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Neonazis im Kampfsport

Neonazis haben eine besondere Affinität zu Gewalt, Körperkult und Männlichkeitsritualen. Besonders in der „Kameradschafts“-Szene gilt Gewalt auf der Straße gegen vermeintliche politische Gegner als unumstrittene Form der politischen Strategie. Der „Straßenkampf“ wird zudem in etlichen Liedern von rechtsextremen Bands glorifiziert.

 

Kein Wunder, dass sich auch im Bereich des deutschen Kampfsports viele Neonazis tummeln. In die Schlagzeilen geriet in den letzten Jahren vor allem der so genannte Freefight-Sport. Bei dieser Kampfsportart ist alles erlaubt: Treten, Schlagen, Werfen und „Bodenkampf“. Beendet wird der Kampf erst, wenn ein Gegner aufgibt, ohnmächtig wird oder der Schiedsrichter den Kampf abbricht. Damit ähnelt diese Sportart dem von Neonazis propagierten Ideal des „Straßenkampfes“ im Stil der nationalsozialistischen SA.

Überall in Deutschland finden regelmäßig öffentliche Freefights statt. Dennoch treten vor allem in den neuen Bundesländern häufig bekannte Rechtsextremisten im Ring an. Die meisten Kampfsportler haben mit Rechtsextremisten überhaupt nichts zu tun, zumal viele Teilnehmer als Migranten zu den „politischen Gegnern“ der Neonazis zählen. Trotzdem finden sich im auch Publikum reihenweise Neonazis. Oft rufen diese ihren Schlachtruf „Hoo-Na-Ra“. Ein Kürzel für „Hooligans, Nazis, Rassisten“.

Gegen die Anwesenheit von Neonazis auf Kampfsportveranstaltungen versucht die Freefight Association (FFA) bereits seit längerem etwas zu unternehmen. In einer Pressemitteilung unter dem Titel „Kein Sport mit Nazis“ stellte die FFA im jahr 2006 klar, dass sie „rassistisches, antisemitisches und anderes Gedankengut“ und „Bestrebungen, die versuchen den Free Fight Sport als Plattform zur Verbreitung von neofaschistischer Ideologie“ zu nutzen, nicht toleriert. Trotzdem kommen weiterhin Neonazis zu den Freefight-Veranstaltungen. Manche lokale Veranstalter haben mit Neonazis im Publikum und im Ring kein Problem, andere gehen nach wie vor nur sehr zögerlich mit der Problematik um. Oft gibt es auf den Plakaten gut sichtbar eine halbherzige Distanzierung von „Hass und Gewalt“, trotzdem tauchen dann weiter unten als Sponsoren bekannte Naziläden und rechtsextreme Tattoostudios aus der Region auf.


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