Herrschaft und Ideologie des Nationalsozialismus in Deutschland in Verbindung mit Treueschwüren und der Aufforderung zur absoluten Hingabe.« Diese würden gewalttätig inszeniert, um »Gewalthandeln für die vorausgesetzten Ziele« zu befördern. Das »Bekenntnis zum Nationalsozialismus« erfolge gleich im zweiten Titel des Albums. Im Titel „Jedem das Seine“ macht sich „Act of Violence“ auch nach Auffassung der BPJM offensichtlich in sarkastischer Weise über den Holocaust lustig und banalisiert die industriell konzipierte und durchgeführte Massenvernichtung der europäischen Juden durch die Nationalsozialisten.

Sänger Philip M. macht auch mit anderen rechtsextremen Bands Musik, etwa den „National Born Haters“.  In beim großen Rechtsrockkonzert in Themar 2017 stand M. ebenso auf der Bühne. Am 29. Juli 2017 spielte er bei einem Auftritt der Band „Phönixauf dem Neonazi-Festival im Süden Thüringens. Enge Verbindungen hat die Band zu  Anhängern der Neonazikameradschaft Voice of Anger. Beide feierten 2017 ihr 15-jähriges Bestehen.

 

Belltower.News macht gemeinnützigen Journalismus, denn wir klären auf und machen das Wissen von Expert*innen zu Antisemitismus, Rassismus und
Rechtsextremismus und allen anderen Themen der Amadeu Antonio Stiftung für alle zugänglich.
Unsere Reportagen, Recherchen und Hintergründe sind immer frei verfügbar und verschwinden nie hinter einer Paywall. Dafür brauchen wir aber auch deine Hilfe.
Bitte unterstütze unseren Journalismus, du hilfst damit der digitalen Zivilgesellschaft!

Weiterlesen

IMG_2274hellaufmacher-1

Apolda gegen Neonazis Rechtsrock-Festival in Thüringen wird für Neonazis zum absoluten Reinfall

Eigentlich wollten Neonazis am vergangenen Wochenende ausgelassen auf einem Rechtsrock-Event in Thüringen feiern – daraus wurde nichts. Nach einer Art Schnitzeljagd um den Veranstaltungsort, fanden sich am Samstag knapp 1.000 Rechtsextreme in Apolda ein. Als das Konzert begann, griffen Neonazis mit einem Mal Polizisten an. Das improvisierte Event wurde aufgelöst. Auch in finanzieller Hinsicht ein Fiasko für die Szene.

Von
Antisemitismus-Rechtsrock-13427_0

Vom versteckten und offenen Antisemitismus im Rechtsrock

Die Feindbilder in den menschenverachtenden Texten rechtsextremer Musik sind facettenreich. Antisemitismus und antisemitische Verschwörungsideologien spielen dabei eine zentrale Rolle.

Von
2018-04-09_102811

Bataillon 500

Die Ende der Neunziger Jahre in Rostock gegründete Band entstammt dem in Deutschland verbotenen „Blood & Honour“-Netzwerk und ist im…

Von

Schlagen Sie Wissenswertes in unserem Lexikon nach.