Weiter zum Inhalt

Organisierte Islamfeindlichkeit Die Inszenierung des „Counter-Dschihad“

Für Pegida, AfD und Co ist der Islam Feindbild Nummer eins. Deutsche Rechtspopulisten und Rechtsextremisten sind dabei aber nur ein Teil einer europa- und teils weltweiten Bewegung. Der sogenannte „Counter-Dschihad“ mobilisiert gegen Menschen muslimischen Glaubens. Das Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft (IDZ) hat Fakten und Informationen zum Thema zusammengestellt und in einem Factsheet veröffentlicht. Hier können Sie das ganze auch als PDF herunterladen. 

 
Eine rechtsextreme, islamfeindliche Demonstration in Berlin, im Sommer 2017 (Quelle: AAS)

Abwertungshaltungen gegen den Islam sind seit den islamistischen Anschlägen vom 11. September 2001 weltweit angestiegen. Dazu trug ein von Rechten und Rechtsradikalen beschworenes Angstszenario bei, wonach ein ‚Zusammenprall der Kulturen‘ unmittelbar bevorstehe. Der Islam wird in diesem Kontext als das per se Andere konstruiert. Viele Menschen erleiden anhand ihrer (vermeintlichen) Zugehörigkeit zum Islam Diskriminierung. Diese Herabwertung hat seit Mitte der 2000er eine organisierte Form angenommen, die zuerst über Online-Foren und später über Straßenbewegungen gegen den Islam mobilisierte: die Counter-Dschihad-Bewegung. Ausgangspunkt dieser Bewegung ist die Vorstellung, dass der Erhalt westlicher Gesellschaften durch den Islam bedroht sei. Dem Islam wird eine pauschale Gewaltaffinität unterstellt und er wird als Religion an sich mit dem Islamismus gleichgesetzt. Die Nähe der Counter-Dschihad-Bewegung zur extremen Rechten war durch ihren Bezug zur Rückeroberung des ‚christlichen Abendlandes‘ immer vorhanden. Neu an der Counter-Dschihad-Bewegung ist allerdings: Sie versucht, nicht-muslimische Minderheitengruppen zu integrieren, etwa Homosexuelle und Jüdinnen und Juden, was untypisch für die extreme Rechte ist. Was steckt hinter dieser Bewegung?

Wir sprachen mit Dr. Joe Mulhall, Senior Fellow bei „Hope not Hate“ (London), über die Ursprünge, Verläufe und Zukunftsaussichten dieser heterogenen Bewegung.

 

 

Belltower.News macht gemeinnützigen Journalismus, denn wir klären auf und machen das Wissen von Expert*innen zu Antisemitismus, Rassismus und
Rechtsextremismus und allen anderen Themen der Amadeu Antonio Stiftung für alle zugänglich.
Unsere Reportagen, Recherchen und Hintergründe sind immer frei verfügbar und verschwinden nie hinter einer Paywall. Dafür brauchen wir aber auch deine Hilfe.
Bitte unterstütze unseren Journalismus, du hilfst damit der digitalen Zivilgesellschaft!

Weiterlesen

4345849946_9f66f146c9

Wenn Rechtspopulisten zu Vorlesern werden sollen

Am 17. November wird zum 14. Mal der bundesweite Vorlesetag in Deutschland stattfinden. Organisiert wird dieser von DIE ZEIT, Stiftung Lesen und Deutsche Bahn Stiftung. Ziel ist es, Kinder für das Lesen und zu begeistern. Im vergangenen Jahr sollen nach Angaben der Initiatoren 135.000 Vorleseaktionen stattgefunden haben. Auch zahlreiche Politiker_innen waren als Vorleser_innen vertreten. Dieses Jahr hagelt es jedoch heftige Kritik.

Von
Fortsetzung Landesparteitag der AfD Sachsen-Anhalt

Machtübernahme Was passiert, wenn die AfD Sachsen-Anhalt alleine regiert

Was wäre, wenn die AfD in Sachsen-Anhalt allein die Regierung stellt? Ein Gedankenspiel über Weisungsrecht, Schulen, Kultur, Medien und darüber, wie schnell ein Bundesland zum Angstraum werden könnte.

Von
Jahresrückblick-2017

Sachsen-Anhalt 2017 Halle als Zentrum der „Neuen Rechten“

Jahresrückblick 2017: Die 1. Mai Demo in Halle mit schweren Angriffen auf Polizisten und Gegendemonstrant_innen durch die angereisten Neonazis. Das Kontrakultur-Haus der Identitären wird gegenüber des Steintorcampus der Martin-Luther-Universität Halle eröffnet. Offensichtliche Verbindungen zwischen den Identitären und der AfD Sachsen-Anhalt.

Von

Schlagen Sie Wissenswertes in unserem Lexikon nach.