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Stadtvertretung bringt Marianne Pastörs ins Schwitzen

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Bei hohen Temperaturen und drückender Luft fand am 2. Juli die konstituierende Sitzung der Stadtvertreter in Lübtheen statt. 16 Stadtvertreter, darunter 2 NPD-Vertreter, teilten mit Hilfe der Bürgermeisterin Ute Lindenau und anderen Stadtbeamten verschiedene Ausschusssitze für die nun beginnende Legislaturperiode untereinander auf.

Zu Beginn jedoch wurden die Fraktionen bekannt gegeben. Und natürlich lässt es sich die NPD nicht nehmen, mit zwei Personen eine Fraktion zu bilden. Andreas Theissen benennt sich selbst als Fraktionsvorsitzenden und Marianne Pastörs als seine Vertreterin. Das verwundert nicht, ist die Frau in der rechtsextremen Szene gerade im politischen Bereich fast immer in der zweiten Reihe zu finden. Vielleicht ist auch das der Grund, warum Marianne Pastörs, die in der Kommunahlwahl fast doppelt so viele Wählerstimmen auf sich vereinigen konnte wie ihr Mitbewerber Theissen, nun von ihrem Mandat im Kreistag zurückgetreten ist und dem NPD-Landesvorsitzenden Stefan Köster den Vortritt lässt. Ihr Amt als gewähltes Mitglied der Stadtvertretung nimmt sie jedoch wahr, auch wenn sie während der Sitzung Andreas Theissen reden lässt.

Dieser schlägt sie dann für die Wahl als Bürgervorsteherin vor und beantragt geheime Wahl. Dies hätte die Bürgermeisterin oder ihre Kollegen aus der Fassung bringen können, aber diese waren auf alles vorbereitet. Eine Wahlurne wurde geholt und auch ein Sichtschutz war schnell aufgestellt. Die Stadtvertreter hatten nun die Wahl zwischen Marianne Pastörs als Bürgervorsteherin oder einem Vertreter einer demokratischen Partei. Zu erwarten war, dass sich Frau Pastörs und Herr Theissen für ein Kreuz auf der rechten Seite entscheiden würden. Was aber für Ratlosigkeit und misstrauische Gesichter sorgte, war die dritte Stimme, die von einem Vertreter einer demokratischen Partei auf Marianne Pastörs gesetzt wurde.

„Die ist schon anders als die anderen Braunen“

Und Frau Pastörs lächelte, klassisch und dezent gekleidet mit einem irgendwie sympathischen Lächeln wie eine „grande dame“. Und sie wurde angelächelt von Stadtvertretern, die ganz offensichtlich nicht mit einer Frau aus der rechtsextremen Szene umgehen können. Wie denn auch? Frau Pastörs repräsentiert sich als sanfte, stilvolle, im Umgang mit ihrem Sitznachbarn Theissen fast demütige Person, die so überhaupt nicht in das Klischee der gewaltbereiten Szene passt. Aber das scheint auch ihre Aufgabe zu sein. Kein Ton kommt von ihr, und vor jeder Abstimmung geht der Blick zu ihrem Nachbarn. Eigene Entscheidungen trifft sie offensichtlich nicht. „Das verstehe ich jetzt nicht“, war gestern im Zusammenhang mit einer Sitzverteilung für einen Ausschuss leise von ihr zu hören. Jedoch stellt dann nicht sie die Verstehensfrage, sondern Andreas Theissen. Ein Stadtvertreter sagt nach der Sitzung: „Die Frau Pastörs ist schon anders als die anderen Braunen.“

In den Ausschüssen Ordnung und Soziales hat Marianne Pastörs nun je einen Sitz. Andreas Theissen ist im Hauptausschuss und im Ausschuss Bau und Wirtschaft vertreten. Die Lübtheener dürfen gespannt sein, wie sich die Präsenz der beiden nun in der Stadtvertretung niederschlägt. Zwei Anträge gab es gestern schon, von Theissen holperig verlesen. Einer wurde abgelehnt und für den anderen fand man einen Kompromiss.

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