Skip to content

Was tun? Zehn Punkte für Zivilcourage

Die Initiative „Augen auf!“ hat den Handlungsleitfaden „Zehn Punkte für Zivilcourage“ erarbeitet, der viele hilfreiche Tipps für Zivilcourage im Alltag zusammenfasst.

 
(Quelle: pixabay.com / Anemone123)

1. Seien Sie vorbereitet

Überlegen Sie sich eine Situation, in der ein Mensch belästigt, bedroht oder angegriffen wird. Beispielsweise: Eine Frau dunklerer Hautfarbe und Kopftuch wird in der S-Bahn von zwei augenscheinlich der rechtsextremen Szene zugehörigen Männern beleidigt und angepöbelt.

Überlegen Sie, was Sie in einer solchen Situation fühlen würden.

Überlegen Sie, was Sie in einer solchen Situation tun würden.

2. Bleiben Sie ruhig

Konzentrieren Sie sich darauf, das zu tun, was Sie sich vorgenommen haben.

Lassen Sie sich nicht ablenken von Gefühlen wie Angst oder Ärger.

3. Handeln Sie sofort

Reagieren Sie immer sofort, erwarten Sie nicht, dass ein anderer hilft. Je länger Sie zögern, desto schwieriger wird es, einzugreifen.

4. Holen Sie Hilfe

In der Bahn: Nehmen Sie Ihr Handy und rufen Sie die Polizei oder ziehen Sie die Notbremse.

Im Bus: Alarmieren Sie die Busfahrerin beziehungsweise den Busfahrer.

In der Straßenbahn: Alarmieren Sie den Fahrer beziehungsweise die Fahrerin.

Auf der Straße: Schreien Sie laut!

5. Erzeugen Sie Aufmerksamkeit

Sprechen Sie andere Zuschauer und Zuschauerinnen persönlich an.

Ziehen Sie sie in die Verantwortung: „Sie in der gelben Jacke, können Sie bitte den Busfahrer rufen?“.

Sprechen Sie laut. Ihre Stimme gibt Ihnen Selbstvertrauen und ermutigt andere zum Einschreiten.

6. Verunsichern Sie die Täter

Schreien Sie laut und schrill. Das geht auch, wenn die Stimme versagt.

7. Halten Sie zum Opfer

Nehmen Sie Blickkontakt zum Opfer auf. Das vermindert seine Angst.

Sprechen Sie das Opfer direkt an: „Ich helfe Ihnen“.

8. Wenden Sie keine Gewalt an

Spielen Sie nicht die Heldin beziehungsweise den Helden und begeben Sie sich nicht unnötig in Gefahr.

Setzen Sie keine Waffen ein, diese führen häufig zur Eskalation.

Fassen Sie die Täter niemals an, sie oder er kann dann schnell aggressiv werden.

Lassen Sie sich selbst nicht provozieren, bleiben Sie ruhig.

9. Provozieren Sie die Täter nicht

Duzen Sie die Täter nicht, damit andere nicht denken, Sie würden sie oder ihn kennen.

Starren Sie den Angreifern nicht direkt in die Augen, das könnte sie noch aggressiver machen.

Kritisieren Sie das Verhalten einer Täterin beziehungsweise eines Täters, nicht aber ihre oder seine Person.


10. Rufen Sie die Polizei

Beobachten Sie genau und merken Sie sich Gesichter, Kleidung und Fluchtweg der Täter.

Erstatten Sie Anzeige und melden Sie sich als Zeuge beziehungsweise Zeugin.

Zum Thema

| Initiativen in Ihrem Bundesland

Belltower.News macht gemeinnützigen Journalismus, denn wir klären auf und machen das Wissen von Expert*innen zu Antisemitismus, Rassismus und
Rechtsextremismus und allen anderen Themen der Amadeu Antonio Stiftung für alle zugänglich.
Unsere Reportagen, Recherchen und Hintergründe sind immer frei verfügbar und verschwinden nie hinter einer Paywall. Dafür brauchen wir aber auch deine Hilfe.
Bitte unterstütze unseren Journalismus, du hilfst damit der digitalen Zivilgesellschaft!

Weiterlesen

unbenannt-1329-1536x1024

Sachsen vor der Wahl „Demokratie muss man lernen“

Der Verein Treibhaus aus Döbeln im Gespräch: Über die AfD im Stadtrat, den Ausbruch aus der eigenen Bubble und wie Fördermitgliedschaften helfen.

Von
2016-05-02-afd-broschür-4

Wie umgehen mit der AfD in den Medien?

Die AfD ist eine rechte Partei. Doch wie weit rechtsaußen steht sie? Kann man das überhaupt über die ganze Partei…

Von
108545417

Zivilgesellschaft in Chemnitz Wem gehört die Stadt?

Vor mehr als fünf Jahren tobte ein rechtsextremer Mob in Chemnitz. Die Aufarbeitung läuft langsam. Ein Besuch in der „Kulturhauptstadt 2025″.

Von

Schlagen Sie Wissenswertes in unserem Lexikon nach.