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Wie mit „Narrativen“ rechtspopulistische Politik gemacht wird

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(Quelle: Pixabay / Jill111 / C 00)

Viele Märchen beginnen mit der Formulierung „Es war  einmal …“, und häufig haben wir dies im Kopf, wenn von  Erzählungen die Rede ist. Andere mögen an Schulliteratur  und  Überlieferungen  denken,  an  Geschichten  und  Narrative, die nicht nur eine Handlung und Ereignisse  beschreiben,  sondern  auch  einen  tieferen  Sinn,  eine  Lehre vermitteln.

Doch  es  gibt  auch  andere  Erzählungen,  solche,  die nicht zwingend aufgeschrieben, aber dennoch für unser Leben und die Gesellschaft wirkmächtig sind. Gemeint sind Narrative, mit denen wir die Welt ordnen, erklären und die beschreiben, aus welchem Blickwinkel wir die Gesellschaft  betrachten.  Der  Philosoph  Jean-François Lyotard  nennt  solche  Welterklärungen  nicht  umsonst die „Großen Erzählungen“. Solche Erzählungen wirken wie  andere  Erzählungen  auch:  Sie  wecken  Emotionen und können motivieren. Doch was, wenn derartige Narrative hauptsächlich Furcht, Ablehnung oder gar Hass wecken?

Auch den gewalttätigen Ausschreitungen von Heidenau und Freital gegen Geflüchtete und ihre Unterstützer_innen  im  Sommer  2015  liegen  Erzählungen  zu  Grunde.

Im  Zuge  der  steigenden  Zahl  von  Asylsuchenden  entstanden bundesweit mehr als 300 Facebook-Seiten mit dem Titel „Nein zum Heim“ oder ähnlich, um gegen die örtlichen Flüchtlingsunterkünfte zu demonstrieren und Stimmung gegen die Neuankömmlinge zu machen. Mit ihrem starken lokalen Bezug und laienhaftem Auftreten gaben sie sich den Anschein, Organisationsplattformen einfacher  besorgter  Bürgerinnen  und  Bürger  zu  sein; einige  der  Seiten  erreichten  so  mehrere Zehntausend Menschen  mit  rassistischer  Stimmungsmache.  Ein  un-mittelbarer  Zusammenhang  zwischen  gewalttätigen Übergriffen  und  den  Gruppen  konnte  nicht  generell belegt werden; doch ihr Beitrag zu einer insgesamt zunehmend aufgeheizten und aggressiven Stimmungslage gegen Geflüchtete liegt auf der Hand.

Zwar  wurde  seitdem  richtigerweise  viel  über  Hass und Hetze im Netz diskutiert, doch bisher dabei wenig beachtet,  was  hinter  vielen  Formen  von  Hate  Speech steckt bzw. diese motiviert: Narrative.Die  Ablehnung  einer  bestimmten  Menschengruppe steht meist nicht isoliert da, sondern ist begleitet von Erzählungen, die die Abwertung »erklären« und untermauern. Diese Erzählungen sind so zugeschnitten, das sie für das jeweilige Publikum wahr und richtig klingen und somit eine zusätzliche Motivation und Legitimation bieten. Narrative sind langfristig wirkmächtig, stellen Zusammenhänge her und können, wie im Fall der nachfolgend untersuchten, als toxisch für das gesellschaftliche Klima eingeordnet werden. Solche toxischen Narrative finden sich im Rechtsextremismus und Rechtspopulismus  sowie  in  verschwörungstheoretischen  Kontexten.

Dies  bedeutet  nicht,  dass  all  diese  Narrative  automatisch rechtsextrem oder rechtspopulistisch sind, sie ergänzen sich jedoch gut miteinander. Toxische Narrative sind sehr anschlussfähig und finden sich auch in anderen Teilen der Gesellschaft.

Wer  eine  solche  toxische  Erzählung  für  wahr  hält, muss  nicht  automatisch  auch  alle  damit  verknüpften Narrative  glauben.  Jedoch  ist  die  Wahrscheinlichkeit hoch, dass dies früher oder später geschieht. Daher gilt es, solche Narrative zu bearbeiten, sie zu dechiffrieren, auf ihren Kerngehalt zu untersuchen und einzuordnen, um ihnen fundiert und erfolgreich begegnen zu können. 

Hier finden Sie die Broschüre „Toxische Narrative – Monitoring Rechts-Alternativer Akteure“ zum Download. 

 

 

Aus der Broschüre „Toxische Narrative“ auf Belltower.News

Neue Broschüre: „Toxische Narrative – Monitoring rechts-alternativer Akteure“Wie mit „Narrativen“ rechtspopulistische Politik gemacht wirdWie die digitale Öffentlichkeit durch rechts-alternative Medienstrategien herausgefordert wird„Toxische Narrative“: Wie sie wirken und warum wir uns damit beschäftigen müssen

 

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