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Chronik rechtsextremer und rassistischer Gewalt im März 2019

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Für speziell flüchtlingsfeindliche Gewalttaten empfehlen wir die Chronik von Aktion Schutzschild bei www.mut-gegen-rechte-gewalt.de.

Für antisemitische Vorkommnisse empfehlen wir die Chronik der Amadeu Antonio Stiftung.

Diese Auflistung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit! Wenn Sie weitere Vorfälle kennen, senden Sie bitte eine Mail an belltowernews@amadeu-antonio-stiftung.de.

04.03.2019

Schloß Holte-Stukenbrocker Ehepaar bekommt Hetzbrief zur Diamanthochzeit

Rassismus: Die Eltern von Sebahat Esser sind seit 60 Jahren verheiratet. Zu ihrem Jubeltag bekommen sie einen Brief voller Beleidigungen. Der Staatsschutz ermittelt.

https://www.nw.de/lokal/kreis_guetersloh/schloss_holte_stukenbrock/22391216_Schloss-Holte-Stukenbrocker-Ehepaar-bekommt-Hetzbrief-zur-Diamanthochzeit.html

Nazi-Schmierereien an der Adendorfer Grundschule

Unbekannte haben in der Nacht zu Sonntag nahezu sämtliche Erdgeschossfenster und Türen der Grundschule in der Dorfstraße in Adendorf mit verfassungsfeindlichen Symbolen beschmiert. Sie sprühten diverse Hakenkreuze und Schriftzüge und zerstörten eine Gedenktafel, die an die Ermordung des Sinto-Jungen Wolfgang Mirosch durch die Nazis erinnerte. Jetzt ermitteln Polizei und Staatsschutz.

https://www.landeszeitung.de/blog/lokales/2400071-nazi-schmierereien-an-der-adendorfer-grundschule

Antisemitismus: Erneut Schilder der Hugo-Fuchs-Straße abgerissen

Im Stadtteil Kapellenberg sind erneut Straßenschilder der nach dem früheren Chemnitzer Rabbiner Hugo Fuchs (1878-1949) benannten Straße beschädigt worden. Laut Polizei wurden zwei der Schilder komplett abgerissen, ein weiteres verbogen. Die Beschädigungen seien am Samstagnachmittag bekannt geworden. Nach ähnlichen Beschädigungen im November vergangenen Jahres hatte die Polizei einen politischen Hintergrund nicht ausgeschlossen.

https://www.freiepresse.de/chemnitz/hugo-fuchs-strasse-erneut-schilder-abgerissen-artikel10459413

05.03.2019

Witten: Peinlicher Schreibfehler in Neonazi-Graffito – Staatsschutz ermittelt

Scheinbar Rechtsextreme haben an einer Brücke in Witten ein Graffito aufgesprüht. Neben einem Hakenkreuz ist auch ein peinlicher Rechtschreibfehler zu sehen. Jetzt ermittelt der Staatsschutz. Der Grund ist ein vermutlich von Rechtsextremen aufgesprühtes Graffito an einer Brücke rund 200 Meter südlich der Almstraße. In roter Lackfarbe war dort ein Hakenkreuz sowie „Hittler“ zu lesen – insgesamt 2,30 Meter lang und einen halben Meter breit.

https://www.ruhr24.de/ruhrgebiet/peinlicher-schreibfehler-neonazi-graffiti-witten-polizei-164504/

Essen: „Steeler Jungs“ – Wehrmachtshelme statt Narrenkappe

Am Sonntag nahmen die „Steeler Jungs“ als „Steeler Jecken“ am Karnelvalsumzug in Essen Freisenbruch mit einem eigenen Wagen und einer Fußgruppe teil. Auf ihren Köpfen trugen die „Steeler Jungs“ Helme, die stark an Wehrmachtshelme erinnern. Auf der Vorderseite des Zugwagens prangte – unzulässigerweise – das Stadtwappen der Stadt Essen. Auf der Rückseite des Wagens prangte eine geballte Faust die eine „Zecke“ zerdrückt, sowie der Spruch „Schütz euch vor den Zecken – Helau… Die Steeler Jecken“ zu lesen. Eine offene Gewaltandrohung gegenüber Andersdenkenden. „Wir sind entsetzt darüber, dass die „Steeler Jungs“, die wöchentlich als Bürgerwehr in Steele aufmarschieren, an einem Karnevalszug teilnehmen. Wir verstehen nicht, wie die Organisatoren des Umzugs die Gruppe zulassen konnte“, so Sonja Neuhaus, Sprecherin des Bündnisses Essen stellt sich quer.

https://www.lokalkompass.de/essen-nord/c-politik/steeler-jungs-wehrmachtshelme-statt-narrenkappe_a1087113

NPD-Aktion beim Usinger Fastnachtszug

Empörung in der Stadt Usingen (Hessen): Personen in roten Westen haben laut Facebook-Post angeblich „Schutzzone“ geschaffen und Veranstaltung „bestreift“. Haben der NPD zumindest nahestehende Personen den verkürzten und bereits gegen 14 Uhr quasi beendeten Usinger Fastnachtszug am Samstag benutzt, um bei der Veranstaltung sowie seither in Sozialen Medien für ihre Arbeit für die Schaffung von selbst ernannten, sogenannten „Schutzzonen“ zu werben? Ein Beitrag mit zwölf Fotos vom Usinger Zug mit etwa vier Männern und einer Frau in roten Warnwesten mit einem Runen-Signet und der Aufschrift „Wir schaffen Schutz-Zonen“ aus der Obergasse und vom Bahnhof findet sich auf Facebook auf der Seite mit dem Titel „Schutzzone“.

https://www.usinger-anzeiger.de/lokales/usingen/npd-aktion-beim-usinger-fastnachtszug_19994972#

06.03.2019

Rechtsextreme auf „Streife“ in Offenbach

Drei Männer stehen nebeneinander in der Fußgängerzone vor dem Kaufhaus Schneider. Sie tragen rote Warnwesten. Darauf steht: „Wir schaffen Schutzzonen.“ Dieses sowie weitere Fotos wurden am 26. Februar auf Facebook gepostet. Darüber steht: „In der überfremdeten hessischen Großstadt waren diesmal vornehmlich die U-Bahn-Stationen und die entsprechenden Umgebungen Ziel unserer Rotwesten.“ Hinter der Aktion steht die rechtsextreme NPD, die sich mit der Kampagne „Schutzzonen schaffen“ als Retter des Staates aufspielt.

 

Rechte Gewalt: Identitäre in Halle haben offenbar wieder zugeschlagen

Die „Identitäre Bewegung“ betreibt seit knapp zwei Jahren ein „Wohnprojekt“ in Halle, das unter anderem als Anlaufstelle für Protagonisten der „Neuen Rechten“ dient. Nachdem IB-Aktivisten im November 2017 zwei Zivilpolizisten angegriffen hatten, gab es nun offenbar den nächsten Vorfall: Drei Personen wurden laut Polizei durch Angreifer aus dem Haus verletzt und mussten im Krankenhaus behandelt werden.

Lebensgefährliche Rohrbombe mit NS-Symbolen in Haren gefunden

Schreckensmeldung aus Haren-Raken: Ende Januar ist dort eine mit nationalsozialistischen Symbolen versehene Rohrbombe gefunden worden. Der Sprengsatz war hochexplosiv und für den Finder lebensgefährlich. Wie die Polizei erst jetzt am Mittwoch mitgeteilt hat, ist die Bombe bereits am 23. Januar am Rakener Schulweg, auf dem dortigen Sandentnahmeplatz beim Baggersee, gefunden worden. Über den Finder und die Umstände schweigt sie sich aus ermittlungstaktischen Gründen aus. Sie sind auch der Grund für die erst jetzt erfolgte Veröffentlichung des brisanten Fundes.

https://www.noz.de/lokales/haren/artikel/1671658/lebensgefaehrliche-rohrbombe-mit-ns-symbolen-in-haren-gefunden?amp&__twitter_impression=true

07.03.2019

Rassistischer Übergriff in Leipzig?

Am 2. März wurde ein Mann aus Westafrika in Leipzig von acht Personen aus der Bahn gedrängt und zusammengeschlagen.

https://www.medienservice.sachsen.de/medien/news/224140

Bamberg: Frau mit Säure attackiert: Möglicher antisemitischer Hintergrund

In Bamberg übergießt ein Unbekannter eine 65-Jährige mit einer ätzenden Flüssigkeit. Nun ermittelt die Zentralstelle gegen Extremismus. Nach einem Angriff mit ätzender Flüssigkeit auf eine 65-Jährige in Bamberg hat die Bayerische Zentralstelle zur Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus (ZET) die Ermittlungen übernommen. Ein antisemitischer Hintergrund könne nicht ausgeschlossen werden, erklärte ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft München, bei der die Zentralstelle angesiedelt ist. Er betonte aber, dass der Fall noch völlig offen sei. Ermittelt werde in alle Richtungen, das schließe einen möglichen antisemitischen Hintergrund mit ein. Ein Unbekannter hatte die Frau am Sonntag vor ihrer Haustür von hinten angegriffen, mit der Flüssigkeit übergossen und schwer verletzt. Dann floh er. Das Opfer kam mit Verätzungen am Körper in ein Krankenhaus.

https://www.sueddeutsche.de/bayern/bamberg-saeure-attacke-antisemitismus-extremismus-1.4358434

Attacke auf syrischen Lebensmittelmarkt in Telgte (NRW)

Ein syrischer Lebensmittelmarkt in Telgte ist zum dritten Mal Ziel einer Attacke geworden. Unter anderem wurde die Fassade mit Schweinefleisch beschmiert.

https://www1.wdr.de/nachrichten/westfalen-lippe/Angriff-Lebensmittelmarkt-Telgte-100.html

12.03.2019

Volksverhetzung in Nürnberg: Fußball-Fan kassiert Anzeige

Nach dem abgesagten Fußballspiel zwischen Greuther Fürth und Dresden am Sonntag kassiert ein Fußball-Fan eine Anzeige. Der Mann hatte in der Nürnberger Innenstadt antisemitische Parolen gegrölt sowie den Hitlergruß gezeigt.

Bayern: Nazi-Schmierereien im Gymnasium Grafing – Landrat entsetzt

Die Polizei Ebersberg konnte Spuren sichern, wie sie am Montag, 11. März, mitteilte. Bei einer gemeinsamen Begehung mit Landrat Robert Niedergesäß, Grafings Bürgermeisterin Angelika Obermayr, Schuleiter Paul Schötz und der Polizei wurde der Gesamtschaden auf etwa 2000 Euro beziffert, so Ebersbergs Polizeichef Ulrich Milius.

Dorfmark: Polizei findet Maschinengewehr und Nazi-Gegenstände bei Militarier*innen-Treffen

Die Polizei hat nach einem anonymen Hinweis bei einem Sammlertreffen von Militarier*innen mehrere Gegenstände und Waffen sichergestellt, darunter ein Maschinengewehr auf Lafette.

Oberpfalz: Gruppe Betrunkener pöbelt vor einer Geflüchtetenunterkunft

Am Samstag, 9. März, gegen 2.45 Uhr fuhren vier Männer, zwei aus dem Landkreis Tirschenreuth, zwei aus dem benachbarten Landkreis Neustadt an der Waldnaab, in einem Pkw zum Asylbewerberheim an der Bärnauer Straße. Sie schrien herum und weigerten sich trotz Aufforderung der Mitarbeiter*innen des Sicherheitsdienstes die Örtlichkeit zu verlassen.

Morddrohung gegen linke Bautzener Bloggerin – Staatsschutz ermittelt

Seit vier Jahren lebt und arbeitet die Historikerin Annalena Schmidt in Bautzen, privat engagiert sie sich gegen rechts. Vor Ort kommt ihr Engagement nur bedingt an. Nun scheint die Situation zu eskalieren.

Neustadt/Orla: Rechtsextremist*innen laufen unerkannt im Karnevalsumzug mit

Am traditionellen „Duhlendorfer Karnevalsumzug“ Anfang März in Neustadt/Orla haben sich offenbar Rechtsextremist*innen mit mindestens drei Transparenten beteiligt. Nach Recherchen von MDR THÜRINGEN hat die „Identitäre Bewegung“ (IB) die Aktion organisiert.

 

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Vereinte Neonazis marschierten in Berlin für NS-Verbrecher

Am Samstag sind Neonazis in Berlin-Spandau zum Gedenken an den NS-Verbrecher Rudolf Heß aufmarschiert. Ihre geplante Strecke konnten sie zwar dank engagierter Gegendemonstrant_innen nicht erreichen, dieser Erfolg sollte jedoch nicht verschleiern, dass die rechtsextreme Szene trotz heftiger interner Zerstrittenheit insgesamt 1.100 Neonazis mobilisieren konnte – aus dem In- und Ausland.

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