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Chronik KW 35 Rechte und rassistische Gewalt der Woche

Vom 25. August bis zum 1. September 2022: Wöchentlich stellen wir rechtsextreme, rassistische und antisemitische Gewalttaten bundesweit zusammen, um einen Überblick über die Alltäglichkeit rechter Gewalt zu geben. Die Chronik bleibt absolut unvollständig, lässt aber das Ausmaß erahnen.

 
(Quelle: Cura)

 

Queerfeindlichkeit

27. August 2022, Münster: Queerfeindlicher / transfeindlicher Angriff mit Todesfolge

Beim CSD in Münster beleidigte und bedrohte ein Unbekannter mehrere Frauen lesbenfeindlich. Als ein umstehender Mann Zivilcourage bewies und den Täter bat, die Beleidigungen zu unterlassen, wurde er vom Tatverdächtigen brutal zusammengeschlagen. Der trans Mann schlug mit dem Kopf auf dem Asphalt auf und verlor das Bewusstsein. Am frühen Freitagmorgen starb er an seinen Verletzungen.

https://www.queer.de/detail.php?article_id=43055

https://twitter.com/lsvd/status/1565622609647177728

27. August 2022, Bremen: Homophobe Beleidigung und Entreißen der Regenbogenflagge

Sieben bis acht unbekannte Jugendliche beleidigten eine 25-Jährige homophob und entrissen ihr die Regenbogenfahne, die sie sich umgehängt hatte. Am selben Tag fand auch in Bremen der CSD statt.

https://mannschaft.com/bremen-homophob-beleidigt-und-regenbogenfahne-entrissen/

Rassismus

23. August 2022, Düsseldorf: Angriff mit Gaspistole

In Düsseldorf-Oberdorf hat ein Mann mit einer Gaspistole auf einen anderen Mann geschossen, der mit seinen Kindern in seinem Auto wartete. Der Vater und eines seiner Kinder erlitten Augenreizungen und wurden ärztlich behandelt. Laut Polizei habe der Täter zwar „Verschwinde in dein Land“ gerufen, trotzdem stuft sie den Angriff nicht als rassistisch motivierte Straftat ein. Das Bündnis „Düsseldorf stellt sich quer“ kritisierte das und forderte eine öffentliche Benennung der rassistischen Hintergründe.

https://rp-online.de/nrw/staedte/duesseldorf/blaulicht/duesseldorf-oberbilk-hatte-schuss-mit-gaspistole-rassistischen-hintergrund_aid-75965757

25. August 2022, München: Rassistische Attacke

In München hat ein noch unbekannter Täter einen E-Scooter-Fahrer unvermittelt von seinem Roller gestoßen und rassistisch beschimpft. Ein weiterer Unbekannter soll den E-Roller-Fahrer ebenfalls rassistisch beleidigt haben und ihm zwei Schläge auf den Rücken versetzt haben.

https://www.sueddeutsche.de/muenchen/staatsschutzrelevantes-delikt-rassismus-angriff-beleidigung-1.5647822

26. August 2022, Leipzig: Rassistische Beleidigung und Angriff

In Leipzig haben zwei Männer eine Frauengruppe rassistisch beleidigt und angegriffen. Zwei andere Männer kamen den Frauen zur Hilfe und verhalfen ihnen zur Flucht mit einer losfahrenden Straßenbahn.

https://www.migazin.de/2022/08/29/polizei-frauen-kopftuch-leipziger-bahnhaltestelle/

27. August 2022, Leipzig: Brandanschlag auf Geflüchtetenunterkunft

Unbekannte haben einen Brandanschlag auf eine Asylunterkunft in Leipzig verübt. Sie warfen mehrere Brandsätze auf die Hauswand der Unterkunft. Weil das Sicherheitspersonal schnell reagierte, wurde niemand verletzt. Am 29. August beteiligten sich 2.000 Menschen an einer Demonstration in Solidarität mit den Betroffenen.

https://www.fr.de/politik/gewalt-sachsen-brandanschlag-gefluechtetenunterkunft-leipzig-jahrestag-rostock-lichtenhagen-zr-91751370.html

30. August 2022, Gondelsheim: Rassistische Beleidigung und Bedrohung

Ein Mann hat in Gondelsheim eine Frau und einen Mann rassistisch beleidigt und bedroht. Dabei habe der Mann ein Schwert bei sich getragen, gab die Polizei bekannt.

https://bnn.de/kraichgau/bretten/gondelsheim/frau-und-mann-in-gondelsheim-rassistisch-von-41-jaehrigen-beleidigt-und-bedroht

31. August 2022, Bernau: Rassistische Beleidigung und Bespucken

Ein Mann soll in einem Regionalzug Fahrgäste teils rassistisch beleidigt und bespuckt haben. Ihm wird Volksverhetzung und Körperverletzung vorgeworfen.

https://www.rbb24.de/studiofrankfurt/beitraege/2022/09/polizei-beleidigung-rassismus-volksverhetzung-re3-bernau.html

Antisemitismus

26. August 2022, Bretten: Zerkratzte Stolpersteine

Unbekannte haben in Bretten fünf Stolpersteine stark zerkratzt. Die Stolpersteine erinnern an Familie Schmulewitz. Sigmund Schmulewitz wurde 1939 nach Dachau deportiert und misshandelt, wo er im gleichen Jahr starb. Chil Ignatz Helbart, Lina und Meta Schmulewitz wurden 1940 nach Gurs in Südfrankreich deportiert. Dort starb Chil Ignatz Helbart, während Lina und Meta Schmulewitz nach Auschwitz gebracht und dort ermordet wurden. Anna Schmulewitz wurde 1941 nach Litauen deportiert.

https://bnn.de/kraichgau/bretten/unbekannte-zerkratzen-stolpersteine-in-bretten-gedenken-opfer-der-nationalsozialisten

28. August 2022, Selters: Zerstörung von Gedenktafel

Unbekannte haben in Selters im Westerwald eine Gedenktafel mutwillig zerstört. Die Glastafel erinnerte an die ehemalige jüdische Gemeinde, die es bis zur Zeit des Nationalsozialismus in der Stadt gab. Die meisten Juden aus Selters wurden verschleppt und in verschiedenen Konzentrationslagern ermordet.

https://www.swr.de/swraktuell/rheinland-pfalz/koblenz/gedanktafel-landjuden-selters-zerstoert-100.html

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