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Dehoust, Peter

Peter Dehoust (Jg. 1936) ist einer der einflussreichsten Publizisten der extremen Rechten mit guten Verbindungen in der NPD und ins Ausland. Seine Zeitschrift Nation & Europa ist das wohl wichtigste Theorieorgan der Szene.

 

Peter Dehoust begann seine Laufbann im Bund Nationaler Studenten, einer 1956 unter Beteiligung der Deutschen Reichspartei gegründeten rechtsextremistischen Nachwuchsorganisation, die 1961 bundesweit verbotenen wurde. Dehoust verantwortete deren Zeitschrift Student im Volk , später den rechtsgerichteten Deutschen Studenten-Anzeiger. Bald wird er engster Mitarbeiter von Arthur Erhardt, dem Gründer und Herausgeber von Nation & Europa, einem ehemaligen SS-Sturmbannführer und „Chef der Bandenbekämpfung“ im Führerhauptquartier. Nach dessen Tod 1971 übernimmt Dehoust dieses wohl wichtigste Theorieorgan des deutschen Rechtsextremismus.

Seit deren ersten Jahren ist Dehoust auch in der NPD aktiv. 1968 wird er Mitglied im Bezirksvorstand Bayreuth, 1970 ist er Kandidat zur bayerischen Landtagswahl, zwei Jahre später rückt er in den Landesvorstand der Partei auf. Er wird Mitorganisator des „Ersten Nationaleuropäischen Jugendkongress“ in München und wird in das „Generalsekretariat der intereuropäischen Nationale“ gewählt.

Später gründet Dehoust Vereine wie das Hilfskomitee Südliches Afrika, das die dortige Apartheidpolitik unterstützte. Experten bewerteten diese Organisation als Versuch, eine Brücke zu rechtskonservativen bürgerlichen Kreisen zu schlagen. Außerdem wird er in der Gesellschaft für Freie Publizistik aktiv, der größten rechtsextremen kulturpolitischen Vereinigung Deutschlands.

Ab Mitte der achtziger Jahre tritt Peter Dehoust für die Bildung einer rechten Sammlungsbewegung ein. Ergebnis ist 1991 die Gründung der Deutschen Liga für Volk und Heimat (DLVH), die trotz z.T. prominenter Mitglieder bei Wahlen relativ bedeutungslos bleibt. Als Sammlungsbewegung aber hatte sie einen gewissen Erfolg. 1992 macht er Harald Neubauer, einen ehemaligen Republikaner und Europaparlamentarier, sowie
Adolf von Thadden, den einstigen NPD-Vorsitzenden, zu Mitherausgebern seiner Zeitschrift Nation & Europa. Der spätere Chefberater der sächsischen NPD-Landtagsfraktion, Karl Richter, wird bei ihm Redakteur. 2006 tritt Peter Dehoust als Vorsitzender des Bildungswerkes für Heimat und nationale Identität e.V. in Erscheinung ? einem Versuch der NPD, sich nach ihrem Landtagseinzug in Sachsen Zugang zu staatlichen Fördergeldern für die politische Bildung.

Dehoust (Pseudonym Peter Degner) ist Herausgeber bzw. Autor zahlreicher geschichtsklitternder Bücher mit Titeln wie Zwangsarbeiter ? Lüge und Wahrheit oder Heuchler, Henker, Halunken ? Der Nürnberger Prozess vor 50 Jahren. Den Band So nicht, Herr Bubis!, das den ehemaligen Vorsitzenden des Zentralrats der Juden in Deutschland angreift, wird von der Jungen Freiheit (Nr. 28/1999) als „mutige Schrift“ gelobt.

Dehoust ist ein wichtiger Theoretiker der extremen Rechten, auf deren Veranstaltungen ist er ein gern und viel gesehener Gast und Referent. Schon früh hat er das Gedankengut der Neuen Rechten in der Szene verbreitet, mit seiner Zeitschrift Nation & Europa verschafft er immer wieder auch internationalen Rechtsextremisten hierzulande Gehör. Dehoust verfügt über ein großes Integrationsvermögen in verschiedene Strömungen.

Zum Thema

| Die Zeitschrift Nation & Europa

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