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Lexikon: NS-Symbole

Rechtsextreme verehren nicht nur die Ideologie des Nationalsozialismus, den sie in Deutschland wieder eingeführt sehen wollen – sie nutzen auch dessen Symbole weiter.

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Stilkritik Nazi-Trends 2018 – Kleidung mit NS-Bezug

Was ist bei Neonazis gerade im Trend? In der Logik der Sache liegt es, dass alles, was mit einer Glorifizierung des Nationalsozialismus einhergeht, in der rechtsextremen Szene immer angesagt ist. Wir haben uns umgeschaut und eine kleine Auswahl an mal mehr, mal weniger eindeutigen Symbolen, Sprüchen und Aufdrucken zusammengestellt.

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Staatsanwaltschaft SS-Zeichen auf Nazi-Festival hat keinen Bezug zum NS

Der „arische Sicherheitsdienst” auf dem „SS”-Festival in Ostritz trug einheitliche Shirts mit dem Symbol einer brutalen SS-Division. Ein Verfahren wegen Verwendung verfassungswidriger Kennzeichen wurde nun jedoch eingestellt, weil kein Bezug zum NS hergestellt werden könne. Wie kann das sein?

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Gaudreieck/Gauwinkel

Dieser Ärmelaufnäher wurde in der NS-Zeit genutzt, um die Herkunft eines Gaus der NSDAP, der Hitlerjugend (HJ), des Bundes Deutscher Mädel (BDM) oder einer der Unterorganisationen genau zu kennzeichnen. „Gau“ bezeichnete die Bezirke, die ebenfalls wieder und wieder unterteilt waren. Gauleiter waren in Zusammenarbeit mit der Wehrmacht verantwortlich für die zivile Verteidigung ihres Gebietes.

Auch heute wird der Gauwinkel mit der aufgestickten Ortszugehörigkeit in der Neonazi-Szene verwendet. Das Tragen dieser Abzeichen, auch in anderen Farben als schwarz, ist seit 2002 strafbar, da sie eindeutig zur NS-Symbolik gehören.

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Das Zahnrad

Als Symbol der Arbeiterschaft war das Zahnrad in Verbindung mit dem Hakenkreuz das Emblem der größten NS-Massenorganisation, der Deutschen Arbeitsfront (DAF).

Die rechtsextreme Freiheitliche Deutsche Arbeiterpartei (FAP), die 1995 verboten wurde, nutze es als Teil ihres Abzeichens. Die Hammerskins-Bewegung und freie Kameradschaften verwenden es für ihre Erkennungssymbole, und auch die NPD greift bisweilen auf Transparenten auf die Zahnrad-Symbolik zurück.

Es sei aber auch immer darauf hingewiesen, dass es auch nicht-rechte Verwendungen des Zahnrad-Symboles gibt, etwa in der Electric Body Music (EBM)-Szene oder im Logo des Technischen Hilfswerks.

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Der SS-Totenkopf

Im Nationalsozialismus war der Totenkopf das Symbol für den Tod des Feindes und den bedingungslosen Einsatz für die Ideen Adolf Hitlers. Deshalb wurde er auch das Emblem der SS-Totenkopfverbände. Dieser Teil der nationalsozialistischen Schutzstaffel (SS) war vor allem verantwortlich für die Bewachung und Verwaltung der Konzentrationslager.

Noch heute ist der Totenkopf in der Neonazi-Szene häufig zu finden. „Combat 18“, die militante Strömung der Blood-and-Honour-Bewegung, hat ihn als Emblem gewählt. „Combat heißt Kampfeinheit, „18“ steht als Zahlencode für Adolf Hitler. Die Strömung ist international, mit Schwerpunkten in England und Skandinavien und für zahlreiche Gewalttaten verantwortlich.

Das Verwenden des SS-Totenkopfes ist in Deutschland strafbar, vor allem in Kombination mit der SS-Losung „Meine Ehre heißt Treue“ (siehe Bild). Leicht abgeänderte Formen gelten in der Neonazi-Szene als ein beliebtes Tattoomotiv.

Das Tragen einer Totenkopf-Abbildung ist nicht grundsätzlich ein Anzeichen für eine rechtsextreme Gesinnung – nur das eines Totenkopfes, der dem Vorbild aus dem Nationalsozialismus nachempfunden ist. Besonders in den letzten Jahren sind Totenköpfe als Styling-Motive inflationär im Mainstream zu finden gewesen, in Bezug auf Punk und Piraten.

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Die Schwarze Sonne

Es ist historisch nicht belegt, dass das Symbol aus dem Germanentum stammt, sondern es handelt sich um ein Kunstprodukt der „SS“, auch wenn dies in der rechtsextremen Szene meist geleugnet wird. Das Sonnenrad erscheint erstmals als Bodenornament im Obergruppenführersaal der „SS-Schule Haus Wewelsburg“. Erst nach 1945 wurde es als „Schwarze Sonne“ bezeichnet und findet in der Neonazi-Szene Verwendung.

Man kann die „Schwarze Sonne“ als eine Zusammensetzung von zwölf Sig-Runen oder als zwölfarmiges Hakenkreuz verstehen. Ausgedrückt werden soll die „Verbundenheit mit der eigenen Art und mit den arteigenen Wertvorstellungen“.

Die „Schwarze Sonne“ erhält einen immer höheren Stellenwert für Lifestyle-Produkten der neonazistischen Szene aller Art. Beobachter der Szene sehen das Symbol durch die häufige Verwendung als Ersatz für das verbotene Hakenkreuz.

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